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			"11. Jahresbericht 


des öffentlichen 


Kommunal- Obergymnasiums 


in Friedek. 


Veröffentlicht am Schlusse des Schuljahres 1901/1902. 


INJ-H\L> T: 


1. R.eichskanzler Erzbischof Bruno von Köln und sein Einfluß auf die 
Kultur seiner Zeit. Von Hans Pöcksteiner. 
2. Schulnachrichten. Vom Direktor. 


2?) M 
 


Frledek. 
Buch- und Steindruckerei von Josef Orel in Friedek, 
1902, 


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.
		

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			'Reichskanzler Erzbischof Bruno von 
öln 
und sein EinfluJ3 auf die 11 ultur seiner Zeit. 


Von Hans Pöcksteiner. 


Daß das Mittelalter im allgemeinen "finster" war, ist ja be- 
kannt; insbesondere aber heißt auch das zehnte Jahrhundert "das 
eiserne", "das bleierne", "das Jahrhundert der Barbarei" in Kreisen, 
von denen man es nicht erwarten sollte. Denn eine nähere Bekannt- 
schaft mit den damaligen Quellen ergibt, daß das zehnte und der an- 
grenzende Teil des elften Jahrhunderts nicht bloß in politischer Macht- 
entfaltung, sondern auch in geistigem Streben so1c
e glänzende Punkte 
aufweist, daß derjenige, der diese Zeit einmal genauer betrachtet hat, 
seinen Blick immer wieder mit Vergnügen darauf zurückwenden wird. 
Der Brennpunkt all dieses Glanzes war der Hof der damaligen deut- 
schen Könige und römischen Kaiser, der sächsischen Ottonen. Der 
Mittelpunkt, von dem alles geistige Leben und Streben seiner Zeit 
und wenigstens eines halben Jahrhunderts darnach ausging, war der h. 
Bruno, der Bruder des gewaltigen römisch-deutschen Kaisers Otto 1., 
Erzbischof von Köln und Erzkanzler des Reiches. Die Größe dieses 
edlen Brüderpaares, die als Vertreter der weltlichen und geistlichen Ge- 
walt in einträchtigem Zusammenwirken Kirche und Reich in einen so 
blühenden Stand versetzten, wird man erst dann ganz würdigen, wenn 
man die Verhältnisse in Deutschland zu Anfang des zehnten Jahr- 
hunderts und noch beim Regierungsantritte Heinrich I. näher betrachtet. 
Das gewaltige Reich, das Kar! der Große begründet hatte, war 
von seiner Höhe herabgestürzt, um die Kaiserkrone stritten sich itali- 
sche Fürsten, Deutschland war von einem schwachen Knaben regiert, 
an der Grenze fortwährend bedroht von den Horden der Ungarn, wäh- 
rend es kaum minder unter den endlosen Streitigkeiten der einheimi- 
schen Großen litt. "Alles hadert", sagt Bischof Salomo von Konstanz, 
einer der vertrautesten Räte KÖI').ig Ludwigs (des Kindes), "Grp.f und. 
1
		

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Dienstmann, im Streit liegen die Gau- und Markgenossen, in den 
Städten tobt der Aufruhr, das Gesetz wird mit Füßen g
tretcn, und 
diejenigen, welche Land und Volk schützen sollten, geben gerade das 
schlechteste Beispiel". In der Zeit dieser Verwirrung war es, daß, da 
. der geringe, einzeln stehende Mann keine Macht besaß, sich und seine 
Habe zu beschützen, die Freiheit der sog. Gemeinfreien, der Bauern, 
so arg verloren ging und das Feudalwesen so tiefe Wurzeln schlug, 
während sich das Reich selbst in völliger Auflösung ih die einzelnen 
Stammesherzogtümer befand. Dennoch wurde nach dem Tode Ludwigs 
der Frankenherzog Konrad zum deutschen Könige gewählt, aber sein 
Kampf gegen den Partikularismus der einzelnen Fürsten war ein höchst 
unglücklicher, die Verhältnisse verschlimmerten sich nur noch viel mehr. 
Die Akten der Synode von Hohenaltheim im Riesgau, bei deren Er- 
öffnung die Bischöfe zuerst lange Zeit traurig in tiefem Schweigen 
beisammensaßen, geben einen sprechenden Beleg dafür. I) 
Auf seinem Totenbette empfahl König Konrad seinem Bruder 
Eberhard den Sachsenherzog Heinrich, seinen mächtigsten Feind, als 
Nachfolger: "Die Zukunft des Reiches steht bei den Sachsen... Hein- 
rich wird ein König und Herr sein vieler Völker" .1) Was Eberhard 
seinem sterbenden Bruder versprochen, erfüllte er getreulich; die Fran- 
ken und Sachsen wählten einstimmig Heinrich zu ihrem Könige. Die 
Lage bei seinem Regierungsantritt schildert Ruotger in seinem "Leben 
des Erzbischofs Bruno von Köln" folgendermaßen: "Es würde zu weit 
führen, wollte ich darlegen, wie der genannte König Heinrich, der 
Vater des großen Mannes, von dem wir handeln, zum erwünschten 
Genuß des Friedens gelangte, während er beim Antritt seiner Regierung 
das ganze Reich durch die fortwährenden Einfälle der Nachbarvölker 
und die heftigsten inneren Zwistigkeiten zerissen und geschwächt fand: 
von der einen Seite drohte das wilde Dänenvolk, zu Wasser und zu 
Lande mächtig, von der anderen die treulosen Horden barbarischer 
Slaven, Rache für erlittene Knechtschaft suchend; die grausamen Un- 
garn verwüsteten, nachdem sie Mährens Grenzen überschritten hatten, 
mit Feuer und Schwert weit und breit die Provinzen des Reiches. Der 
Tag würde nicht hinreichen, um all das Elend zu berichten. Jenseits 
des Rheines, im Osten des Reiches war offener Aufruhr, die Fürsten 
des damals noch engen Reiches wüteten selbst gegen ihr eigenes Fleisch; 
und all diese Not zu heben, diese Wunden zu heilen, bedurfte es eines 
Mannes, ausgerüstet mit vorzüglicher Kraft und rastlosem Eifer. Nach 
einiger Zei t aber hatte sich solcher Schrecken durch Gottes Gnade der 
1) Hefele, Konziliengeschichte, IV. B. S. 556 ff. 
2) Widukinds von Corvey "Sächsische Geschichten!'.
		

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auswärtigen Völker bemächtigt, daß nichts für sie furchtbarer war als 
König Heinrich; und solche Liebe vereinigte die Bewohner des Reiches, 
daß wohl in keinem mächtigen Reiche. ähnliche Eintracht gefunden 
werden konnte". So legte König Heinrich den festen Grund, auf dem 
dann seine großen Söhne im Verein weiter bauen konnten. Schon in 
ihm zeigte sich der große Geist der Sachsen, der dann unter seinen 
Nachfolgern in so herrlicher Weise hervorragen sollte. Er starb im 
Jahre 936 zu Memleben und es folgte ihm Otto 1., "ein Mann, wel- 
chem der Geist Gottes die Gabe der Wahrheit und des Glaubens ver- 
liehen hatte"!), als der älteste Sohn aus legitimer Ehe; seine jüngeren 
Brüder waren Heinrich, der der edlen Königsfamilie später durch seine 
Empörung unsägliches Leid zufügte, und Bruno. Dieser wurde im 
Jahre 924 geboren und vom Vater für den geistlichen Stand bestimmt. 
Er wurde deshalb schon im Alter von vier Jahren dem noch sehr jun- 
gen, aber tüchtigen Bischof Balderich von Utrecht zur Erziehung über- 
geben und lebte dort in enger Verbindung mit dem verwandten lothrin- 
gischen Herzogshause. 
) Daß er gerade nach Lothringen kam, hat seinen 
Grund wohl darin, daß dort sich noch ammeisten Bildung und Gelehr- 
samkeit in den Stifts- und Klosterschulen erhalten hatte, obwohl sie 
auch dort schon tief herabgesunken waren von der Höhe, die sie in 
der Zeit Karl des Großen und seiner ersten Nachfolger eingenommen 
hatten. In der frühesten Jugend schon zeigten sich Brunos hervorra- 
gende geistige Fähigkeiten. Als er die Grammatik erlernt hatte, be- 
gann er gleich den christlichen Dichter Prudentius unter Anleitung sei- 
nes Lehrers zu lesen und "dieser Dichter erfüllte das Herz des Kna- 
ben mit solchem Vergnügen, daß er nicht nur die Kenntnis der Worte 
sich zu eigen machte, sondern den tiefsten Sinn, wenn ich so sagen 
darf, den reinsten Nektar des Geistes, von dem das Werk getragen 
wurde, zu erfassen wußte". :1) Die lateinische Sprache machte er sich 
vollständig zu eigen; besonders gab er viel auf eine schöne Form, 
um deretwillen er auch Sachen las, die er sonst für wertlos hielt, wie 
verschiedene Komödien. Unter seinen Lehrern nennt Bruno selbst den 
Bischof Israel Scotigena, einen Iren, als denjenigen, der den größten 
Einfluß auf seine Geistesrichtung geübt habe. Als dieser über Bruno 
um sein Urteil befragt wurde, äußerte er sich, daß Bruno ein heiliger 
Mann sei und "gab damit zu erkennen, daß die religiöse Bildung des 
Herzens in seinen Augen einen höheren Wert besäße als die wissen- 
s chaftlic he des Geistes, und daß diese in Bruno wesentlich auf jene 
1) Ruotger, "Leben des Erzbischofs Bruno von Köln". 
2) Brunos Schwester Gerberge war llerzog Giselberts Gemahlin. 
3) Ruotger. So oft ferner etwas unter AnfÜhrungszeichen steht, ist es aus Ruotgers 
Biographie Brunos, wenn sonst keine Quelle angegeben ist.
		

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zurückgewirkt habe", sagt der bekannte Historiker Giesebrecht. Wie 
dieser Bischof auf Bruno, so haben überhaupt die Iren auf das religiöse 
Leben der Deutschen schon früher und zum Teil noch zur damaligen 
Zeit einen tiefgreifenden Einfluß ausgeübt. Es ist bekannt, daß die 
erste Bekehrung derselben von Irland ausgegangen ist (Fridolin, Ko- 
lumban, Gallus); auch jetzt kamen wieder viele irische Mönche, durch 
die Einfälle der Normannen und Dänen aus ihrer Heimat vertrieben, 
nach Deutschland und Lothringen. Und es ist ein ganz eigentümlicher 
Zug, der in diesen Leuten lebte, "eine wunderbare Mischung von 
wissenschaftlicher Nüchternheit und religiöser Phantastik. . ., ein 
tiefer Zug wahrer Frömmigkeit, aufrichtiger Demut und jener aufop- 
fernden Liebe, die um des Herren willen allen alles sein möchte"") 
Das deutsche Volk sah in diesen schlichten Mönchen Heilige. Sie 
fanden auch bald Nachahmer, wie ja die Einsiedler, Reklusen und 
Reklusinnen (Wiborade, Sisu, Wendilgarde), die uns von jener Zeit an 
begegnen, beweisen. 
Das Volk wandte sich diesen frommen Klausnern und heilig 
lebenden Mönchen zu, aber diese ganze Richtung bedurfte einer Lei- 
tung, wenn sie sich nicht mit der Zeit von der Kirche lostrennen sollte. 
Und diese Leitung fand sich auch zum Glücke; schon Bischof Ulrich 
von Augsburg, noch von Heinrich I. eingesetzt, der erste, der von ei- 
nem römischen Papste kanonisiert wurde, wirkte in diesem Sinne und 
bald finden wir auch Bruno auf denselben Bahnen wie ihn. 
Im Alter von ungefähr zwölf Jahren kehrte er von Lothringen 
an den königlichen Hof zurück, aber "weder die Größe seiner Reich- 
tümer, noch das laute und unruhige Treiben des öffentlichen Lebens" 
am Hofe machten auf ihn einen Eindruck; er blieb einfach in allem 
und lebte fast nur seiner religiösen und wissenschaftlichen Ausbildung, 
geistige Tätigkeit und ernstes Studium waren ihm zur Gewohnheit ge- 
worden. "Er begnügte sich nicht etwa, in der Schatzkammer seines 
Herzens bloß das zu sammeln, was sich leicht erwerben ließ; nein, 
aus weiter Ferne schaffte er Rätselhaftes und Wunderbares herbei und 
alles Philosophische und irdischem Wesen Abgewandte und Fremde 
mußte hier seine Stelle finden. Was Geschichtschreiber, Redner, Dich- 
ter und Philosophen Neues und Großes verkündeten, untersuchte er 
mit Lehrern der betreffenden Sprache aufs genaueste und wo sich je- 
mand durch schnellen, gewandten und umfassenden Geist als Meister 
bewährte, da wurde er in Demut sein Schüler." Bald nachdem Bruno 
an den Hof zurückgekehrt war, also im Alter von ungefähr vierzehn 
Jahren, wurde ihm die Leitung einiger Klöster übertragen, wie ja das 


') Giesebrecht, die deutsche Kaiserzeit, 1 B. 2. Auf!. S. 3Z5.
		

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in der damaligen Zeit und fast während des ganzen Mittelalters bei 
Söhnen aus vornehmen Familien allgemeine Sitte war und selbst von 
Päpsten geschah. Sofort zeigte sich sein höherer Geist, denn er be- 
gann all sogleich die in Verfall geratene Zucht wiederherzustellen, sah 
genau auf Befolgung der Ordensregel und leitete die Mönche zu einem 
frommen Leben und wissenschaftlicher Tätigkeit an. Zugleich erwirkte 
er vom König, seinem Bruder, für seine Klöster die früheren Freihei- 
ten und Vorrechte wieder und neue dazu, so z. B. fÜr Lorsch (bei 
Wmms am rechten Rheinufer) das Recht der freien Abtwahl, während 
ja sonst bekanntlich in jener Zeit die Bischöfe und Äbte vom König 
ernannt wurden. König Otto sah bald, daß Bruno an Jahren wohl ein 
Jüngling, an Reife des Verstandes aber ein Mann sei, und wußte die 
trefflichen Eigenschaften und Kenntnisse seines Bruders sich und dem 
Reiche nutzbar zu machen. Von jeher waren sowohl im oströmischen wie in 
dem von Karl dem Großen neu aufgerichteten weströmischen oder besser 
römisch-deutschen Kaiserreich die Geschäfte der Kanzlei, wie wir uns 
ausdrücken, oder der Kapelle, I) wie man sie damals nannte, von den 
Geistlichen als den Gebildetsten und dazu Geeignetsten besorgt worden. 
Aber der Verfall des Kaiserreiches hatte auch den Verfall der Kapelle 
zur Folge; als Otto die Regierung antrat, war alles in größter Unord- 
nung. Vieles wurde überhaupt nicht besorgt, manches nicht in der 
gehörigen Weise, hauptsächlich deswegen, weil die Geistlichen, die es 
hätten besorgen sollen, ihrer Aufgabe infolge der geringen Bildung, 
die sie zur Zeit des Verfalls der Hof- und Klosterschulen besaßen, nicht 
gewachsen waren. Die Titel und die Ehrenrechte eines Erzkanzlers 
oder Erzkappelans hatten sich die Erzbischöfe von Mainz, Köln, Trier 
und Salzburg angemaßt, ohne sich aber um die Geschäfte im mindes- 
ten zu bekümmern. Und doch war eine geregelte Führung der Kanz- 
leigeschäfte geradezu eine Lebensfrage für den Bestand des Reiches, 
und ein tüchtiger Kanzler, der es verstand, Ordnung in die zerütteten 
Verhältnisse hineinzubringen und sich geeignete Leute zu diesem Zwecke 
heranzubilden, und dem der König zugleich sein volles Vertrauen 
schenken konnte, unbedingt notwendig, wenn die Einheit des Reiches 
festeren Halt gewinnen sollte. Zu diesem wichtigen Amte ersah nun 
Otto seinen Bruder im Alter von sechzehn Jahren. Er ernannte ihn 
im Jahre 940 zum Kanzler und übertrug ihm die vollständige Leitung 
aller Kanzleigeschäfte mit dem Titel Erzkappelan. Zugleich war mit 
dieser Stellung das Recht der Überwachung aller kirchlichen Verhält- 
nisse des Reiches verbunden. 


t) Der Name bezeichnet ur>-prÜnglich die Kappe des heil. Martinus von TOur8, dann 
den geweihten Rmull in der Pfalz der Merowinger, wo diese Kappe aufbewahrt wurde. Scit der 
karolingischen Zeit faßte man unter diesem Kamen den gesammten Hofklerus zusammen.
		

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Die höchst wichtige Stellung füllte Bruno in ausgezeichnetster 
Weise aus. "Mit der ß"rößten Hingebung und jener Pünktlichkeit, die 
ihm in aIlem eigen war, unterzog sich Bruno den Geschäften der Kanzlei. 
Fast alle Urkunden sind in den nächsten dreizehn Jahren von ihm 
selbst ausgestellt," sagt Giesebrecht. Seine Stellung als Erzkappelan 
brachte es mit sich, daß er sich um tüchtige Helfer umsah, die in sei- 
nem Geiste mit ihm arbeiteten. Solche Leute aber waren unter dem 
vorhandenen Klerus schwer zu finden; es blieb Bruno nichts übrig, 
als sich neue, junge Kräfte heranzubilden und dazu war das geeignetste 
Mittel die Hofschule. Aber diese war in demselben Zustand, wie die 
anderen Stifts- und Klosterschulen der damaligen Zeit, höchstens daß 
das Trivium noch gelehrt wurde, während das Quadrivium schon fast 
gänzlich aus den Schulen geschwunden war. Der ganze Unterrichts stoff 
bestand nämlich im Mittelalter aus den sog. sieben freien Künsten, die 
in die genannten zwei Gruppen zerfielen, von welchen die erstere Gram- 
matik, Rhetorik, Dialektik, die zweite Musik, Arithmetik, Geometrie u. 
Astronomie umfaßte. Die freien Künste des Triviums dienten mehr 
dem Verständnisse der heil. Schriften und zum Teil der alten Klassi- 
ker, die des Quadriviums mehr praktischen Zwecken, wie zur Feier des 
Gottesdienstes, Gütterverwaltung, Baukunst und kirchlicher Zeitrechnung. 
Diese Wissenschaften führte also Bruno aufs neue ein und galt 
nahezu als Erfinder derselben, so sehr waren sie schon in Verfall ge- 
raterf. So war er unablässig tätig, zum Teil in der Kanzlei, zum Teil 
in der Schule, wo er selbst die anderen lehrte und tüchtige Lehrer 
herbeizog, von welchen er selbst wieder manches lernen konnte. Au- 
ßerdem wandten sich täglich viele an ihn um Hilfe oder Rat und Un- 
terstützung und nie wies er jemanden zurück; "in allen Stücken 
handelte er so, daß er den Unglücklichen wie ein Zufluchtsort erschien. 
So kam es, daß, wenn er Muße hatte, niemand mehr in Geschäften 
war als er, aber wenn er in Geschäften war, entbehrte er trotzdem nie 
ganz der Muße. Er lag den Studien bis tief in die Nacht hinein ob 
und alles, was von Wert war, ließ er genau aufzeichnen. . . . . Seine 
Unterweisungen gab er nie in grämlicher und mürrischer Weise, son- 
dern in heiterem Scherz und mit anmutiger Würde. . . . Sein Studier- 
zimmer war, wenn ich so sagen darf, zur Wanderung eingerichtet, denn 
wenn auch sein Geist stets in Ruhe und ungestörtem Frieden war, so 
war doch sein Körper öfter zur Bewegung genötigt. Überall nämlich, 
im Lager und im Zelte, führte er seine Bibliothek mit sich wie die 
Bundeslade, so mit der Quelle und den Mitteln seiner Studien immer 
versehen, der Quelle in den heiligen, den Mitteln in den heidnischen 
Schriften." Daß er auch diese letzteren sehr gen au kannte, erzählt uns
		

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Ruotger selbst mit den Worten: "Oft saß er unter den gelehrtesten 
Kennern des griechischen und römischen Altertums, wenn sie über die 
Erhabenheit der Philosophie und die vollendete Ausbildung der Diszi- 
plinen, welche sie umfaßt, Unterhaltung pflogen, als gelehrter Vermittler 
und gab den Streitenden unter dem Beifall aller Anwesenden, den er 
nichts weniger als wünschte, befriedigenden Aufschluß." Aber nicht 
bloß das griechische Altertum kannte er, sondern er wandte sich auch 
an die Griechen der damaligen Zeit, um von ihnen, die in der Wis- 
senschaft doch vielfach den Abendländern voraus waren, zu lernen. 
Denn der Verkehr mit dem Ostreiche war niemals ganz abgebrochen 
worden, und so kamen die Griechen teils als Gesandte an den Hof, 
teils fanden sie sich in verschiedenen Klöstern, wie wir es z. B. von 
Reichenau wissen. Bruno studierte mit Eifer ihre Sprache, ließ sich 
auch mit ihnen gerne in gelehrte Disputationen ein, und sie staunten 
über seine Kenntnisse, bewunderten die Größe seines Geistes und tru- 
gen den Ruhm seiner Gelehrsamkeit bei ihrer Rückkehr in die Hei- 
mat bis in den Orient. 
Kaum war daher die Hofschule mehrere Jahre unter Brunos 
Leitung, so kam sie in immer größeren Ruf. Und als endlich Otto I. 
das Reich nach außen gesichert hatte und auch den inneren, besonders 
den kirchlichen Angelegenheiten, der Ausbildung einer tüchtigen Geist- 
lichkeit, mehr Aufmerksamkeit schenken konnte, da stand die Hof- 
schule bald in der schönsten Blüte. Der Verkehr mit Italien ward 
wieder reger, da ja Otto schon um das Jahr 946 an die Wiederauf- 
richtung des Kaiserreiches gedacht zu haben scheint. So kam der 
gelehrte Bischof Rather von Verona, der wiederholt von seinem Bistum 
vertrieben wurde, an den königlichen Hof; er galt wenigstens damals 
für den größten Theologen der Zeit, wenn er auch in neuerer Zeit eine 
weniger günstige Beurteilung erfuhr. I) Bruno selbst hat noch manches 
von ihm gelernt. Bald darauf kam auch Bischof Liutprand von Cre- 
mona, der bekannte Geschichtschreiber, an den deutschen Königshof. 
Er war ein feiner Kenner des klassischen Altertums. "Mit besonderer 
Vorliebe zeigt er seine Kenntnis der Alten, des Cicero, Vegetius, Vergil, 
Horaz, Ovid, Terenz, Plautus, Martial, Juvenal und Persius; ganze 
Stellen aus diesen Schriftstellern, sowie einzelne Anspielungen sind 
häufig in seinen Schriften und zwar führt er sie aus dem Gedächtnis 
an, wie schon die gewöhnlich ungenaue Form der Zitate beweist. . . 
Man erkennt aber auch überall in seinen Schriften den Mann, der un- 
ter den boshaften Klatschereien eines zuchtlosen Hofes (Pavia) groß 
geworden war; denn er erzählt nichts lieber als anstößige Geschicht- 


I) Vogel, Rather von Verona und da<; zehnte Jahrhundert. Jena 1854.
		

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chen, wie er sie gewiß von klein auf in Pavia gehört hatte. Aber auch 
von Meineid und Treulosigkeit, von Mord und Hinterlist spricht er in 
demselben ruhigen Tone, welcher uns bei späteren italienischen Schrift- 
stellern oft unheimlich berührt, wie von ganz gewöhnlichen und er- 
laubten Mitteln der Staatskunst." Mit diesen Worten hat der berühmte 
Geschichtsquellenforscher Dr. Wilhelm Wattenbach ') Liutprand und 
seine Schriften ausgezeichnet charakterisiert. Für Ottos Hofschule war 
er sicherlich nicht ohne großen Nutzen; auch stand er bei ihm in gro- 
ßer Gunst und war selbst ein begeisterter Anhänger des großen Kaisers. 
In dem Bericht, den er über den Verlauf seiner Sendun,;; an den grie- 
chischen Kaiserhof, um für Otto II. um eine grie:hische Prinzessin :w 
werben, verfaßte, bricht er, seine Herren mit dem griechischen Kaiser 
vergleichend, in folgende Worte aus: "Immer seid ihr, meine Herren 
und Kaiser (Otto I. und II.), mir schön erschienen; wie viel schöner 
aber jetzt! Immer prächtig; wie viel prächtiger jetzt! Immer gütig; wie 
viel gütiger jetzt! Immer aller Tugend voll; wie viel mehr aber jetzt!" 
Dies führt uns nun zur königlichen oder später kaiserlichen F,lmilie 
selbst. Der Mittelpunkt war natürlich Otto, geistig und körperiich 
gleich ausgezeichnet, von dem die Nonne Hrotsuith v. Gandersheim singt: 
"Diesem gewährte der König des Himmels Gaben von solcher 
Gnade, daß er mit Fug von allen und jedem gerühmt ward, 
Aller Könige Glanz mit seinen Taten verdunkelnd. "2) 
Seine ganze Bedeutung zu würdigen, daLU bedürfte es der 
genauen Darstellung seiner ganzen Regierung, was hier unmöglich ist. 
Schon seine Zeitgenossen gaben ihm den Beinamen des Großen. Seine 
hohe und kräftige Gestalt ließ in ihm auf den crsten Blick den gc- 
bornen Herrscher erkennen; den Bart trug er gegen die sä.:hsische 
Sitte lang auf die Brust herabwallend. In der Kleidung vermied er 
allen fremdländischen Prunk. "Sein Tag verstrich zwischen Arbeit und 
Gebet, Staatsgeschäften und Kirchendienst . . . Freigebig, gnädig, leut- 
selig und freundlich, zog er wohl die Herzen an sich, war aber doch 
mehr gefürchtet als geliebt" 3). Im großen und g.mzen war aber das 
Verhältnis zwischen Herrscher und Untertanen wie schon unter seinem 
Vater so auch unter ihm mehr ein familiäres
). Er besaß eine eiserne 
Willenskraft, "felsenfeste Treue gegen Freunde, Großmut gegen gede- 
mütigte Feinde," kurz er war ein Mann, wie deren die Geschichte 


I) Vorrede zu Liutprands .Wer);en in der Quellensammlung "Gpschichtschreiher 
der deutschen Vorzeit." 
2, Gcdicht von den Taten des Kaisprs Oddo L 
") Giesehrecht, die deutsche Kaiserzcit, 1. E., S. 567. 
') Dr. Otto Henne am Rhyn, Kulturgeschichte des deutschen Volkes.
		

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wenige kennt, er war der einzige deutsche Kaiser, "dem Mitwelt und 
Nachwelt den Namen des Großen nicht verweigert haben t). Innige 
Liebe verband ihn mit seiner frommen Mutter, der Königin Mathilde, 
der Gemahlin Heinrich 1., die nach dem Tode des Gemahls auf ihrem 
Wittum zu Quedlinburg lebte. 
Ebenso war er seiner edlen Gemahlin, der Königin Editha, vom 
Herzen zugetan. Sie war eine angelsächsische Königstochter, das Mu- 
ster einer treuen Gattin uod liebenden Mutter ihrer Kinder sowohl wie 
ihrer Untertanen. Das deutsche Volk sah in ihr damals schon eine 
Heilige, und wie tief sie in der Liebe ihres Volkes stand, zeigen meh- 
rere Sagen, in die ihr Bild lieblich verwoben ist. "Reine, wahre und 
innige Frömmigkeit wohnte in ihrer Seele und gab sich in edlen Wer- 
ken christlicher Liebe kund. Oft soll ihr Gebet aus großer Bedrängnis 
d
n König gerettet haben, oft milderte ihre Fürbitte seinen heftigen 
Sinn. So stürmisch sein Zorn war, das zarte Weib beschwichtigte ihn. "2) 
Gleiche Liebe wie zu seiner Mutter und zu seiner Gemahlin hegte 
König Otto zu seinen Geschwistern, Heinrich, Bruno und Gerberge, 
sowie zu seinen Kindern und anderen Verwandten. Das Leben der 
ganzen kaiserlichen Familie zeigt uns ein wunderschönes Bild von Ein- 
tracht und Liebe, die nur zweimal gestört wurde, einmal, als sich Ottos 
Bruder Heinrich, und das zweitemal, als sein Sohn Liudolf und sein 
Schwiegersohn Konrad, der Lothringerherzog, sich gegen ihn empör- 
ten. Seine Lage war dieses zweitem al außerordentlich gefährdet. Es 
gehörte der ganze Heldenmut, der in Ottos großer Seele wohnte, dazu, 
um in dieser Lage, im Kampfe gegen den eigenen Sohn und Schwie- 
gersohn und gegen das halbe Reich, das sich empört hatte, nicht zu 
verzweifeln. Aber "unerschütterlich blieb der König mitten in den Ge- 
fahren und vergaß nie, daß er ein Herr und König sei von Gottes 
Gnaden."3) "Es liegt in diesem Kampfe", sagt Giesebrecht, lIder Stoff 
zu der größten Tragödie, den die deutsche Geschichte einem deutschen 
Dichter darbietet und es fehlt dieser Tragödie nicht an dem versöhnen- 
den Ausgang; denn was Liudolf, Konrad und Heinrich in diesem Kampfe 
gefehlt hatten, büßten sie durch mutige Taten für die Ehre des Rei- 
ches und einen frühen Tod." Außer diesen zwei Fällen bietet, wie 
gesagt, das Familienleben Ottos im Gegensatze zu anderen großen 
Kaisern wie Konstantin, Karl, nur Lichtseiten und wirkte natürlich als 
herrliches Beispiel auf die Untertanen, die ja in erster Linie auf das 
sehen, was die Höchsten im Reiche tun. Und sie konnten es auch 


') Giesebrecht, !I. a. O. 
2) Gieseblecht, a. a. O. S. 317. 
3) Widnkind v. Corvey, Sächsische GeschIChten.
		

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leicht sehen, denn die hohen kirchlichen Festtage wurden vom Hofe 
höchst feierlich begangen und es war da gewöhnlich nicht bloß die 
köni 5 liche Familie versammelt, sondern noch viele Hohe geistlichen 
und weltlichen Standes umgaben sie und ungeheuere Volksmengen 
kamen bei solchen Gelegenheiten.:zusammen und benützten sie gleich 
zu Warentausch und Kauf. Und mit Stolz blickten alle auf ihren gro- 
ßen König und seine tugendreiche Mutter und Gemahlin, auf seine 
Brüder, den tapferen Heinrich und den heiligmäßigen Bruno, und seine 
Kinder und Verwandten, von denen mehrere als Bischöfe oder Äbtis- 
sinnen der deutschen Kirche zur Ehre und Zierde gereichten. Wir 
können daher die kaiserliche Familie mit vollem Recht als einen "Spie- 
gel des damaligen durchschnittlichen Verhältnisses unter Verwandten 
betrachten. Selbst auf die aus verdorbener Umgebung hergekommene 
Theophano warf das Beispiel der deutschen Häuslichkeit einen yer- 
edelnden Schimmer." 1) 
Daß Bruno einen sehr bedeutenden und sehr günstigen Einfluß 
auf die Verhältnisse am Hofe ausübte, ist unleugbar; er stand immer 
in gleich unerschütterlicher Treue auf der Seite seines Bruders und 
Königs, begleitete ihn auf allen seinen Zügen und war im Verein mit 
ihm tätig für das Wohl des Reiches und des Volkes. So war der kaiserliche 
Hof ein Muster für alle in jeder Beziehung und dahin "strömte von den 
verschiedensten Seiten alles zusammen, was sich nur irgend etwas dünkte; 
hier allein fanden alle, die von Verleumdung und Haß verfolgt wurden, 
eine Zufluchtsstätte. Hier strahlte dieses Muster von Weisheit, Frömmigkeit 
und Gerechtigkeit (Bruno), wie man es seit Menschengedenken nicht 
gesehen hatte. Von hier zurückgekehrt fiengen die, welche früher zu 
Hause sich übergelehrt erschienen waren, von Scham ergriffen, wieder 
an, die ersten Anfangsgründe zu treiben, gleich als ob sie sagen wollten, 
nun erst haben wir in Wahrheit begonnen. Wem in der Brust das 
Herz nicht wacker schlug, der hielt sich von diesem hohen Richterstuhle 
in Scheu und Ehrfurcht fern." 
In der ersteren Zeit stand Otto den wissenschaftlichen und 
kirchlichen Bestrebungen seines Bruders fern, die Versuche einer Refor- 
mation des Klerus, die auch von anderer Seite gemacht wurden, fanden 
von ihm wenig oder gar kein Entgegenkommen; erst ein gewaltiger 
Schicksalsschlag, der ihn unerwartet traf, führte ihn mit ganzem Herzen 
der Kirche zu. Es starb nämlich plötzlich im Jänner des Jahres 946 
seine Gemahlin Editha und nun "suchte er da den Trost für seine 
schwerbekümmerte Seele, wo ihn seine Mutter gefunden hatte: in 
gottseligen Werken und in rastlosen Bemühungen für das Reich Gottes 


1) Henne am Rhyn, Kulturgeschichte des deutschen Volkes.
		

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auf Erden. Auch mochte ihm mit jedem Tage klarer werden, wie wichtig 
es für die Zukunft des Reiches war, sich der kirchlichen Richtung, die 
jene Zeit gewaltig beherrschte, zu bemeistern und ihr Ziel und Richtung 
zu geben. Wie Otto sich hier mit den frommen Neigungen seiner 
Mutter begegnete, so trat er auch dem geistigen Streben seines Bruders 
Bruno nahe, in dem er das ausgezeichnetste Werkzeug für seine kirch- 
lichen Absichten fand." I) Dieser hatte aber auch schon in der gehörig,en 
Weise alles vorbereitet, schon wurden junge, ausgezeichnete, von echt 
kirchlichem Geiste beseelte Männer an der Hofschule herangezogen, 
die Wissenschaft war an derselben aufs neue herrlich erblüht, von 
Italien her, mit dem man, wie schon erwähnt, jetzt wieder in nähere 
Beziehungen trat, brachte man die Handschriften der alten Klassiker 
über die Alpen, wie z. B. der Italiener Gunzo von Novara deren hundert 
auf einmal,2) und diese wurden mit frischem Eifer abgeschrieben, gelesen 
und studiert. Otto selbst, der in seiner Jugend ja hauptsächlich kriege- 
risch erzogen worden war, lernte nun erst schreiben. Jetzt war die richtige 
Zeit zur Regeneration des Klerus. 
Der erste Bischof aus dieser neuen Generation wurde Bruno 
selbst. Ungefähr um das Jahr 950 hatte er die Weihen empfangen 3 ). 
Nach dem Tode des Erzbischofs Wigfried von Köln wählte das Volk 
und der Klerus einstimmig Bruno, "den erprobten, edlen und hochher- 
zigen Mann," und kamen damit nur dem Wunsche des Königs entgegen, 
der die Wahl sogleich bestätigte. Kaum war Bruno Erzbischof, als die' 
obenerwähnte Empörung der Söhne Ottos ausbrach, an der selbst 
Erzbischof Friedrich von Mainz teilnahm. Da hatte er sofort Gelegenheit, 
seine Treue zu zeigen; Otto übertrug ihm den ganzen Westen des 
Reiches, damit er ihn in Gehorsam halten sollte, besonders Lothringen, 
dessen Haltung ohnehin immer höchst zweifelhaft war. "Ich kann nicht 
sagen," sprach er zu ihm, "wie seh'r es mich freut, lieber Bruder, daß 
wir immer dieselbe Meinung gehabt haben. Die aufrührerischen Verräter 
haben mir den Sohn genommen; so bist denn Du mein fester, wahrer, 
sicherer Trost." Unter Tränen schieden die Brüder von einander, Otto 
zog den Aufrührern entgegen, Bruno aber gieng nach Westen, verteidigte 
Lothringen "mit Kraft und Umsicht gegen die Empörer und versammelte 
überdies jetzt im Namen seines Bruders die Fürsten des westlichen 
Deutschlands und die lothringischen Großen in Aachen, um sie in der 
Treue und Anhänglichkeit an Otto zu bestärken. "
) Auch in der späteren 


'). Giesebrecht, a. a. 0., S. 320. 
2). Martene, Thesaur. Anecd. 1. 294. 
3). Hefele in W etzer- Weites Kirchenle
ikoJj. 
'). Hefele, a. Q.. O.
		

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Zeit wußte er auf kluge Weise das Land in Ruhe zu halten und so 
groß war sein Einfluß und sein Ansehen, daß er sogar bestimmend in 
die Verhältnisse des benachtbarten Frankreich eingreifen und den Streit 
zwischen den letzten Karolingern und den aufstrebenden Kapetingern, 
die beide mit ihm verwandt waren, entschied und zwar zu Gunsten der 
ersteren, so daß die Kapetinger erst ein Menschenalter darnach in 
Frankreich auf den Thron kamen. Besaß Bruno schon früher das Ver- 
trauen des Königs vollständig, so wuchs es noch, als im Jahre 955 
der andere Bruder, Herzog Heinrich von Bayern, starb. Als Otto seinen 
Römerzug antrat, um sich die Kaiserkrone zu holen, setzte er ihn zum 
vicarius imperii, zum Staathalter des ganzen Reiches, ein. War aber diese 
seine weltliche Stellung und Macht noch so groß und hatte er noch 
so viel dabei zu tun - er tat ja alles gerne aus Liebe zu seinem 
Bruder und zum Wohle des Reiches - so liegt doch seine eigentliche 
Bedeutung nicht darin. Er war sich auch dessen selbst vollkommen 
bewußt und es blieb ihm trotz der vielen weltlichen Geschäfte 
noch immer Zeit genug, um für das geistige Wohl seiner Diözese, ja 
von ganz Deutschland eifrig Sorge zu tragen. Die Kapelle und die 
Hofschule blieben auch jetzt noch unter seiner Leitung und er errichtete 
in Köln neue Schulen. Und so oft ein Bistum erledigt oder ein neues 
gegründet wurde, schlug er Leute, die unter seinen Augen und in 
seinem Geiste herangezogen worden waren, dem Klerus und Volk zur 
Wahl und dem König zur Bestätigung vor, und beide Teile folgten 
gern seinem Rate. In Wirklichkeit hing die Besetzung ohnehin fast 
nur vom Willen des Königs ab. So bekam Deutschland allmählig "ein 
neu es Geschlecht von Kirchenfürsten, sehr unähnlich dem, welches die 
spätere Karolingerzeit überliefert hatte." I) Diese Bischöfe, "in der 
Mehrzahl fromme Männer, mit wahrhaft christlichen Tugenden geschmückt, 
nach dem übereinstimmenden Urteil der Zeitgenossen am wenigsten 
von der sittlichen Fäulnis angesteckt, welche den hohen Klerus in fast 
allen Ländern ergriffen hatte,"
) sahen ihre Hauptaufgabe in der Her- 
stellung der kirchlichen Disziplin, der Reformation der Klöster und 
Kapitel und der Erweckung wissenschaftlichen Lebens unter ihrer 
Geistlichkeit. Und da sie lauter tüchtige Männer waren, so brachten 
sie es auch zu Stande. An den Bischofsitzen wurden wieder Schulen 
errichtet und die wissenschaftliche Bildung und den kirchlichen Geist, 
.den die Bischöfe selbst an der Hofschule unter Brunos Leitung 
r1angt 
hatten, teilten sie den Geistlichen ihrer Diözesen mit und so durchglühte 


1). Giesebrecht, a. a. 0., S. 3:!ü. 
2). Henne Rm Rhyn, E:ulturgeschichte.
		

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die hohe und niedere Geistlichkeit in ganz Deutschland, besonders 
aber in Sachsen und Lothringen, wo Bruno selbst gewirkt hatte und 
wirkte, eine edle Begeisterung für alles Ideale, Große und Schöne. Und 
war einige Zeit früher auf den Reichsversammlungen, die meist zugleich 
Kirchenversammlungen waren, den Geistlichen verboten worden, zu 
Jungfrauenraub die Hand zu bieten, in wilder Ehe zu leben, die Klöster 
ohne Erlaubnis des Abtes zu verlassen u. a., welche Verbote ja ein 
sicherer Beweis sind, daß solches tatsächlich vorgekommen, so hört 
das jetzt auf. Denn der niedere Klerus strebte dem höheren nach in 
der Tugend und Frömmigkeit des Lebens. Von den damaligen Bischöfen 
sind aber nicht wenige von der Kirche heilig gesprochen worden und 
ein Jahrhundert darnach nennt der Mönch Siegebert von Gembloux 
das Zeitalter Otto des Großen ein glückliches wegen der ausgezeichneten 
Bischöfe, wie Dietrich von Metz, Heinrich und Egbert von Trier, der 
erstere ein Vetter Ottos, Gerhard von Toul, Wigfried von Verdun, 
Wilhelm von Mainz, ein natürlicher Sohn Ottos, der zugleich mit 
Bruno und Heinrich die festeste Stütze des Kaisers war, und viele 
andere; "aber alle diese glänzenden Sterne überstrahlte Bruno selbst 
wie der hellblinkende Morgenstern," setzt Siegebert hinzu. Und dieser 
Einfluß machte sich noch über das Jahrhundert hinaus geltend, die 
Bischöfe Willigis und Bardo von Mainz, Burchard von Worms, Reginald 
von Eichstätt, Thietmar von Merseburg, Bernhard und Godehard von 
Hildesheim waren die würdigen Nachfolger der früher erwähnten. Die 
Stellung, welche die deutschen Bischöfe unter Otto einnahmen, war 
aber nicht ungefährlich. Diese enge Verbindung zwischen Kirche und 
Staat war, solange tüchtige Herrscher an der Spitze des Staates standen 
und wahrhaft kirchliche und zugleich patriotische Männer die Kirche 
lenkten, für beide Teile höchst erprießlich, sonst aber, wie sich später 
unter Heinrich IV. zeigte, für beide Teile ebenso verderblich. 
Aber die Erzbischöfe Bruno und Wilhelm waren die richtigen 
Männer, die, so treu und ergeben sie dem Könige waren, sich doch 
nicht scheuten, ihm entschieden zu wiederstehen, wie ein Brief Wilhelms 
von Mainz an Papst Agapet zeigt; aus demselben Briefe ersehen wir, 
daß er gar wohl die Gefahr der deutschen Kirche zu verweltlichen 
erkannte und auch von Bruno wissen wir, daß er nur sehr ungern das 
Herzogtum Lothringen übernahm. Otto aber wollte durch seine Verbin- 
dung mit der Kirche ein -Gegengewicht gegen die Macht der Herzöge 
und Grafen, die ihm schon einigemaJe gefährlich geworden, schaffen 
und die Bildung, geistige Gewandtheit und Geschäftskenntnis, die der 
Klerus besaß, dem Reiche zunutze machen. Dadurch konnte "die Krone 
in den Augen des Volkes, dessen Geist und Gemütvom Klerus beherrscht
		

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War, nur an Bedeutung gewinnen. Die tiefere Richtung der Zeit war 
eine religiöse und, indem Otto seine Sache dem Klerus verband, folgte 
er dem richtig erkannten großen Zuge der Weltgeschichte." I) Durch 
dies
s einträchtige Zusammenwirken hoben Otto und Bruno, diese 
genialen Männer, die beide, wie Ruotger sagt, gemeinschaftlich das 
Reich regierten, Deutschland auf jene Höhe, die es im zehnten Jahrhundert 
einnahm, die selbst das Reich Karl des Großen überragte und die es 
nie wieder erreichte. Es fanden sich daher am Hofe Ottos Gesandte 
aller europäischen Staaten, mächtige und schwache Fürsten bewarben 
sich um seine Huld, der Hof von Konstatinopel war vertreten ebenso 
wie der Chalif von Cordova, Otto war in Wahrheit ein Kaiser der 
ges.ammten Christenheit, dem selbst Ungläubige ihre Ehrfurcht be- 
zeugten. 
In dieser großen Zeit war es auch, daß sich die Deutschen 
selbst allmählig als ein einiges Volk zu betrachten anfingen, während 
sie früher immer nur ihre Stammeszusammeogehörigkeit gefühlt und 
ihre Stammesnamen gekannt hatten. Ungefähr um das Jahr 950 kommt 
zum erstenmale in der Reichskanzlei Ottos der Gesammtname Teutonici 
vor, der dann im Laufe des Jahrhunderts mit Diotisci (d. h. volkstüm. 
lich) wechselt, woraus sich unser "deutsch" entwickelt hat. Und nicht 
den geringsten Anteil an dieser Einigung des Reiches und der Erwek- 
kung des nationalen Bewußtseins hat der damalige deutsche Klerus, 
besonders die Bischöfe, die ja von einem Mittelpunkte in die ver- 
schiedensten Teile des Reiches gingen und überall, wohin sie kamen, 
"dieselbe Bildung, gleiche Grundsätze der Verwaltung, gleiche kirchlich- 
politische Ansichten verbreiteten, und sie selbst blieben, wenn auch 
getrennt, in einem nahen, oft innigen Verhältnisse zu einander. "2) 
Aber nicht bloß für das geistige Wohl des Volkes waren die 
Bischöfe jener Zeit besorgt, sondern wohl wissend, daß, ist es um das 
leibliche Wohl gut bestellt, der Geist nur umso besser gedeiht, stellten 
sie sich auch ganz praktische Aufgaben in der Ausrodung der Wälder, 
Trockenlegung von Sümpfen, Hebung des Ackerbaues und Fruchtbar- 
machung von wüstem Land, und sie suchten auf alle Weise das Los 
ihrer Hörigen zu bessern. Besonders waren es die Städte, die sich 
ihrer Pflege erfreuten. Das zehnte Jahrhundert ist ja das Jahrhundert 
der Städtegründungen, besonders unter König Heinrich I. zum Schutz 
gegen die räuberischen Magyaren. In diesem Jahrhundert liegen auch 
die Keime der späteren eingentümlichen Entwicklung derselben, unter 
diesen Bisc höfen im zehnten Jahrhundert wurde der gute Grund gelegt, 
t). Giesebrecht, a. a. 0., S. 441. 
2). Oiesebrecht. a. a. 0., S, 330.
		

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auf dem dann die deutschen Städte im Mittelalter zu so herrlicher 
Blüte gediehen. Die deutschen Städte waren damals noch Komplexe 
von Wirtschaften mit vorwiegend ländlichem Charakter; ihre Mauern, 
das Zeichen einer Stadt, umfaßten Felder, Wiesen, Gärten und Wein- 
berge. Hauptsächlich erhoben sie sich an den Pfalzen des Königs und 
um die Kirchen, Klöster und Bischofsitze, die an den Stellen, wo 
christliche Martyrer gestorben, errichtet wurden. Sowohl der Hof 
it 
seinen Beamten, Dienern und Kriegern wie die höheren Geistlichen 
mit ihrer Hierarchie und Dienerschaft brauchten nun wieder. Kaufleute 
und Handwerker zur Herbeischaffung des nötigen Unterhaltes. Diese 
fanden sich auch sehr bald ein und begaben sich in den Dienst und 
Schutz derselben. pie Handwerker waren anfangs Leibeigene, weiche 
je nach ihrem Fach Innungen unter Aufsehern oder Meistern bildeten, 
die ihnen Unterhalt und Arbeitstoff lieferten; ihre Arbeiten waren aus- 
schließlich für die Herrn, den Hof oder die Geistlichkeit, bestimmt. 
Die Kaufleute waren frei. Die Abgaben und Dienste, welche diese zu 
leisten hatten, waren sehr gering und nicht drückend, ja nicht einmal 
persönlich, sondern gemeinsam. So z. B. .verrichteten die Kaufleute 
von Straßburg für den Bischof Botendienste und zwar auf dessen 
eigene Kosten. Auch die Verhältnisse der Handwerker besserten sich 
allmählig; sie leisteten dem Stadtherrn nur eine gewisse Abgabe und 
bezogen im übrigen den Ertrag ihrer Arbeit für sich. Diese Abgaben 
bestanden gewöhnlich auch in einer Frucht der eigenen Arbeit, jede 
Innung lieferte für die Bedürfnisse des Herrn von ihnen selbst erzeugte 
Arbeiten, wie, um bei Straßburg zu bleiben, die dortigen Kürschner 
die Felle und Pelze, die der Bischof benötigte, die Schuster Leder- 
futterale, die Schmiede Nägel etc. Nur mitunter kamen auch Leistungen 
vor, die mit dem Gewerbe der Pflichtigen nichts zu tun hatten und 
manchmal recht seltsam waren; so z. B. mußten die Weinwirte von 
Straßburg dem Bischof auf Verlangen die Aborte und Vorratskammern 
reinigen. I) 
Um diese ihre Städte zu heben, taten die Bischöfe alles 
Mögliche, sie schützten sie durch Erbauung von festen Mauern, Türmen 
und Toren, erwarben ihnen vom Könige Privelegien und Freiheiten, 
eigene Gerichsbarkeit, Münzrecht, Zollrecht, Marktrecht, hoben auf alle 
Weise Handel und Gewerbe und so gelangten die Bewohner in kurzer 
Zeit zu großen Wohlstand. Damals scheint das Sprichwortsich gebildet 
zu haben: Unterm Krummstab ist gut wohnen. Es kam daher gar 
nicht selten vor, daß sich Städte ganz freiwillig unter den Schutz der 
Bischöfe und Äbte stellten, 


1). ßarthold, Geschiphte der deutschen Städte. 


2
		

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			18 


Eine andere Hauptaufgabe sahen die Bischöfe und vor allem 
Bruno in der Reformation der Klöster und trafen sich hier mit den 
Anregungen, die von der französischen Benediktinerabtei Clugny ausging 
und auch in Deutschland schon einigen guten Boden gefunden hatte. 
Namentlich war es das Kloster Hirschau, das sich den Reformbestre- 
bungen vollständig anschloß und an dessen Schule der berühmte 
Meginrad lehrte. Daher fand auch das vom Hofe ausgehende wissen- 
schaftliche Streben in den verschiedensten Teilen des Reiches freudigen 
Nachhall, besonders in Sachsen, dem 
rsten Wirkungsfelde Brunos. 
Corvey an der Weser, eines der Klöster, deren Abt Bruno in seiner 
Jugend war, pflegte mit Eifer die Wissenschaften und besitzt auch den 
Geschichtschreiber Widukind aus dieser Zeit. Hersfeld blieb nicht 
zurück, FuIda, das im achten Jahrhundert so Großartiges geleistet, raffte 
sich auch jetzt wieder empor. In Süddeutschland glänzte vor allen 
anderen St. Gallen, dessen Ruhm als Kulturträger ja immer dauern 
wird. Schon einmal, und zwar am Ausgang des achten und Anfang 
des neunten Jahrhunderts, hatte es eine Blütenperiode ; bei dem allge- 
meinen, freien und lebendigen Zug, der jetzt durch die deutsche 
Geistlichkeit ging, blieb es wieder nicht zurück, sondern trat abermals 
in die ersten Reihen der Kämpfer für alles Edle und Schöne. Es sind 
hauptsächlich die Namen von Ek1ehard I. und Ekkehard 11., dem Erzieher 
Otto 11., nachher Dompropst von Mainz und Vorsteher der dortigen 
Schule, die unsere Aufmerksamkeit auf sich lenken. Ebenso berühmt 
sind Notker Labeo u. Notker Physikus. Mit St. Gallen wetteiferte in 
wissenschaftlichem Streben das Kloster Reichenau auf der Insel Rheinau 
im Bodensee. Ein noch empfänglicherer Boden waren aber die vielen 
Klöster, die damals neu gegründet wurden, besonders von den Mit- 
gliedern der königlichen Familie. Mit bestem Beispiele ging da voraus 
die Königinmutter Mathilde, deren größte Freude es ja war, fromme 
Stiftungen zu machen. Sie ließ "alle Jahre ihres Lebens sämmtlichen 
Klöstern ringsumher unzählige Geschenke zufließen und wohin der 
Weg sie in Person nicht führte, da war sie durch die überschickten 
Summen gegenwärtig mit ihrer vollen Hand. I) Ihr verdankten das 
Bestehen das Frauenkloster zu Quedlinburg, in welchem nur Nonnen 
aus den ersten Geschlechtern Sachsens sich befanden und später Ottos 
Tochter Mathilde Äbtissin. ward; ferner "setzte sie in Pöhlde eine 
Genossenschaft von Klerikern ein. Später erwuchs unter ihrer Fürsorge 
zu Quedlinburg eine Mönchsvereinigung im Tale und ein Nonnenstift 
auf dem Berge"2) und am Schlusse ihres heiligen Lebens stiftete sie 
"in Nordhausen ein Kloster, in welchem sie eine Schwesterschar zu ihrem 
und der Ihrigen Seelen p und Körperheil vereinigte, Vom Grund auf 


I) 2) Das ältere "Leben der Königin Mathildc",
		

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begann sie den Bau und so lange sie hienieden weilte, ließ sie ihm 
stets die mütterlichste Sorgfalt angedeihen und gewährte alles, was 
seiner Förderung ersprießlich schien." I) Und da sie das Ende ihres 
Lebens schon herannahen fühlte, so bat sie ihren Sohn, den Kaiser Otto, 
daß er die Sorge für die Vollendung des Stiftes übernehmen möge, was 
er auch nach ihrem Tode getreulich erfüllte. 
Nicht weniger freigebig als Mathilde war Otto der Große 
selbst, er gründete neue Klöster und beschenkte die schon bestehenden 
reichlich, besonders war er dem St. Morizkloster in Magdeburg, das 
er gemeinsam mit seiner ersten Gemahlin Editha gestiftet, zugetan. Hier 
verweilte er oft, um am Grabe der geliebten Gattin sich zu erholen 
von den Sorgen, die auf ihm lasteten, und sich neue Stärke für die 
bevorstehenden Kämpfe zu holen. 
Daß auch hierin Erzbischof Bruno nicht zurückstand, sondern 
vielmehr voranging, ist selbstverständlich. Er" baute an vielen Orten 
in seinem Sprengel Kirchen und Klöster teils von Grund aus, teils 
erweiterte er sie, wenn sie schon früher gegründet waren, oder stellte 
sie, wenn sie in Verfall geraten waren, wieder her." Eines der berühm- 
testen von Bruno gegründeten Klöster war das des hl. Pantaleon in 
Köln. Daß diese Klostergründungen für die Verbreitung und Vertiefung 
der Kultur in der damaligen Zeit von höchster Bedeutung waren, gestehen 
alle Historiker zu. Durch die Klöster fast allein wurde der Boden 
urbar gemacht und die Bewohner dann allmählig für die Zivilisation 
gewonnen. Durch die Klöster wurde uns erhalten, was wir von den 
bewunderten Schriftwerken des klassischen Altertums haben. Darum 
sagt auch der bekannte Kulturhistoriker Otto Henne am Rhyn, daß 
die Klöster ihrer Aufgabe, nach der Ausbreitung der Religion unter 
den auf tieferer Kulturstufe stehenden Völkerschaften die Bekehrung 
durch Begründung höherer Kultur zu sichern, in wahrhaft großartiger 
Weise gerecht geworden sind zu einer Zeit, wo außerhalb der Kloster- 
mauern selten Friede waltete. 
Im innigsten Zusammenhange mit dem wissenschaftlichen Stre- 
ben, das die deutsche Geistlichkeit im zehnten Jahrhundert beseelte, dem 
Verständnis und der Bewunderung, die man den Werken der Klassiker 
entgegenbrachte, und besonders den vielen Klostergründungen und 
Kirchenbauten steht das Aufleben der Kunst, in erster Linie der Bau- 
kunst. Natürlich war es der romanische Baustil, dem man sich zu- 
wandte und der in dieser Zeit seine ersten Blüten treibt. Die Baumeister 
und Künstler waren Geistliche, meist Benediktinermönche. Und 
wir können mit vollem Recht sagen, daß auch dieser Aufschwung 


1) Das ältere "Leben der Königin Mathilde".
		

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der Kunst ein Werk Brunos war. Denn er hatte das ganze höhere 
Streben in die Geistlichkeit der Zeit gebracht; nur dadurch waren sie 
fähig geworden, so Bedeutendes zu leisten. Außerdem bedarf die 
Kunst, um glücklich gedeihen zu können, vor allem Schutz und Unter- 
stützung; und diese fand sie am sächsischen Kaiserhofe nachdrücklich 
auch noch unter den Nachfolgern Ottos. 
Eines der ältesten Denkmale aus dieser Zeit ist die Kirche 
im Kloster Gernrode am Harz, das der fromme und tapfere Gero, der 
"Markgraf von Gottes Gnaden", wie er sich nannte, am Ende seines 
Lebens gründete; dann die Schloßkirche zu Quedlinburg, aus etwas spä- 
terer Zeit die Liebfrauenkirche zu Halberstadt, eine reine Pfeilerbasilika, 
die Liebfrauenkirche zu Magdeburg, die Wipertikirche bei Quedlinburg, 
die Kirchen von Klosterheinigen und zu Melverode bei Braunschweig. 
Ein sehr schönes Baudenkmal ist die vom obenerwähnten, kunstsinnigen 
Bischof Bernhard von Hildesheim gegründete Michaeliskirche in dieser 
Stadt. Und es wären noch eine ganze Reihe von Kirchenbauten aus 
dieser Zeit zu nennen, von welchen viele noch erhalten, andere aber 
erst mit vielfachen Änderungen auf uns gekommen sind; wieder andere 
sind im Lauf der Zeit zu Grunde gegangen. Sie zeigen alle den 
romanischen Baustil, oft noch die Basilikaform; aber fast überall zeigt 
sich auch schon ein eigentümlich germanischer Charakterzug. 
Mit den Kirchenbauten eng verbunden ist deren Ausschmückung 
und daher mußte notwendig der Aufschwung der Baukunst auch den 
der Skulptur und Malerei zur Folge haben; doch fällt dieser ganz na- 
türlich in eine etwas spätere Zeit. Von der Malerei ist fast alles zu 
Grunde gegangen; man kann höchstens den Deckenbildern in der vor- 
erwähnten St. Michaelskirche zu Hildesheim ein so hohes Alter zu- 
teilen. Sie stellen in acht Feldern den Sündenfall, Abraham, drei 
israelitische Könige, endlich Moses und Maria dar, eingefaßt von zwei 
Doppelreihen von Bildnissen heiliger Männer und von Verzierungen 
im romanischen Stil. Von anderen ähnlichen sind uns nur Nachrich- 
ten erhalten. Zu großer Blüte gelangte schon damals in Deutschland 
die Miniaturmalerei in den Handschriften, besonders den Evangeliarien, 
worin ja die frommen Mönche Meister waren. So ist jetzt noch er- 
halten ein Evangeliar, welches König Otto und seine Mutter MathiIde 
mit der eigenen Namensunterschrift an König Athelstan von England 
sandten, ungefähr aus dem Jahre 940; andere aus späterer Zeit befin- 
den sich in der k. Hof- und Nationalbibliothek in München, wohin sie 
aus dem Domschatze von Bamberg kamen. Manche von diesen Male- 
reien zeigen neben dem romanischen auch byzantinischen Einfluß, was 
ja nicht zu verwundern ist, da mit der fein gebildeten Prinzessin Theo-
		

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phano viele Griechen nach Deutschland kamen. Doch ist in den meisten 
Werken das Ringen nach Selbständigkeit bemerkbar, ein Abgehen 
von der steifen Art der Byzantiner und mehr direkte Nachahmung der 
Natur; besonders ist der Gesichtsausdruck meist von Deutschen her- 
genommen. Manchmal treten beide Richtungen neben einander auf, 
wie in dem Evangeliar des Klosters Echternach (jetzt im Museum zu 
Gotha), einem Geschenk Kaiser Otto II. und Theophanos, und in dem 
des früher erwähnten Erzbischofs Egbert von Trier (in der Stadtbiblio- 
thek zu Trier). Aber nicht bloß im Innern wurden diese Evangeliarien 
und Missale herrlich ausgeschmückt, sondern auch an den Einbänden 
derselben, den sog. Diptychen, wurden kunstreiche Elfenbeinschnitz- 
werke angebracht: Hervorragend sind die aus dem Domschatz zu 
Bamberg, unter welchen auch wieder einige auf byzantinischen Einfluß 
hindeuten, andere aber entschieden einen deutschen Charakter haben. 
Das erste Erzgußwerk in Deutschland seit den bronzenen To- 
ren am Münster Karl des Großen zu Aachen gehört auch dieser Zeit 
an; es ist die Türe am Dome zu Mainz von Erzbischof Willigis; sie 
ist aber noch ganz einfach und ohne alles Bildwerk, während die Werke 
des Bischofs Ber n hard von Hi) desh ei m, die größtenteils von sei n er 
eigenen Hand herrühren, schon einen ganz bedeutenden Kunstwert 
besitzen. Es sind das die Türen des inneren Eingangs zum Dom 
mit sechzehn Hochreliefs, acht Darstellungen aus der Geschichte 
der ersten Eltern und ebensoviel aus der Geschichte Christi, und dann 
eine Säule, für die St. Michaelskirche bestimmt, eine Nachahmung der 
Trajanssäule, mit 28 Gruppen aus dem Leben Christi. Das sowohl 
seiner Größe als seinem Inhalte nach ausgezeichnetste Werk dieses 
Zeitraumes, in welchem zuerst ein entschieden höheres Kunstgefühl 
sowohl in der Motivierung der Figuren als in der Wahl und selbt der 
Ausbildung der Formen sich kundgibt, ist der sog. Egsterstein I) An 
einer Wand in der Nähe von Detmold ist eine Grotte in den Felsen 
gehauen, wahrscheinlich bei der Verbreitung des Christentums als Ort 
zum Gottesdienste benützt, und an der Außenseite zwischen den Zu- 
gängen ist ein Relief, die Kreuzabnahme Christi darstellend, in erha- 
benen, beinahe lebensgroßen Figuren in den Felsen eingemeißelt. Es 
würde aber zu weit führen, auf die Darstellung selbst näher einzugehen. 
Alle' diese Bauten, Malereien und Schnitzereien beweisen, daß 
Deutschland, "wie es berufen und befähigt war, die Geschicke der 
Welt zu bestimmen, ebenso an Talenten allen Nationen Europas über- 
legen blieb und daß, während in den Heimatländern der Kunst, in 
Griechenland und Italien, diese teils in alten Formen gänzlich erstarrte, 


1) H. F. Massmann, der Egsterstein iu 'Vestfalen.
		

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teils in barbarische versank, in Deutschlad Werke entstanden, die von 
der Schönheit und Vollkommenheit der Antike nur um wenige Ent- 
wicklungsstufen entfernt sind. I) Und wir sehen in dieser Zeit "die 
Kunst in Deutschland auf einer Stufe der Entwicklung, zu welcher sie 
in Italien erst zwei Jahrhunderte später gelangte. "2) 
Wenn auch der Höhepunkt dieser Periode der Kunstentwicklung 
erst gegen Ende des zehnten und zu Anfang des elften Jahrhunderts 
zu setzen ist, so ist das Ganze doch klar und deutlich in seinem Keime 
vollständig ein Werk des hl. Bruno; denn er war es ja, der den neuen 
Geist am Hofe angeregt und von da durch seinen Klerus nach ganz 
Deutschland verpflanzt hatte. Daß die Kunst nicht sofort emporblühte, 
sondern erst allmählig nach einiger Zeit, entspricht ganz ihrem Wesen; 
sie erhielt sich daher auch noch länger fort, als der Glanz der Wissen- 
schaft schon wieder etwas erblaßt war. 
Nirgends zeigt sich aber der eigentümliche Einfluß Brunos 
deutlicher als in der Literatur jener Zeit. Dieser Einfluß ist aber bis 
jetzt in den verschiedenen Literaturgeschichten zu wenig beachtet 
worden. Der wackere Historiker Giesebrecht hat auch hier das Richtige 
getroffen, wenn er sagt: "Bruno hat dieser ganzen Literatur den Stem- 
pel seines Geistes aufgedrückt. . . . . Niemand verspürt mehr als oer 
Geschichtsschreiber des deutschen Volkes, welche Umwandlung in den 
Kulturzuständen damals vorging. Nachdem er aus dem Dunkel der 
Sagen sich plötzlich in der Karolingischen Zeit in das helle Licht der 
Geschichte versetzt sieht, umfängt ihn am Anfang des zehnten Jahr- 
hunderts abermals ein Dämmerlicht, in dem es unmöglich wird, Tatsache 
und Dichtung zu scheiden; die Überlieferung ist verworren, widerspre- 
chend, unvollständig und ohne Zusammenhang; mit der Mitte des 
Jahrhunderts aber erschließen sich ihm sofort gleichzeitige, zuverlässige 
Quellen, die den Gang der Dinge im großen und ganzen deutlich er- 
kennen lassen; der Boden wird fest unter den Füßen und nur selten 
hat er noch den unsicheren Grund der Vermutungen zu betreten." 
Drei Elemente haben zusammengewirkt zur Kultur des zehnten 
Jahrhunderts und damit grundlegend zur kulturellen Entwicklung 
Deutschlands überhaupt, das Christentum, die griechisch-römische Kul- 
tur und der deutsche Nationalcharakter. Und merkwürdig, gerade der- 
jenige Volksstamm, der, am Ende des achten Jahrhunderts noch ganz 
so lebend, wie Tacitus uns einst die Germanen geschildert, dem Chri- 
stentum den zähesten, nachdriicklichsten Widerstand entgegensetzte, der 
hat ein oder anderthalb Jahrhunderte darauf das Christentum von allen 


') Förster, Gcschichte der deutscaen KUDst , I. T' I S. 40. 
2) Förster, a. a. 0., S. 64.
		

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deutschen Stämmen am tiefsten erfaßt und sogleich auch ins Leben 
übertragen, im großen Gegensatze z. B. zu den Franken unter den 
Merowingern. Durch das Christentum aber, durch die Diener des 
Christentums, die Bischöfe, an ihrer Spitze Bruno, wurden die Deut- 
schen dann bekannt mit den Werken der Alten und lernten sie schätzen 
und bewundern. Die Sachsen waren es auch, bei denen das National- 
gefühl ammeisten ausgeprägt war und diese drei Elemente vereinigte 
und versöhnte Bruno und teilte diesen Geist seinen Bischöfen mit und 
diese wieder ihren Geistlichen, die mit dem gemeinen Volke in enger 
Verbindung standen. Und da die Literatur eines Zeitabschnittes immer 
das getreueste Abbild der Kultur ist, so ist in diesen dreien der Grund- 
charakter der Literatur des zehnten und der ersten Hälfte des elften 
Jahrhunderts ausgedrückt. Die Stoffe sind fast alle national deutsch, 
die Sprache ist die des Vergilius und der Geist des Christentums 
mildert, um was der deutsche Charakter noch zu derb und roh, die 
römischen Vorbilder aber zu leichtfertig, ja unsittlich sind. Christliche 
deutsche Könige trugen die Kaiserkrone Roms; deutsche Dichtung 
trug römisches Gewand. Dies war ja auch ganz natürlich; denn eben 
hatte man die alten Klassiker wieder kennen gelernt, studierte sie 
und bewunderte die Schönheit der Form und zwar nicht bloß am Hofe, 
sondern überall in Deutschland, wo an den Bischofsitzen Domschulen 
errichtet worden und die Klosterschulen wieder neu emporgeblüht 
waren. Und Kaiser Ottos Milde sorgte dafür, daß man überall in den 
Besitz der wertvollen Handschriften kam. Dieses Interesse für die 
Alten hegten nicht bloß die Männer, nein, auch die Frauen nahmen 
daran teil; in den Nonnenklöstern zu Quedlinburg und Gandersheim 
und jedenfalls auch in anderen las man Vergil und Terenz. Und die 
allgemeine Begeisterung machte bald kühn und man versuchte mit 
den Alten zu wetteifern; und so entstanden jene Werke, die unter dem 
Namen der lateinischen Hof- und Klosterdichtung bekannt sind. I) 
Mehrere dieser Gedichte erzählenden und sehr weltlichen In- 
haltes haben die Form kirchlicher Sequenzen, aber "den deutschen 
Ursprung bezeugen bei einigen schon die Namen der Melodien, auf 
die sie gedichtet sind, wie modus Ottinc, modus Liebinc, modus Carel- 
mannic etc." 2) Unter die bedeutendsten Dichtungen aus dieser Zeit 
gehört der Waltharius 3 ) von dem St. Gallener Mönch Ekkhard 1., dessen 
Lehrer Gerald ihm dabei half. Der Inhalt ist zu bekannt, als daß ich 
darauf weiter einzugehen brauchte. In diesem Gedichte herrscht noch 
'). Die meisten dieser Gedichte sind herausgegeben von J. Grimm u. A. Schmeller, 
die lateinischen Gedichte des 10. und 11. Jahrhunderts. Göttingen 1838. 
2). W. Wackernagel, Geschichte der deutschen Literatur. 
3). Neue Ausgabe von R. Piper, Leipzig 1873. 


..
		

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ganz die Strenge altgermanischen Heidentums vor, ja es zeigt sich noch 
eine gewisse Roheit, da die Helden, nachdem sie sich gegenseitig 
verstümmelt haben, dazu nur lachen; freilich spielt daneben auch schon 
urwüchsiger Humor hinein. In der Form suchte der Dichter ganz 
deutlich den Vergil nachzuahmen. Einen ganz anderen Charakter hat 
schon der Ruodlieb, I) der auch der Zeit nach etwas später anzusetzen 
ist; bei ihm zeigen sich schon "alle Reize idyllischer Zierlichkeit, 
anmutige und abenteuerliche Bilder, überlieferte Sage und freie Erfin- 
dung wechseln in bunter Reihe"2) und es durchweht die ganze Erzählung 
bereits der Geist eines verfeinerten höfischen Lebens und verleiht dem 
Gedichte ein ganz besonderes kulturhistorisches Interesse, da ja das 
höfische Leben kein anderes ist als das der späteren Ottonen. Die 
Form ist der leoninische Hexameter, für den Verfasser hält man den 
Mönch Fromund in dem bayrischen Kloster Tegernsee. Ein Gedicht 
aber aus dieser Zeit ist von großer Wichtigkeit, das wir leider nicht 
mehr besitzen, das aber unserem späteren deutschen Nationalepos 
als Grundlage gedient hat, ein lateinisches Nibelungenlied, das Bischof 
Pilgrim von Passau von einem Geistlichen, dem Meister Konrad, ver- 
fassen ließ. Wir wissen von der Existenz dieses Gedichtes durch den 
Verfasser der sog. "Klage", einer Fortsetzung des Nibelungenliedes. 
Alle diese Stoffe müssen damals lebendig im Volke gelebt haben 
und gesungen worden sein, von Walther und Hildegunde, von den Burgun- 
denkönigen und der schönen Krimhild, vom herrlichen Siegfried und dem 
grimmen Hagen und vom Hunnenkönig Etzel, an welch letzteren die 
Deutchen besonders in jener Zeit wieder erinnert wurden durch die 
Einfälle der Ungarn, die man ja meist Hunnen nannte. Im sechzehnten 
Jahrhundert berichtet Hund von Sulzenmos
) auch von einem Gedichte, 
das den Sieg Otto des Großen über die Ungarn am Lechfelde feierte, 
und er sagt, daß er selbst die Handschrift desselben noch besessen habe. 
"Und es muß," sagt W. Wackernagel, "aus diesem und angrenzenden 
Sagengebieten noch mehr lateinische Gedichte gegeben haben: nur so 
erklärt es sich, wie späterhin solche Persönlichkeiten derselben, mit 
denen die Dichtkunst freier zu schalten befugt war, die sie vielleicht 
gar erst erfunden hatte, öfters im gang lateinischer Namenbildung 
erscheinen. " J) Andere beliebte Dichtungsstoffe in dieser Zeit bot die 
'). Neue Ausgabe von F. Seiler, Halle 1'882 
2). W. Wackernagel, a. a. 0., S. 72. 
3). Metropolis Salzb., Ingolstadt 1582.: Autor fuit (nämlich Bischof Pilgrim von 
Passau) cuidam sui sacculi versificatori germanico , ut in rythmis gesta Avarorum et 
HunnoruIll Austriam supra Anasum (Enns) tune tenentium et omuem viciniam late de- 
praeuantiull1 celebraret, et 'luomodo hae Barbarae gentes ab Ottone Magno profligatae sinto 
4) Aldrian, Asprian, Cuprian, Nordian, Vilkinus, Osantrix etc.
		

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			- 25 


Tiersage dar, deren erste Spuren sich ja schon bei den alten Garmanen 
finden, I) und man erzählte da "von dem räuberisch gefräßigen Wolf, 
von der Hofhaltung des Löwen," dem der deutsche Bär als König 
der Tiere schon hatte weichen müssen, "von noch anderen Tieren und 
vom Fuchse, der sie alle zu überlisten und zumal den Wolf zu ver- 
derben weiß." 2) Es waren diese Stoffe besonders in den Klöstern heimisch 
und die Mönche scheinen sich selbst manchmal zur unschuldigen Unter- 
haltung in diese Tiergestalten vermummt zu haben. Zugleich hat es 
der Tiersage aber auch geschadet, daß Mönche ihre Bearbeiter waren, 
denn überall verschwindet das naiv Erzählende und statt dessen tritt 
die Didaktik ein, und der ganze Stoff muß dazu dienen, persönliche 
Beziehungen und zeitgeschichtliche Ereignisse satirisch einzukleiden. 
Frcilich sind dadurch manche dieser Dichtungen wieder kulturhistorisch 
wichtiger. Die älteste Behandlung der Tiersage ist die Ecbasis,:i) von 
einem lothringischen Mönche, in gereimten Hexametern; etwas späteren 
Ursprung haben die GedicWe von Alveradens Eselin, vom Priester und 
Wolf, vom Hahn und Fuchs, welche drei dadurch merkwürdig sind, daß 
sie in der Form lateinischer Kirchenlieder abgefaßt sind. Das Gedicht 
vom Priester und Wolf nennt sich selbstim Anfang eine iocularis can- 
ti 0, einen Scherzgesang, während in dem vom Hahn und Fuchs "die 
geistliche Gelehrsamkeit in einer breit ausgesponnenen mystischen An- 
wendung"
) sich geltend macht. Vielfach finden sich auch Rätsel aus 
dieser Zeit in Prosa und in Versen lateinisch aufgezeichnet, je- 
denfalls auch von Geistlichen, die an dieser bei den alten Germanen 
von jeher beliebten Unterhaltung Gefallen fanden. 
Ein e merkwürdige Erscheinung dürfen wir aber hier nicht über- 
gehen, die ohnehin nur zu oft schon eine ganz falsche B
urteihing 
erfahren hat, es ist dies die erste Dichterin Deutschlands, die Nonne 
Hrotsuitha
) von Gandersheim. Die Echtheit ihrer Werke ist vielfach 
angezweifelt worden, indem man als Hauptgrund anführte, daß ihre 
Dramen ganz außerhalb des Entwicklungsganges der deutschen Litera- 
tur liegen. Es erschien im Jahre 1867 eine Schrift von Professor 
Aschbach "Roswitha und Konrad Celtes," worin er behauptet, die Dich- 
tungen Hrotsuithas seien eine Fälschung des Humanisten Celtes und 
seiner Freunde. Aber bald haben Pertz und besonders Rudolf Köpke, 


. 


1). vgl. Jakob Grimm, Heinhard Fuchs. 
2). 'V. Wackernagel, a. a. O. 
3). EcbaRis captivi, neu herauRgegeben von E. Yoigt, Straf.\bnrg 1875. 
4). Wackernagel, Literaturgeschichte. 
5) Der Name der Dichterin wird auf die verschiedenste Weise geschrieben; ich 
halte mich daraIJ, wie sie ihn selbst schricb. Die jetzt allgemein gebräuchliche form 
"Roswitha" bt gänzlich verderbt.
		

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der bedeutendste Hrotsuithaforscher, in seiner Schrift "Hrotsvith von 
Gandersheim" die Echthe it derselben unwiderleglich nachgewiesen; 
der Dichterin ist aber dadurch, daß man ihre Werke für Arbeiten meh- 
rerer so berühmter Humanisten hielt, eigentlich das größte Lob erteilt 
worden. Wenn ich nun behaupte, Hrotsuitha stehe mit ihren Dichtun- 
gen mitten in der Entwicklung der deutschen Literatur, so werden mir 
wohl alle, die meioer Darstellung bis jetzt gefolgt sind, von selbst bei- 
pflichten. Hrotsuitha war Nonne im Kloster Gandersheim, dessen 
Gründung durch die Verfahren Otto des Großen sie selbst in ihrem 
epischen Gedicht "de primordiis coenobii Gandeshemensis" erzählt und 
ich habe schon erwähnt, daß in diesem Kloster der Geist, der am 
Hofe herrschte und von dort aus verbreitet wurde, getreulich gepflegt 
wurde, besonders als Gerberga, die Tochter Heinrichs von Bayern, des 
Bruders Ottos, Äbtissin war. Die Amtsführung Gerbergas war das 
goldene Zeitalter des Gandersheimer Stiftes. Wissenschaftliches Stre- 
ben, durchweht von tiefernster Frömmigkeit, Kunstliebe und Sittenrein- 
heit wohnten innerhalb der hohen Klostermauern, Hrotsuithas Schriften 
sind des Zeuge; denn die Dichterin lebte in jener Zeit, ihre Werke 
sind die Krone von allem, was in Gandersheim Gutes und Edles ge- 
schaffen ward. I) Die erste Lehrerin Hrotsuithas war die Nonne Rikkardis; 
in die römische Literatur aber führte sie die Äbtissin Gerberga selber 
ein; daher steht sie doch mitten in der Bildung jener Zeit und sie hat 
Vergil und Terenz, die sie beide gut kannte, nachgeahmt, ersteren in 
ihren epischen Gedichten, dem schon erwähnten von den Anfängen 
des Klosters Gandersheim und "die Taten Otto I. ", ferner in den acht 
Legenden, letzteren aber in ihren sechs Dramen. Und es fehlte diesen 
Dichtungen 'auch der andere Charakterzug der übrigen Literatur jener 
Zeit nicht, das Nationale; denn in den Epen behandelt sie ja die na- 
tionale Geschichte, unter ihren Legenden findet sich der deutscheste 
aller Dichtungsstoffe, die erste Behandlung der Faustsage im Theophilus, 
und ihre Dramen führen uns dem Namen nach wohl Römer, in Wirk- 
lichkeit aber nur deutsche Charaktere vor. Wenn sie uns z. B. in der 
"Bekehrung des Feldherrn Gallikan" an den Hof des Kaisers Konstan- 
tin versetzt, so ist es doch nur das Leben in der Kaiserburg zu Goslar, 
was wir vor uns sehen. Um so komischer nimmt es sich aber auch 
dann aus, wenn sie diesen ihren Personen Abhandlungen über Musik 
oder Arithmetik in den Mund legt, die sie selber aus Boethius entnommen, 
den man damals und während des ganzen Mittelalters außerordent- 
lich hochschätzte. Auf die einzelnen Werke näher einzugehen, würde 


') Ottomar Piltz, Einleitung zu den "Dramen .der Roswitha von Gandersheim". 
Reklam , U. B.
		

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zu weit führen. Hrotsuitha war eine bedeutende Dichterin; 
das beste Zeugnis dafür sind die Humanisten, die sie bewunderten 
und besangen, unter ihnen Kurfürst Dalberg von Mainz oder Trithe- 
mius der Chronist: 
"Lobt mir, 0 lobet Roswitha, die Jungfrau, die deutsche Poetin! 
Hätte Athen sie gezeugt, gäb eine Göttin es mehr." 
Ihre Werke gehören zu dem Schönsten. was die deutsche Poesie da- 
mals hervorbrachte. 
Man hat diese ganze Literatur, die Brunos Geist angeregt 
und die von Hofe treu gepflegt wurde, als undeutsch verschrieen, als 
römisch, man betrachtete sie als Rückschritt in der Entwicklung der 
deutschen Dichtung, doch mit Unrecht. Denn ihrem Inhalte nach ist sie 
ja vollkommen national und das lateinische Kleid nahm sie an zu 
einer Zeit, da die deutsche Sprache infolge ihrer Regellosigkeit in der 
Übergangszeit vom Althochdeutschen zum Mittelhochdeutschen für die 
Dichtung wenig geeignet war. Als es Zeit war, durchbrach sie die 
fremde Hülle und trat in eigenem Gewande auf. 
Nun haben wir noch eine ganz hervorragende Erscheinung 
des zehnten Jahrhunderts zu erwähnen, an der wieder Bruno haupt- 
sächlich beteiligt ist; es ist dies die Verbreitung des Christentums, die 
Missionen. Denn "eine Geistlichkeit, erfüllt von tapferem Glaubens- 
mute und hilfreicher Liebestätigkeit, wie sie sich damals in den deut- 
schen Ländern heranbildete, konnte auch dem Missionswerke nicht 
lange fremd bleiben. Und schon öffnete der König ihrer Wirksamkeit 
auch hier ein weites Feld." I) Im Norden besiegte er den kühnen Dä- 
nenkönig Harald Blaatand (Blauzahn) nach wiederholten schweren 
Kämpfen und hier, wo die Missionstätigkeit, wenngleich ohne bedeu- 
tenden Erfolg, doch nie ganz aufgehört hatte, errichtete er zur Sicherung 
des Christentums drei neue Bistümer, Schleswig, Ripen und Aarhhus 
und unterstellte sie dem Erzbistum Hamburg, dem Hort des christlichen 
Glaubens im Norden. Zum Schutze der nordischen Mission und Kulturar- 
beit errichtete Otto die dänische Mark und übertrug sie dem jungen, tap- 
feren Hermann Billung. Aber schon hatten sich auch die Wenden, die 
damals in geschlossenen Massen zwischen EIbe und Oder wohnten, 
erhoben, die aus früherer Zeit bestehenden Reste des Christentums 
vernichtet und fielen raubend und mordend in Sachsen ein. Aber auch 
sie wurden geschlagen und zum Schutze der Reichsgrenzen zwei Mar- 
ken errichtet, die nördliche und südliche, unter den bei den Markgrafen 
Hermann Billung und Gero, zwei strengen und tüchtigen Heerführern, 
die noch durch viele Jahre beständig mit den treulosen Feinden, die 


1) Giesebrccht, die deutsche Kaiserzeit, 1. B. S. 330.
		

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nie eine geschlossene Waffenruhe hielten, im Streit lagen. Auch die 
Böhmen, die unter ihrem Herzog Boleslav, dem Mörder seines Bruders, 
des hl. Wenzeslav, abermals in das Heidentum zurückgefallen waren, 
begannen allmählig Ottos Macht zu fürchten und unterwarfen sich 
ihm und stellten Geisel; Otto übertrug die Obhut des Landes seinem 
Bruder, dem Herzoge Heinrich von Bayern. Überall aber, wohin die 
starken Waffen des Königs drangen, folgten den deutschen Kriegern 
die deutschen Priester und erhöhten das Kreuz und verkündeten seine 
Lehre, bauten Gotteshäuser und gründeten christliche Gemeinden. Und 
mit der Lehre des Kreuzes verbreiteten sie in jenen Gegenden höhere 
Gesittung und Bildung; denn das ist die Eigenheit der Kreuzeslehre, 
daß sie alle Völker, welche sich ihr zuwenden, veredelt, seien sie noch 
so roh gewesen. Und in den neueroberten und neubekehrten Gegen- 
den "herrschten fortan deutsche Herren und deutsche Priester, deutsche 
Ansiedler kamcn in das Land und der Boden wurde unter deutsche 
Kriegsknechte verteilt. . . . Wälder wurden gelichtet, Sümpfe ausgetrock- 
net, Städte erbaut" I) und zur Sicherung und Befestigung der Religion 
wurden sogleich von Otto Klöster und Bistümer errichtet, so als Aus- 
gangspunkt für die Bekehrung der Wenden das Erzbistum Magdeburg, 
dessen Gründung ihm so viele Mühe kostete. Es wurden dem Erzbistum 
die Bistümer Brandenburg, Havelberg, Meißen, Zeit
 und Merseburg, 
die alle Otto selbst gestiftet hatte, unterstellt; zu diesem kam dann 
etwas später das zur Bekehrung Polens, das Otto auch zinspflichtig 
gemacht hatte, ge stiftete Bistum Posen. Selbst der Fürst der Ungarn, 
die noch vor kurzem der Schrecken ganz Deutschlands gewesen waren, 
ließ deutsche Glaubensboten in seinem Reiche zu und die russische 
Großfürstin Olga, die Witwe Jgors, des Sohnes Ruriks, die zu Konstanti- 
nopel im Jahre 957 die Taufe und den Namen Helena empfangen hatte, 
schickte Gesandte an den Hof Ottos und erbat sich einen deutschen Bi- 
schof lind Priester für ihr Volk, welcher Bitte der König auch willfahrte. 
So war Deutschland in jener Zeit der Mittelpunkt, von 
dem alle anderen Völker im Norden und Osten ihre Kultur er- 
hielten. Und der Hauptanteil an diesen Taten gebÜhrt dem sächsischen 
Volksstamme, vor allen dem edlen König Otto und seinem Bruder Bruno, 
dem "großen Bischof", wie der Geschichtschreiber Widukind von Corvey 
ihn immer nennt, und der ganzen sächsischen Königsfamilie. Und 
wie durch Gottes Fügung kam diese "ganze Gott teure Familie" noch 
einmal zusammen an einem Orte, in Brunos Bischofstadt Köln und 
feierte Pfingsten, das liebliche Fest. Im Frühjahr 965 kehrte Otto von 
seinem Römerzug, auf dem er die Kaiserkrone 'errungen, zurück nach 


') Giese brech t, a. a. C' .
		

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seinem geliebten Deutschland; zu Heimsheim begrüßten ihn seine 
Söhne, Erzbischof Wilhelm und der junge König Otto, in Worms sein 
Bruder Bruno, und in Köln waren schon die anderen Mitglieder der 
Familie versammelt, die Mutter Mathilde und die Schwestern Gerberge 
und Hedwig und die junge Tochter Mathilde und all die Neffen und 
anderen Verwandten und die Großen des Reiches. "Es war ein einzig 
schönes Fest des Wiedersehens nach langer Trennung und die alte Königin 
war der Mittelpunkt desselben. Alle ihre Kinder und Enkel umgaben sie 
hier noch einmal; man meinte, nie habe man soviel Macht und Größe ver- 
eint gefunden" .1) Selbst der greise Bischof Balderich von Utrecht, der Leh- 
rer Brunos, war gekommen; "er verneigte sich vor allen und segnete die 
königliche Versammlung. Darauf redete er die heilige Herrin Mathilde be- 
sonders an: Freue dich, verehrungswürdige Königin, die Gott mit solchen 
Gaben beehrt hat; nun siehst du deine Kinder und Kindeskinder! Wahrlich, 
in dir erfüllt sich das Wort des Psalmisten, der da sagt: der Herr wird 
dich segnen aus Sion, daß du siehest das Glück Jerusalems dein Leben 
lang und sehest deiner Kinder Kinder! "'1) Und nicht allein das königliche 
Haus feierte diese herrlichen Tage, sondern das ganze Volk feierte sie 
mit. "Es steht fest," sagt Ruotger, der Augenzeuge dabei war, "daß 
kein Ort jemals durch solchen Glanz, durch solchen Ruhm der in ihm 
versammelten Menschen jeglichen Geschlechtes, Alters und Ranges 
verherrlicht wurde. Diese Verbindung des ruhmreichen Kaisers und 
seines Bruders, des unvergleichlichen Erzbischofs Bruno, Gott in allem 
Willen und Werken treu und wert, dieses verbundene Streben, alles 
zu Nutzen und in Ehren zu regieren und auszuführen, diese heitere 
Gemeinschaft des Lebens und aller Geschäfte trennte allein der grau- 
same Tod, der furchtbare Tod, der nichtswürdige Tod." Ja, der Tod 
raffte nur zu bald eines nach dem andern hin, zuerst den Erzbischof Bruno. 
Er hatte sich nach Frankreich begeben, um seine in Zwiespalt gerate- 
nen Neffen zu vesöhnen, aber auf der Reise fing er plötzlich an zu 
kränkeln und starb darauf bald zu Rheims am 11. Oktober 965. 


Tief war der Eindruck und die Trauer, den die Nachricht vom 
Tode des geliebten Erzbischofs sowohl in seiner Diözese und seinem Her- 
zogtum Lothringen wie in ganz Deutschland hervorrief. Besonders war 
Kaiser Otto erschüttert, als er die Trauerkunde vernommen. Auch für 
die inneren Verhältnisse des Reiches war Brunos Tod nicht ohne Fol. 
gen, denn er hatte sie eigentlich alle geleitet. Das Erzkanzleramt ging nun 


'). Giesebrecht, a. a. 0., S. 473. 
2). Das jüngere "Leben der Königin Mathilde."
		

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			- 3Ö - 


ganz auf Ottos Sohn, Erzbischof Wilhelm über. Aber auch dieser schied 
nach kurzer Zeit aus dem Leben und unmittelbar darnach starb auch 
die Königin Mathilde; vier Jahre später folgte Otto seiner frommen 
Mutter. So katte der Tod, der grausame Tod sie alle bald dahingerafft. 
Das Feld aber, das sie bebaut und das schon unter ihnen herrliche 
Früchte gebracht, ward auch dann nicht vernachlässigt, sondern ihre 
Nachfolger Otto Il., Otto IIl. und Heinrich Il. der Heilige, pflegten es 
getreulich fort; die Saat Brunos reifte unter dieser Pflege immer schöner 
heran und wir müssen es bedauern, daß mit Heinrich..Il. der letzte die- 
ses großen Geschlechtes ins Grab gestiegen. 
Nun könnte vielleicht jemand den Vorwurf erheben, es seien 
die Lichtseiten dieser Zeit allzusehr hervorgehoben, die Schattenseiten 
aber verschwiegen worden. Denn das zehnte Jahrhundert sei ja ein 
Jahrhundert fortwährender Kriege und daher roh und barbarisch gewe- 
sen. Daß es tatsächlich aber nicht so roh und barbarisch war, glaube 
ich hinlänglich bewiesen zu haben. Freilich, Friede herrschte selten 
und die fortwährenden Kriege verursachten auch gar manches Elend. 
Aber umso größer erscheinen dann die Verdienste des Mannes, der 
trotz der ungünstigen Verhältnisse, trotz der beständigen Kriege solch 
großartige Erfolge aufzuweisen hat wie Erzbischof Bruno, auf den man, 
wie Giesebrecht sagt, immer wieder mit Bewunderung den Blick lenkt 
und der allzufrüh, im Alter von 40 Jahren, sein taten- und segensrei- 
ches Leben schloß. Mit Recht sagt daher Dr. Julius v. Jasmund : 
" Wenn Otto ein Reich schaffen konnte, groß und gewaltig, wie es des 
deutschen Namens würdig war, und seine kaiserliche Majestät so hoch 
aufrichtete, daß Frankreich und Italien, die Länder des Nordens und 
Ostens sich untertänig vor ihm beugten, so war es vor allem Bruno, 
der ihm ein solches Werk bereiten half. Gerecht aber ist es, daß, da 
Bruno wollte, "sein Ruhm solle qes Bruders Ruhm sein", die Ge- 
schichte zur Vergeltung mit des Bruders Ruhm den seinigen upzer- 
trennlich in lebendigem Andenken erhält"..) 



 
 
 


') Vorrede zu Ruotgers "Leben des Erzbischof Brullo" in der QneUensammlung 
nGeschichtschreiber der deutschen Vorzeit".
		

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			Scl1ulnacl1ricl1ten. 


4?W
		

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			Inhalt. 


. 


I. Der Lehrkörper. 
n. Der Unterricht. 
A. Religiöse Übungen. . 
B. DurchfÜhrung des I.ehrplanes. 
IH. Die Lehrmittel. 
IV. VerfÜgungen der vurgesetzten Behörden. 
V. Chronik des Gy
nasiums. 
VI. Die Schüler. 
A. VeI'Zeichnis der Schüler. 
B. Statistik der Schüler. 
C. UnterstÜtzung der Schüler. 
n. Kijrper- und Schulgesundheitspflege der Schüler. 
E. Kundmachung für das Schuljahr HJ02jHJ03.
		

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			I. t)ep behpkö
ep. 
A.. \?eränderungen 
Mit Beginn des Schuljahres 1901/1902 traten In den Lehrkörper 
neu ein: 


a. Der Supplent vom k. k. Albrecht-Gymnasium in Teschen 
Dr. Josef Sträßle und 
b. der Supplent vom k. k. II. Staats-Gymnasium in Czerno- 
witz Johann Pöcksteiner, die beide zufolge G.-R-Beschlusses vom 
14. Juni 1901 mit Genehmigung des k. k. Landesschulrates vom 4. Juli 
1901 Z. 1976 unter Zuerkennung der vollen Bezüge wirklicher Gym- 
nasiallehrer provisorisch in Verwendung genommen wurden. 
Der Supplent Dr. Josef v. Harrer wurde zufolge G.-R-Be- 
schlusses vom 20. Dezember 1901 mit Genehmigung des k. k. schles. 
Landesschulrates vom 15. Jänner 1902 Z. 109 zum wirklichen Lehrer 
ernannt und ihm gleichzeitig der Titel "Professor"verliehen. 
Mit dem Unterrichte in der Kalligraphie war an Stelle des 
resignierenden Prof. Gustav Weeber der Bürgerschullehrer Hermann 
Domes betraut. (Mag.-E. 5. Oktober 1901 Z.4437. L.-S.-R-E. 26. Nov. 
1901 Z. 4295). 
Im Turnunterrichte trat insofern eine Änderung ein, als mit 
Begi
 des II. Semesters eine dritte Abteilung ins Leben gerufen 
wurde, die unter der Leitung des Prof. Dr. Josef v. Harrer stand. 
(L.-S.-R.-E. 1. März 1902 Z. 897.) 




 


ß
		

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			-34 - 


B. Beurlaubungen. . 
Im abgelaufenen Schuljahre war der Supplent Dr. Josef v. HalTer mit Be- 
willigung des k. k. Landesschulrates vom U. Juli 1901 Z. 2328 behufs Ablegung der 
Lehramtsprüflmg vom Beginne des Schuljahres bis Ende Oktober 1001 beurlaubt. 
e. Stand des l>ehrkörpers und l>ehrfächerverteilung im 
Schuljahre 1901/1902. 
1. Für die obligaten Gegenstände: 


..- " 
1 Loh,.",,"- 

I.; I 
:a Name und Charakter Klasse c 
I 0: Anmerkung 
..... .. 
'" stand '5 c = 
N :0::1 'CI 
:itu; 0 
1 Eduard Bottek, Griechisch VII. 6 
- 
Direktor Logik VII. 
- f-- 
 - --- - - 
2 Dr. Josef v. Harrer, Latein IV.. VI. 16 IV 
Gymnasialprofessor Griechisch IV. 
- - 
Karl Koeppner, Kustos des 
Mathematik IV., V., VI., VII. 
3 Gym nasialprofessor, 19 VI physikalischen 
k. k. n. a. Lieutenant Physik IV., VII. Kabinetts 
- - 
Karl Skazel, Kustos der geogr.- 
Geschichte IV., V., VI., VII., hlst. Lehrmittel- 
4 Gymnasialprofessor Deutsch VII. 17 VIl sammlung, der 
Sohülerblbllothek u. 
Münzensammlung 
- - 
Ferdlnand Twrdy, Latein V., VII. Kustos 
6 16 V. der Lehrer- 
Gymnasialprofessor Griechisch V. bibliothek 
-- - - 
Gustav Weeber, Naturgesohlohte I., 11., IIL., v., VI. Kustos I 
6 1(, - des naturhist. 
Gymnasialprofessor Mathematik 1., 11., IU. Kabinetts 
- 
 - - -- - - - 
Dr. Juda Bergmann, I 
Rabbiner u. Prediger der Israelit. I.-IV. 
7 israel. Kultusgemeinde in 7 - 
Friedek u. Mistek, provo Religion .Abt. 
israel. Religionslehrer 
- - 
 - - - - 
P. Andreas Kuczera, Kathol. 1.. Il, m. 
B Erzpriester u. Stadtpfarrer IV., V., VI. 
in Friedek, f.-b. Kanzleirat, Religion 14 - 
provo Religionslehrer VII. 
- - 
9. Johann Pöcksteiner, Latein I. 
provo Gymnasiallehrer Deutsch I,.V. 15 I. 
- - - 
10 Franz Schmied, Latcin IlI. 16 III 
k. k. Professor i. Z. H., 
provo Gymnasiallehrer Griechisch In, VI. 
1- - 
-- - - - - 
Dr. Josef Sträßle, Geographie 1. 
11 Geschichte 11., IlI. 16 - 
provo Gymnasiallehrer Deutsch UI., VI. 
-- - - - - 
12 Josef Tiebl, Latein IL 15 n. 

I_ _provo Gymnasiallehrer Deutsch 11., IV. 
- -
		

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			- 35- 


2. Für die wahlfreien Gegenstände. 


.::a 

 11 Lehrgegen- 
 
 
Name und Charakter Klasse 
 
 Anmerkung 
..g"Ö 
stand ,;:, Q 
C r:::.B 
N [/J 
I Gustav Weeber, r. uud H. 
:1 Biihmisch 4 
Gymnasialprofessol' Abt. 
- - 
Karl Koeppner, Steno- I. und 1i. 
Gymnasialprofessor 4 
graphie Abt. 
k. k. n. a. Lieutenant 
- 
1. und Ir. 4 
Hermann Domes, Zeichnen 
3 Abt. 
BÜrgerschullehrer Kalligraphie 1. Abt. 2 
- 
Leiter der 
Rudolf Weber, 1. und. H. Jugendspiel 
4 Turnen 4 
V oIksschullehrer Abt. für das 
U ntergymnasi 
- - 
Leiter der 
5 Dr. Josef v. Harrer, Turnen Hr. Abt. 2 Jugendspiele 
Gymnasialprofessor fÜr das 
Obergymnasiu 
- - - - 
Johann Mietzel, I. und H. 
G Leiter der Musikschule Gesang 4 
Abt. 
in Friedek 
, 
- ----- -- 


e 


\11)] 


m 



..
		

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			11. t)ep tlnteppicht. 


A 'Religiöse Übungen. 
Am 19. September 1901 wurde zur Eröffnung des Schul- 
jahres in der Stadtpfarrkirche ein feierlkhes Hochamt zelebriert. 
An jedem Sonn- und Feiertage des Schuljahres wurde für 
die katholischen Schüler in der St. Jodocuskirche ein Gottesdienst ab- 
gehalten. der an den Sonntagen mit einer Exhorte verbunden war. 
Am 6. November wurden die Schüler zur Beichte und am 
7. November zur hl. Kommunion geführt. 
Am 24. und 25. März wurden die Oster-Exerzizien abgehalten; 
an diesen Tagen empfingen die Schüler auch das heilige Sakrament 
der Buße und des Altars. 
Am 29. Mai beteiligten sich die Studierenden unter Führung 
des Lehrkörpers an der feierlichen Fronleichnamsprozession. 
Am 9. Juli legten' die Schüler zum drittenmale im Schuljahre 
die Beichte ab und empfingen am Tage darauf die 
eil. Kommunion. 
Am 15. Juli, mit dem das Schuljahr geschlossen wurde, wohn- 
ten die Schüler in Begleitung des Lehrkörpers einem feierlichen Dank- 
amte in der Marienkirche bei. 
Die israelitischen Schüler waren verpflichtet, dem Gottesdienste 
ihrer Konfession beizuwohnen. 


B. TIurchführung des Gehrplanes. 
1. Die obligaten Fächer. 
Da die Durchführung des Lehrplanes genau dem Normallehr- 
plane entsprach, werden im folgenden nur die absolvierte Schul- und 
Privatlektüre, die Themen zu deutschen Auf5ätzen im Obergymnasium 
und der Lehrplan für die israelitische Religion angeführt. 
a. Absolvierte Lektüre 1901/1902. 

. Latei nisc he und griechi s che Sch ullektüre. 
III. Klasse Latein. Corno Nepos: 
iltiades, Themistoc1es, 
Aristides, Epaminondas, Pelopidas. Curtius Rufus: I, V, VIII, IX, X, 
Xl, XIII, XIV, XVI, XXX. (Schmied-Gehlen-Golling),
		

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			- 37 


IV. Klasse Latein. Caesar: De bell. Gall. (Prammer) I, IV, 
V. c. 26-37, VI c. 11-28. Ovid (Sedlmayer): Met. II, IV, V; Ju- 
gendged. V, Trist. IV. 
V. Klasse Latein. Livius (Golling): I, 1-54 XXI, 4, 6-15, 
21 (1-8), 26-38, 46-48, 52-56. Ovid (Sedlmayer): Met. V, XIV, 
XVII, XVIII, XX, XXII, XXV, XXXI. Jugendged. V; Fasti V, XI; 
Trist. VIII. 
Griechisch. Xenophon (SchenkI): Anab. I, II, III, VI, IX; 
Kyrup. I. Homer (Christ): Ilias I, 11, III. 
VI. Klasse Latein. Sa llust (Scheindler): Jugurtha. Cicero 
(Nohl): In Cat. I. Vergil (Golling): Ec1og. I, V; Georg. Lob Italiens, 
Lob des Landlebens ; Aen. I. Caes. bell. civ. (Paul-Ellger) III, 82 bis Schluß. 
Griechisch. Homer (Christ): Ilias III, VI, IX, XVI, XXII, 
XXIV. Herodot (Scheindler): VII 131-239, VIIl 40- -125. Xenophon 
(SchenkI): Kyrup. VII, IX, X. 
VII. Klasse Latein. Cicero: pro lege Manilia (Nohl), pro 
Archia poeta (Nohl), Laelius (Schiche). Vergil (Golling): Aen. II, 
IV, VI. 
Griechisch. D emosthenes (Bottek): Phi 1. I, 01. 11., Rede 
über den Frieden, Phil. III. Homer (Christ): Odyssee VI, IX, X, XII, 
XIII, XXIII. 
Anmerkung. Themen zur schriftlichen Übersetzung alls la- 
teinischen lind griechischen Autoren am Schlusse des I. lind 11. Sem. 
V. Klasse. Latein: 1. Sem. Liv. XXVI c.9 (teilweise). 2. Sem. 
Ovid Fasti XVII 12-32. 
Griechisch: 1. Sem. Xenoph. Hell. III, I, 1-12 ö(
)?7- 7-':rn,\i. 
13 (Ende). - 2. Sem. Homer 11. XVIII 58-80. 
VI. Klasse Latein: 1. Sem. Sall. bell. Jug. 97, 1-5 ab ho- 
stibus defensabant. - 2. Sem. Cic. prd' P. Sestio 

 6, 7 solitudincm 
sustentavit. 
Griechisch: 1. Sem. Homer Il. va 66-91. - 2. Sem. He- 
rodot IX 86, 87, 88. 
VII. Klasse. Latein: 1. Sem. Cic. de off. II. I, 2 bis Ende. 
2. Sem. Verg. Aen. V. 700-729. 
Griechisch: 1. Sem. Demosth. 01. III. 3-6 dfhj"t"z. 
(mit Auswahl). - 2. Sem. Homer Od. III 19-30, 34-52. 


[1. Kontrollierte Privatlektüre in der lateinischen und griechi- 
schen Sprache. 
IV. Klass e Latein. Caes. de bello Gall. II.: Gawlas, Kolarz. 
Caes. de bello Gall. III.: Klimosch, Mamula, Wanitschek. - Caes. de
		

/OGF01037.djvu

			- 38 - 


bello Gall. 11. u. III. 1-15: Elzer, Gold, Großer, Gruber, Niedermeyr, 
Teichner. - Caes. de bello Gall. 11. u. III.: Choroba, Lamberg, Lands- 
berger, Obermann, Palkowsky. 
V. Klasse Latein. Biolek: Caesar bell. Gall. VII. Ovid Met. 
9, 15 (Sedlmayer) - Ehrlich: Caesar bell. Gall. VII 1-5, 36-53, 
63-90. Ovid Eleg. 1, Metam. 11 - Gold: Ovid Fasti I, 6, 
2. - 
Grünberger: Ovid Met. 13. - Jaensch: Caesar bell. Gall. VII 1-5, 
36-47. - Kornfeld: Caesar bell. Gall. VII 1-30. Ovid Met. 19, 
12. - Koziel: Ovid Fasti 15, Met 9, 12. - Leschner: Caesar bell. 
Gall. VII 1-30. Ovid Fasti 5, 11, 15; Met. 7, 10, 11, 13, Ep. ex 
Ponto 3. - Lipavsky: Caesar bell. Gall. VII 1-5, 15-25; Ovid Met. 
9, Fasti 15.-Niederle: Caesar bell. GaU. VII; Ovid Met. 7, 10,12, 21, 27, 
29, 30; Fasti; I, 13, 15, 17. Eleg. I, 4, 7; ex Ponto 3. - Orel: 
Caesar bell. GaU. VII 1-5, 15-19. - Panek: Caesar bell. Gall. VII 
1-5, 15-21; Ovid Met. 19. - Pawlowsky: Ovid Met. 19. - Paseka: 
Caesar bell. GaU. VII 1-5/36-53, 63-90. - Pawlik: Caesar bell. 
GaU. VII 1-5, 15-36; Ovid Met. 13; Fasti 1. - Praschifka: Caesar 
bell. Gall. VII 1-5, 15-21. - Sojka: Caesar bell. GaU. VII 1
5, 
15-25; Ovid Met. 9, 10. 
V. Klasse Gri echisch: Biolek: Xenoph. Anab. IV (nach 
SchenkI), Kyr. III. - Ehrlich: Xenoph. Kyr. IV. - Gold: Xenoph. 
Anab. IV, Kyr. III. - Kornfeld: Xenoph. Kyr. III, Anab. V 1-18. 
- KozieI: Xenoph. Kyr. III, Anab. IV. 1-19. - Leschner: Xenoph. 
Anab. V 1-42; Kyr. III. - Lipavsky: Xenoph. Anab. 4, Kyr. III. _ 
Niederle: Xenoph. Anab. IV, Kyr. III. - Paseka: Xenoph. Anab. IV.- 
Pawlik: Xenoph. Kyr. III. - Sojka: Xenoph. Anab; Kyr. IV. 
VI. Klasse Latei n. Sall. bell. Cat.: Herlitschka, Kobierski.- 
Sall. bell. Cat. und Caes. de bello civ. 1.: Citron, Mojzischek, Nowak, 
Schindler, Schneider, Warzecha. - Caes. de bello civ. 1.: Kunz. _ 
Caes. de bello civ. 11.: Gottlieber, Grulich, Jurosch, Nohel, Wechsberg. 
- Caes. b. civ. III 1-30. Konecny aus Altstadt. 
VI. Klasse Griechisch. Konecny aus Leskowetz, Kunz, 
Miczek, Olschak, Peter, Sochatzi - sämtliche Hom. Ilias XII.- 
Citron, SchindIer, Schneider, Warzecha - sämtliche Hom. Ilias V, XII. 
- Gottlieber: Hom. Il. XII., Herod. I. 108-130. - Grulich: Hom. 
Il. XIX, XXI. - Herlitschka: Horn. 11. XII., Herod. I. 108-130, 204- 
214. - Jurosch: Hom. 11. XII., Herod. VII. 1-25. - Kobierski: Herod. 
11. 2, III. 1-3, 14-18, 39-43, 120-125. - Konecny aus Altstadt: 
Hom. Il. XII., Herod. I. 1-5, 23-24, III. 119. - Mojzischek: Herod. 
I. 108-130. - Nohel: Hom. Il. XXI. - Nowak: Hom. 11. IV, XII. _ 
Pogrzebacz: Hom. Il. V. - Wechsberg: Hom. Il. VIII.
		

/OGF01038.djvu

			- 39 - 


VII. Klasse Latein. Bischof: Livius XXX. - Choroba: Cicero, 
pro Roscio Amerino; Vergil, Aen. VIlI 608-731. - Dziekan: Cicero, 
pro Roscio Amerino. - Elzer: Livius VI 34, 35, 39-42. - Fajkos: 
Auswahl aus Catull, Tibull, Properz; Vergi1. Aen. IX 168-349. - 
Herz: Livius IV 1-7, VI 34, 35, 39-42. - Hluza: Cicero, pro Roscio 
Am. - Hochwälder: Cicero, pro Roscio Am. - Hribar: Cicero, in 
Verrem IV 1-20. - Kosielek: Cicero, in Catilinam 11. - Lubojatsky: 
Livius VI 34, 35, 39-42. Cicero, divinatio in Caeci1.; in Verrem IV 
1-32. - Matzenauer: Cicero in Verrem IV 1-20. - Nohel: Cicero, 
pro Roscio Am. - Pitfik: Auswahl aus Catull, Tibul, Properz.- 
Ploszek: Livius VI 34, 35, 39-42. - Sigmund: Cicero, pro Roscio 
Am. 1-40. - Tramer: Livius XXX 1-30. - Wagner: Cicero, pro 
Roscio Am. 1-15. - Wawreczka: Livius XXX 1-30. - Zajic: Ci- 
cero, in Catilinam 11. 
VII. Klasse Griechisch. Bischof: Demosth. 01. 11, IlI; Herod. 
I. 204-214. - Choroba: Demosth. 01. 11; Hom. Ilias XIX.Od. V. - 
Dziekan: Hom. 11. VIII. - Faikos: Demosth. 01. 11, IlI:; Hom. 11. X, 
XXIV, Od. I, V. - Herz: Demosth. 01. 11, IlI; Hom. 11. XXIV. - 
Hluza: Hom. 11. XII, Od. I. - Hochwälder: Demosth. 01. 11, III, Phi1. 
II. - Hribar: Demosth.01. II, Hom. 11. XII, Od. I. - Lubojatsky: De- 
mosth. 01. II, IlI, Phi1. 11. - Matzenauer: Demosth. 01. 11, Hom. 11. XII, 
Od. I. - Munk: Xenoph. Kyr. VII, Hom. 11. I. - Nawratil: Demosth: 
01. II, IlI. - Nikel: Xenoph. Kyr. VII. - Nohel: Demosth: 01, 11, 
Hom. 11. X. - Pitfik: Hom. 11. XIX, XXIV, Od. I. - Ploszek: De- 
mosth. 01. II. - Rohner: Demosth. 01. 11, III. - Schupina: Xenoph. 
Kyr. VII. - Sigmund: Hom. 11. VIII. - Taub: Demosth. 01. 11. - 
Tramer: Herod. I. 204-124. - Wagner: Demosth. 01. 11, Xenoph. 
Kyr. VII. 
 Wawreczka: Hom. 11. XII, XIV, XXIV. - Zajic: Demosth. 
01. 11, IlI; Od. I. - Zdieblo: Demosth. 01. II, Hom. 11. XXIV, Od. I. 


O{. Deutsche Lektüre. 
V. Klasse Schullektüre: Musterstücke nach dem Lesebuche. 
Häusliche Lektüre: Reineke Fuchs (Goethe), Luise (Voß). 
VI. Klasse. Schullektüre: Minna von Barnhelm, Nathan der Weise. 
(Lessing). 
Hä usliche Lektüre: Oberon (Wieland), deutsche Heldensage 
(Graeser), Frühling (Kleist), Emilia Galotti, Miss Sara Sampson, Ab- 
handlung über die Fabel (Lessing). 
VII. Klasse Schullektüre: Goethe "Jphigenie auf Tauris", Goethe 
"Torquato Tasso", Schiller "Jungfrau von Orleans", Shakespeare "Ju- 
li us Cäsar".
		

/OGF01039.djvu

			- 40 


Häusliche Lektüre: Herder "Cid", Goethe "Dichtung und 
Wahrheit", "Götz von Berlichingen", "Clavigo", "Egmont", Schiller 
"Räuber", "Fiesco", "Cabaleund Liebe", "Don CarIos", "Wallenstein" 
1. Teil). Shakespeare "Coriolanus", "König Lear". 


b) Themen Z1{ deutschen Aufsätzen am Obet'gymnasimn. 


V. Klasse. 
a. Schularbeiten. 
1. Die charakteristischen Merkmale der Ballade sind nach Goe- 
thes "Erlkönig" nachzuweisen. 
2. Das Wesen der Sage. (Mit Hinweis auf die Ähnlichkeiten und 
Unterschiede zwischen ihr und den verwandten Dichtungsarten). 
3. Großvaters Geburtstag. (Eine Idylle). 
4. Der Tag eines Jägers. (Erzählende Schilderung). 
5. Disposition und Gedankengang der zweiten Rede Philos in 
Klopstocks "Messias u. (IV. Ges.) 
6. Mein Dörfchen nach Abzug des Feindes. (Schilderung). 
7. Heimkehr. (Erzählende Schilderung). 
8. Gedankengang in Klopstocks Ode "Die Frühlingsfeier". 
9. Was lehrt uns Goethes "Adler und Taube"? 


b. Hausarbei ten. 
1. Mein Lieblingsplätzchen in den Ferien. (Schilderung). 
2. Prisca iuvent alios; ego me nunc denique natum 5ratulor. 


(Ovid). 


3. Sollen nicht die Dohlen dich umschrei'n, 
Mußt nicht Knopf auf dem Kirchturm sein. (Goethe). 
4. Ferro nocentius aurum. (Ovid). 
5. Ist Hagen ein gemeiner Mörder? 
6. Charakteristik der jüngeren Tullia. (Nach Livius 1., 46-48). 
7. Ostern, ein Fest der Auferstehung für die Natur und den 
Menschen. 
8. Pflug und Schwert. (Ein Vergleich mit besonderer Berück- 
sichtigung ihrer Bedeutung für die Gesittung der Menschen). 
9. Die charakteristischen Züge des Liedes, insbesondere des 
Volksliedes, sind nach den durchgenommenen Beispielen zu besprechen. 
VI. Klasse. 
a. Schularbeiten: 
1. Die Gaben des Herbstes.
		

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			- 41 - 


2. Inwiefern wird in Kriemhildens Traum die ganze erste 
Hälfte des Nibelungenliedes prophetisch verkündigt? 
3. Welche Bedeutung hat der vierte Gesang der Nibelungen 
für den Fortschritt der Handlung? 
4. Walther und seine Stellung zu Kaiser und Reich. 
5. Das Leben des Älplers. (Nach Hallers "Alpen "). 
6. Klopstocks Vaterlandsliebe. (Nach den gelesenen Oden). 
7. Die Vorfabel zu Lessings "Emilia Galotti". 
b. Hausarbeiten. 


I. Reise zu Fuß, 
Da verstehst du Menschengruß ! 
2. "Dö reit von Tronje Hagene zaller vorderöst, er was den 
Nibelungen ein helf1icher tröst". (a. N. N. XXV. Av.). 
3. "Das boeste, daz man erdenken kann, daz ist der unge- 
triuwe man." (Reinmar v. Zweter). 
4. Willst du, daß wir mit hinein, 
In das Haus dich bauen, 
Laß es dir gefallen, Stein, 
Daß wir dich behauen. (Rückert). 
5. "Im Leben ist Vergessen nicht die letzte Tugend". (Platen). 
6. Das Landgut. (Im Anschluß an Kleists "Frühling"). 
7. Klasse. 
a. Schularbeiten: 
1. Not und Sorge als notwendige Begleiterinnen des Men- 
schen auf seiner Lebensbahn. 
2. Inwiefern ist Herder berechtigt, die Volkslieder den ewi- 
gen Erb- und Lustgesang des Volkes zu nennen? 
3. Mit welchen Gründen sucht Demosthenes die Athener zu 
bewegen, den Olynthiern tatkräftige Hilfe zu leisten? 
4. Die Zwiespältigkeit der M3tive In Goethes "Torquato Tasso". 
5. .Für den Edlen ist kein höher Glück, als einem Fürsten, 
den er ehrt, zu dienen". (Mit Beziehung auf Österreich). 
6. Schillers Trauerspiel "Fiesco" "ein großes Gemälde des 
wirkenden und gestürzten Ehrgeizes". 
b. Hausarbeiten: 
1. Warum ist Lessings "Nathan der Weise" eine Predigt der 
religiösen Duldsamkeit? 
2. Wie schildert Herders Romanzenzyklus "Der Cid" den 
spanischen Volkshelden?
		

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			- 42 - 


3. Die Wahrheit der Worte Goethes "Alle menschlichen Ge- 
brechen sühnet reine Menschlichkeit" ist an dem Drama "Iphigenie 
auf Tauris" nachzuweisen. 
4. Das Tragische in Goethes "Iphigenie auf Tauris". 
5. Inwiefern kann Goethes "Götz von Berlichingen" das erste 
historische deutsche Drama genannt werden? 
6. "Des Lebens Mühe lehrt uns allein des Lebens Güter schätzen. " 
7. Inwiefern darf die Tragödie "Die Jungfrau von Orleans" 
eine romantische heißen? 


c. Redeübungen: 
Kirche und Staat vor tausend Jahren (Bischof). - Ein Säug- 
ling ist der Geist, Natur ist seine Amme, Sie lehrt ihn, bis er fühlt, 
daß er von ihr nicht stamme (Choroba). - Hoffnung und Erinnerung, 
zwei angenehme Begleiterinnen durchs Leben (Dziekan). - Die deut- 
sche Hansa (Elzer). - Hans Sachs (Fajkos). - Über die Bedeutung 
des Nibelungenliedes (Herz). - Der ethische Wert der Arbeit (Hluza). 
- Wenn etwas gewaltiger ist als das Schicksal, so ist's der Mut, der's 
unerschüttert trägt (Hochwälder). - Von den Wirkungen der Musik 
(Hribar). - Des Menschen Einfluß auf die Tierwelt (Kleinmann). - 
Die Namen sind in Erz und Marmor nicht so wohl verwahrt als in 
des Dichters Lied (Kosielek). - Über die Musik (Lubojatsky). - Rede 
eines Feldherrn an seine Soldaten vor der Schlacht (Matzenauer). - 
Lessings Bedeutung als Dramatiker (Munk). - Walther von der Vo- 
gelweide als Lyriker (Nawratil). - Der Krieg ist schrecklich wie des 
Himmels Plagen, doch er ist gut, ist ein Geschick wie sie (Nikel). - 
Die sittlichen Wirkungen des Theaters (Nohel). - Luthers Stellung in 
der deutschen Literatur (Panek). - Drei Dinge machen den Meister: 
Wissen, Wollen, Können (Pawelczak). - Voßens Verdienste um die 
deutsche Sprache und Dichtung (Pitfik). - Ein unnütz Leben ist ein 
früher Tod (Ploszek). - Der mythische und historische Kern des Ni- 
belungenliedes (Rohner). - Geschwisterliebe und Freundestreue in 
Goethes "Iphigenie auf Tauris" (Schmied). - Rede eines Feldherrn 
an seine Soldaten nach der Schlacht (Schupina). - Das Hildebrands- 
lied, ein Kleinod altdeutscher Dichtung (Sigmund). - Lessing als Kri- 
tiker (Süß). - Die römisch- deutschen Kaiser und das Kurfürsten- 
kollegium (Taub). - In der Eintracht liegt die Macht. (Mit Beziehung 
auf Österreich (Tramer). - Walther von der Vogelweide (Wagner). 
- Über die Bedeutung Hans Sachsens (Wawreczka). - Das Komische 
in Lessings "Minna von Barnhelm" (Zajic). - Vergleichung der 
"Iphigenie" Goethes mit der des Euripides (Zdieblo). -
		

/OGF01042.djvu

			- 43 - 


d. Israelitischer Religionsunterricht. 
4 Abteilungen. 
I. Abteilung, I. und 11. Klasse, wöchentlich 2 Stunden. 
a. Biblische Geschichte: Josua, die Richter. 
b. Pentateuch: Ausgewählte Stücke aus Ex	
			

/OGF01043.djvu

			- 44 - 


b. Freihandzeichnen. 


I. Abteilung, 2 Stunden wöchentlich: 
Das geometrische Ornament aus geraden und gebogenen Li- 
nien; einfache freie Ornamente; Umrisse antiker Tongefäße. 


11.. Abteilung, 2 Stunden wöchentlich: 
Zeichnen und Malen von Flachornamenten nach Tafelzeich- 
nungen und Vorlagen. Die perspektivischen Grundsätze. Perspektivi- 
sches Zeichnen nach geom. Holzmodell
n in Einzel- und Gruppen- 
aufstellungen, nach Gipsmodellen und antiken Tongefäßen. Kopfstudien 
nach Vorlagen und Gipsmodellen. 


c. Tu rnen. 


I. Abteilung, 2 Stunden wöchentlich: Bildung der Stirnreihe 
u. Flankenreihe, Richten, Öffnen; I/t u. 1 '2 Drehungen; das Neben- 
reihen ; Marschieren ohne und mit betonten Schritten. Dauerlauf bis 
3 Minuten. Einfache Arm- und Beintätigkeiten, Freispringen, Bock, 
Stütz übungen am Barren, Klettern, Steigen auf der schrägen Leiter. 
Langes Schwungseil. 


11. Abteilung, 2 Stunden wöchentlich: Reihungen und 
Schwenkungen der I. Ordnung. Zusammengesetzte Freiübungen, auch 
mit Stab und Hanteln. Übungen am Bock, Reck, Barren, Pferd, an 
Kletterstangen, wagrechter und schräger Leiter. Dauerlauf bis 5 Mi- 
nuten. Freispringen. 


III. Abteilung, 2 Stunden wöchentlich: Ordnungsübungen und 
Freiübungen, letztere mit Belastung der Arme durch Eisenstäbe und Hantel. 
Bock: Grätsche bei abgerücktem Brett. Pferd breit: Reitsitz, Schere, 
Kreisen eines Beines, Kehre, Wende. Pfe rd lang: Seitsitz, Spreitzaufsit- 
zen, Fechtsprung. Leiter wagrecht: Hangeln und Hangzucken mit 
Fortbewegung, Griffwechselübungen. Leiter schräg: Hangeln und 
Hangzttcken mit Fortbewegung, Armwippen. Reck: Reckunterschwung, 
Wellaufschwung, Wellumschwung, Felgauf- und umschwung, Kreuz- 
aufzug. Barren: Stützeln, Stützhüpfen, Schere, Wende, Kehre, Kreisen 
eines Beines, Überdrehen, Kletterübungen, Hoch- Weit- und Sturm- 
springen. Bockspringen. Spiele zur Vorbereitung für die Jugendspiele 
im Freien.
		

/OGF01044.djvu

			- 45 - 


d. Steno graphie. 
I. Abteil ung, 2 Stunden wöchentlich: 
Wortbildungs- und Wortkürzungslehre. Schreib- und Lese- 
übungen. 
11. Abteilung, 2 Stunden wöchentlich: 
Satzkürzungslehre. Übungen im Nachschreiben von Diktaten 
mit steigender Geschwindigkeit. Lektüre gekürzter Schrift. 


e. (je
ang. 


I. Abteilung, 2 Stunden wöchentlich: 
Lehre von dem Notensystem, den Tönen, deren Zeichen, 
Wert und Einteilung, die Taktarten. Die Intervalle, Erhöhungs- und 
Erniedrigungszeichen. Entwicklung der Tonleiter und der Tonarten 
C-, G-, D-, A-, F-, B- Dur, A-, E-, D-Moll. - Treffübungen, ein-, 
zwei- und dreisEmmige Lieder. 
11. Abteilung, 2 Stunden wöchentlich: 
Erzielung der Tonsicherheit durch Übungen im ein- und 
mehrstimmigen Gesange. Geistliche und weltliche Gesänge für ge- 
mischten Chor und Männerchor. 


f. Kalligraphie. 
In einer Abteilung, 2 Stunden wöchentlich: 
Die Kurrent- und Lateinschrift nach der Taktiermethode. 



 "@@'
		

/OGF01045.djvu

			In. t>ie behrmiffel. 


A.. L>ehrerbibliothek. 


Kustos: Professor Ferdinand Twrdy. 
a. Zuwachs durch Ankauf. 
1. Zeitschrift für die österreichischen Gymnasien, 1902. - 2. 
Monatsschrift für Gesundheitspflege, 1902. - 3. Berliner philologi- 
sche Wochenschrift, 1902. - 4. Bibliotheca philologica c1assica, 1902. 
- 5. Verordnungsblatt des k. k. Ministeriums für Kultus und Unter- 
richt. - 6. Historische Vierteljahrsschrift. - 7. Vierteljahrshefte für 
geographischen Unterricht. - 8. Geographische Zeitschrift. - 9 Wundt 
W., Logik. 3 Bde. - 10. Wundt W., Grundriss der physiol. Psycho- 
logie. - 11. Walther von der Vogelweide, hrsg. v. Fr. Pfeiffer. 
- 12. Aeschylos Orestie von Wecklein, 3. T. - 13. Tacitus, dialogus 
de oratoribus. Von Andresen. - 14. Euripides Werke v. Wecklein, 
5 Bde. - 15. Payot, Erziehung des Willens. - 16. Meyer E., Geschichte 
des Altertums. 4. Band. - 17. Mo m m sen T h., Römische Geschichte. 
Bde. I, 2, 3, 5. - 18. Windel band 
., Geschichte der alten Philo- 
sophie. (Aus J. Müllers Hdbch. f. klass. Altertumswissenschaft V). - 
19. Mayer Fr. Geschichte Österreichs. 2 Bde. - 20. Tacitus, Agricola 
v. Peter. - 21. Tacitus, Cermania von Baumstark. - 22. Tacitus, 
Germania v. Schweizer-Sidler. - 23. Neue-Wagner, Formenlehre der 
lat. Sprache. - 24. Krumbacher, Byzantin. Literatur. -25. Sitzler, 
Aesthet. Kommenta zu Homers Odyssee. - 26. Matthias, Schule, 
Unterricht und Er.dehung. - 27. Gottschall, die deutsche National- 
literatur des 19. Jahrh. - 28. Thesaurus linguae latinae. (Forts). - 29. 
Wilamowitz -Möllendorff, Griech. Lesebuch. 4 Bde. - 30. Neubauer- 
DiviS, Jahrbuch des höh. Unterrichtswesens. 1901 -1902. 


b. Zuwachs durch Schenkung. 
Von Herrn Prof. K. Skazel: 1. Sievers, Afrika. - 
Von Herrn Prof. Dr. J. v. Harrer; Kretschmann, Jagd, Duell, 
Ordepswesen.
		

/OGF01046.djvu

			- 47 - 


Von dem Schüler der VI. Klasse Oskar Landsberger: 3. Carus 
Sterne, Sommerblumen. Von der hochI. schles. Handelskammer: 
Statistischer Bericht über die volkswirtsch. Verhältn. Schlesiens. 


B. Schü\erbibliothek. 
Kustos: Professor Kar) Skaze). 
a. Zuwachs dltrch Ankw(f. 
1. Boissier, Cicero und seine Freunde. - 2. Bojesen-Rein, 
Handbuch der römischen Antiquitäten. - 3. Bratuschek, Germanische 
Göttersage. - 4. Dahn, Felicitas. - 5. Eichendorff, Werke 2 Bände.- 
6. Freytag, die Ahnen 6 Bände. - 7. Freytag, die verlorene Hand- 
schrift 2 Bände. - 8. Freytag, Soll und Haben 2 Bände. - 9. GelIert, 
Werke. - 10. Goedeke, Goethe und Schiller. - 11. Gregorovius, 
Euphorion. - 12. Hagen, Norika. - 13. Hager, Shakespeares Werke 
6 Bände. - 14. Hamerling, Germanenzug. - 15. Hehn, Kultur- 
pflanzen u. Haustiere. -16. Heinemann, Goethe.-17. Jäger, Weltgesch. 
4 Bände. - 18. KinkeI, Otto der Schütz. - 19. Kreißle, Franz 
Schubert. - 20. Lommel, Wind und Wetter. - 21. Manzoni, die 
Verlobten. - 22. Mörike, Idylle vom Bodensee. - 23. Oppel, Ka- 
pitän Mago. - 24. Pichler, Myrten .und Diademe. - 25. Roquette, 
Rebenkranz zu Waldmeisters silberner Hochzeit. - 26. R 0 q u e tt e, 
Waldmeisters Brautfahrt. - 27. Scheffel, Trompeter von Säckingen.- 
28. Schopper, Charakterbilder der allgemeinen Geschichte 3 Bände. - 
29. Soldan, Sagen und Geschichten der Langobarden. - 30. Stamm, 
Selbst ist der Mann. - 31. Starck, Nach dem griechischen Orient. 
- 32. Tegner-Viehoff, die Frithjof-Sage. - 33. TyndalI, das Licht. 
- 34. TyndalI, der Schall. - 35. Tyndall, das Wasser. - 36. 
Uhland, Herzog Ernst. - 37. Wägner, Nordisch-germanische Götter 
und Helden. - 38. Wallace, Ben Hur. - 39. Wychgram, Schiller. 
-40. Zwiedineck-Südenhorst, Wallenstein. 
b. Zuwachs durch Schenkung. 
Von H. Prof. Skazel: 1. C h ami s s 0, Peter Schlemihl. - 2. 
Fehleisen, Ferdinand Cortez. - 3. Fehleisen, Franz Pizarro. - 4. 
Horn, Der Leibhusar. - 5. Horn, Der Ostindienfahrer. - 6. Horn, 
Der Overseer. -7. Horn, Die letzte Ghazwah im Sudan. - 8. Horn, 
Ein Reiterheld. - 9. Horn, Ein Walfischfänger. - 10. Horn, Friede r 
ricis Kriegsfahrten. - 11. Horn, Vormund und Mündel. - 12. Lessing 
Emilia Galotti 2 Hefte. - 13. Lessing, Laokoon. - 14. Lessing: 
M
nna von Barnhelm. - 15. Lessing, Nathan der Weise 2 Hefte. -
		

/OGF01047.djvu

			---=- 48 - 


16. Noe, Der Wildgärtner von Heiligenblut. - 17. Noe, Die Pionniere 
der Unterwelt. - 18. Scott-Fricke, Quentin Durward. - 19. Seydel, 
Hermanfned und Amalberga. 
 20. V e rn e, Abenteuer von drei Russen 
und drei Engländ'ern in Südafrika. - 21. Verne, Drangsale eines Chi- 
nesen in China. - 22. Ve rne, Reise um den Mond. 
Von H. Prof. Dr. von Harrer: 23. Zöhrer, Das Kaiserbuch. 
Von H. Prof. Dr. Sträßle: 24. Brassey-Heims, Eine Segel- 
fahrt um die Welt. 
Von einem Ungenannten: 25. Aus bewegten Tagen 2 Hefte. 
Von einem Ungenannten: 26. Hoffmann, Das wahre Glück. 
Von dem Schüler Alois Demel der 1. Klasse: Georg, Die 
schönsten Märchen aus 1001 Nacht. - 28. Das Felsenriff. - 
Von dem Schüler Franz Foldyna der 1. Klasse: 29. Frankl, 
Epische Gedichte I. Band. - 
Von dem Schüler Johann Haschek der 1. Klasse: 30. Baier- 
lein, Jan Kattegat, der Schiffsjunge. - 31. Defoe, Robinson Crusoe. 
- 32. Hoffmann, Der Bekehrte. - 33. Hoffmann, Der Goldsucher. 
- 34. Hoffmann, Der Schatz des Inka. - 35. Hoffmann. Der 
Schein trügt. - 36. Hoffmann, Frisch gewag1; ist halb. gewonnen. - 
37. Hoffmann, Im Schnee begraben. - 38. Hoffmann, Jeder ist 
seines Glückes Schmied. - 39. Hoffmann, Schmulche-Leben. - 40. 
Hoffmann, Zigeunerfriedel. 
 41. Höcker, Bei den Dragonern. - 
Von dem Schüler Franz Heckl der 1. Klasie: 42. Jugend- 
gartenlaube 4. Band. - 
Von dem Schüler Wilhelm Jelel1 der 1. Klasse: 43. Schmidt, 
Die Türken vor Wien. - 
Von dem Schüler Friedrich Krisch der 1. Klasse: 44. Colshorn, 
Der Dec1amator. - 45. Loewicke, Rätselschatz. - 46. Lossius, Gumal 
und Lina. - 47. Pichler, Aus der Zeit der deutschen Kleinstaaten. 
- 48. Pichler, Die Kaiserbraut. - 
Von dem Schüler Rudolf Masanetz der 1. Klasse: 49. Baron, 
Geschichte eines jungen Malers. - 
Von dem Schüler Leopold Singer der 1. Klasse: 50. Goebel, 
Der hörnene Siegfried. - 
Von dem Schüler Erwin Wels der 1. Klasse: 51. Hahn, Ein 
nachgeborener Sprosse des Hause
 Habsburg. - 52. Jerusalem, 
Alexandfr des Großen Leben und Taten. - 53. Kopetzky, Graf 
von Starhemberg. - 
Von dem Schüler Friedrich Czajanek der 2. Klasse: 54. Weißen
 
11Ofer, Schwedenpeter. - . 
Von dem Schüler Karl Göbel der 2. Klasse: 55. Müller, 
Ejne Reise nach China und Japan, -
		

/OGF01048.djvu

			49 - 


Von dem Schüler Ernst Kolban der 2. Klasse: 56. Slama, 
Österreichisch-Schlesien. - 
Von dem Schüler Benno Landsberger der 2. Klasse: 57. Goethes 
Werke 9. Band. - 58. Schillers Werke 7. Band. - 59. Streckfuß, 
Theodor Körners sämtliche Werke. - 
Von dem Schüler Josef Le.gerski der 2. Klasse: 60. Schmid, 
190 kleine Erzählungen für die Jugend. - 
Von dem Schüler Erwin Mirsch der 2. Klasse: 61. Berger, 
Münchhausens Abenteuer, Till Eulenspiegels lustige Schwänke. - 62. 
Hoffmann, Emin Pascha. - 63. Lehrreiche Erzählungen für die liebe 
Jugend. - 64. Mund, Die beiden Reichenstein. - 65. Robinson 
Crusoe. - 66. Schmid, Vier Erzählungen. - 
Von dem Schüler Alfred Weiß der 2. Klasse: 67. Horn, Vor- 
mund und Mündel. - 68. Schmid, Ludwig der kleine Auswanderer. 
Von dem Schüler Wilhelm Winkelhöfer der 2. Klasse: 69. 
Cooper, Der Spion. - 
Von dem Schüler Alois Beer der 3. Klasse: 70. Höcker, Das 
Geheimnis der alten Zigeunerin. - 
Von dem Schüler Otto Bick der 3. Klasse: 71. Ein nächtlicher 
Fund. - 72. Höcker, Die Sünde ist geschrieben mit eisernen 
Griffeln. - 
Von dem Schüler Josef Gwuzdz der 3. Klasse: 73. Höcker, 
In der Schule des Schicksals. - 74. Pütz, Die Tochter des Marquis. - 
Von dem Schüler Karl Uher der 3. Klasse: 75. Goebel, 
Rübezahl. - 
Von dem Schüler Philipp Wechsberg der 3. Klasse: 65. May, 
Durch die Wüste. - 
Von dem Schüler Ernst Lamberg der 4. Klasse: 77. Cooper- 
Trautmann, Der rote Freibeuter. - 78. Griesinger, Mit Kleinem 
fängt man an. - 79. Hoffmann, Lebenswege. - 
Von dem Schüler Oskar Landsberger der 6. Klasse: 80. Nansen, 
In Nacht und Eis, 2 Bände. - 
Von dem Schüler Otto Lichtenstern der 6. Klasse: 81. Goethe, 
Hermann und Dorothea. - 82. Goethe, Mahomet. - 83. Mohl, 
Seltsame Geschichten. - 84. Schiller, Don Carlos. - 85. Schiller, 
Fiesco. - 86. Schiller, Jungfrau von Orleans. - 87. Schiller, 
Wallenstein. - 88. Schiller, Wilhelm Tell. - 
Von dem Schüler ViktQr Olschak der 6. Klasse: 89. Emmer, 
LJnser Kaiser.
		

/OGF01049.djvu

			- 50 - 


e. C3eographisch-historische L>ehrmitteL 
Kustos: Professor Karl Skazel. 
a. Zuwachs durch Ankauf. 
1. Hauer, Geologische Karte von Österreich-Ungarn. - 2. Le 
Monnier, Sprachenkarte von Österreich-Ungarn. - 3. Schober, Schul- 
wandkarte von Mähren und Schlesien. - 4. Kiepert, Rußland (physi- 
kalisch). - 5. Kiepert, Alt-Latium. - 6. Kiepert, Alt-Kleinasien. - 
7. Kie pert, Reiche der Perser und Makedonier. - 8 Geistbecks Land- 
schaftsbilder: Königssee, Norwegischer Fjord. - 9. Lehmanns Charak- 
terbilder: Drei Zinnen, Rheinfall, Thüringerwald, Erzgebirge, Dünen, 
Kaiser Wilhelm-Kanal, Marschlandschaft. - 10. Cybulsky: Plan der 
Stadt Rom, 2 Tafeln. - 11. Langl: Philä, Luxor, Edfu, Tor in My- 
kenä, Tempel auf Ägina, Via Appia, San Marco, Löwenhof in der Al- 
hambra. - 12. Lohmeier: Schlacht im Teutoburger Wald, Goten- 
schlacht am Vesuv, Mailänder vor Friedrich Rotbart, Gustav Adolf bei 
Lützen. - 13. Luchs: Lessing. - 14. Seemann: Lionardo, Heil. 
Abendmahl; Standbild Goethes und Schillers. 


'(). Naturhistorische L>ehrmittel. 
Kustos: Professor Gustav Weeber. 
a. ZW/'achs durch Ankauf. 
Zoologie: Injektionspräparate von Sciurus und Esox; Blatt- 
schmetterling; Torfplatten; 12 Präparatengläser. 
B ota ni k: Magnesiumsulfat, Phloroglucin, Anilinsulfat, Ätzkalk, 
Kaliumsulfat, Calciumphosphat, Venetianischer Terpentin, 12 dickwandige 
Eprouvetten, 1 U-förmige Glasröhre. Außerdem wurden 46 Abbildun- 
gen einheimischer Pflanzen aus dem Atlas von Zippel als Wandtafeln 
adjustiert. 


b. Zuwachs dur.ch Schenkung. 
Zoologie: Von Herrn Oberförster Julius Lipavsky in Alt- 
stadt: 1 Hausmarder. Von Herrn Bezirksschulinspektor Joh. Prochazka 
in Mistek: 1 Meerspinne, 1 Steckmuschel, 1 Venusfächer. Vom Herrn 
H. Horaczek in Friedek: 1 Ohrenfledermaus. 
Von Schülern der Anstalt spendeten Mojzischek Leo (6. Kl.) ein 
Rehgeweih ; Havran Kar! (4. Kl.) I Rohrdommel, I Lappentaucher, 1 
Fischreiher; Beer Alois (3. Kl.) 1 Scampo; Gwuzdz Josef (3. Kl.) I 
zerlegbare Abbildung des menschlichen l\örpers; Landsberger Benno
		

/OGF01050.djvu

			- 51 


(2. Kl.) I Säge vom Sägefisch; Krisch Friedrich (1. Kl.) I Insektenka- 
sten mit Glasdecken, 28 Postamente aus Eichenholz mit Messingstäben 
zum Aufstellen von Conchyliengehäusen. 
Botanik: Vom Herrn Hüttenmeister Karl Fuhrmann in Karls- 
hütte: 45 Tange aus dem Quarnero. 
Mineralogie: Vom Kustos 3 Symmetriemodelle. Zur Berei- 
cherung der Mineraliensammlung trugen bei die SchÜler: Frenstacky 
Oswald (2. Kl.) Tropfstein, Krisch Friedrich (1. Kl.) 2 Ammoniten, 
Haschek Johann (1. Kl.) I Amethyst, I Granat, I Kalzit. 


E. Gebrmittel für den mathematischen Unterricht. 
Kustos: Professor Karl Koeppner. 
Zuwachs durch Schenkung. 
1 Dreikant mit Polarecke vom Sextaner Viktor Czerny. 


F. Physikalische L>ehrmittel. 
Kustos: Professor Karl Koeppner. 
Zuu'achs durch Ankauf. 
Wärmelehre: 1. Maximum-Mininum-Thermometer nach Ru- 
therford. 2. Psychrometer nach August. 
Chemie: Chemische Wage mit Nebenapparaten nnd Präzi- 
sionsgewichten. 2. Hofmanns Wasserzersetzungsapparat. 3. Bunsens Eu- 
diometer. 4. Apparat zur Gewinnung des Stickstoffes aus der Luft. 5. 
Quecksilberwanne. 6. Bunsenbrenner. 7 Pneumatische Wanne. 8. Che- 
mikalien. 
Elektrizität: 1 Wimshurst'sche Influenzmaschine. 2. Schulgal- 
vanometer mit Tangentenbussolenring. 
Mechanik: 1. Noniuslineal. 2. Quadrat mit Nonius. 3. Modell 
der Dezimalwage. 4. Bohnenbergers Maschine. 5. Schmidts Kreisel. 6. 
Endosmometer. 7. MarioUe's Flasche. 8. Aerodynamisches Paradoxon. 
9. Hydrostatischer Universalapparat. 10. Schrauben mit scharfem und 
flachem Gewinde. 11. Schraube ohne Ende. 12. Keil. 
Ce bra uch sgegenstände: Bechergläser. Flaschen mit einge- 
riebenen Stöpseln. Löffel. Kautschukröhren. Lakmuspapier. Jodkalium- 
stärkepapier, Glasplatten. Wasserflaschen. Kochflaschen. Korke. Etiketten, 
Verbindungsklemmen.
		

/OGF01051.djvu

			- 52 


G. L>ehrmittel für den Zeichenunterricht. 
Kustos: Fachlehrer Hermann Domes. 
Zuwachs durch Ankauf. 
1. Storck's figurale Vorlageblätter. 3. Lieferung. - 2. Bargue 
et Gerome, cours de dessin. 15 BIt. - 3. Thieme, Skizzenhefte für 
Anfänger I. II. - 4. Eisernes Stativ für Draht- und Holzmodelle. - 
5. 3 Holzmodelle. - 6. 6 Gipsmodelle. 


jt. L>ehrmittel für den Gesang. 
Zuwachs durch Ankauf. 


Caecilia. Orgelbuch von Tschauder. 


I. Münzensammlung. 
Kustos: Prof. Karl Skazel. 


Zuwachs durch Schenkung. 
1. Von Herrn Bürgerschul-Direktor Fitz 10 Silbermünzen und 
5 Kupfermünzen. 
2. Von Herrn Landesgerichtsrat Wanitschek I Kupfermünze. 
3. Von Herrn Prof. Skazel 2 Silbermünzen, 19 Kupfermünzen. 
4. Von Herrn Verwalter Krisch, Karlshütte, I Papiernote. 
5. Von Herrn Lorenczuk, Troppau, 5 Silbermünzen, 20 Kup- 
fermünzen, 4 Papiernoten. 
6. Von dem Schüler Josef Kofinek der 1. Klasse I Silbermünze 
und I Kupfermünze. 
7. Von dem Schüler Josef Kramer der 1. Klasse 4 Kupfer- 
münzen. 
8. Von dem Schüler Leopold Pakosta der I. Klasse 5 Kupfer- 
münzen. 
9. Von dem Schüler Hermann Wadas der 1. Klasse I Silber- 
münze und 2 Kupfermünzen. 
10. Von dem Schüler Johann Wo stall der 1. Klasse I Kup. 
fermünze. 
11. Von dem Schüler Josef Foglar der 2 Klasse 2 Silbermün- 
zen und 2 Kupfermünzen. 
12. Von d
t1} SchWer Josef Grünberger der 2, Klasse 2 Kup. 
fermünzen,
		

/OGF01052.djvu

			- 53 - 


13. Von dem Schüler Adolf Krautmann der 2. Klasse 2 Sil- 
bermünzen und 4 Kupfermünzen. 
14. Von dem Schüler Rudolf Schnapka der 2. Klasse 2 Kup- 
fermünzen. 


15. Von dem Schüler Leo Sigmund der 2. Klasse 2 Silber- 
münzen und 3 Kupfermünzen. 
16. Von dem Schüler Alfred Weiß der 2. Kl. I Kupfermünze. 
17. Von dem Schüler Wilhelm Winkelhöfer der 2. Klasse 
Silbermünze. 
18. Von dem Schüler Otto Bick der 3. Klasse 2 Kupfermünzen. 
19. Von dem Schüler Josef Litterak der 3. Klasse I Kupfer- 


münze. 


20. Von dem Schüler Friedrich Müller der 3. Klasse I Kup- 
fermünze. 


21. Von dem Schüler Artur Reik der 3. Klasse I Papiernote. 
22. Von dem Schüler Josef Rysy der 3. Klasse: 1 Kupfermünze. 
23. Von dem Schüler Johann Silberbauer der 3. Klasse 2 
Kupfermünzen. 
24. Von dem Schüler Karl Uher der 3. Kl. 2 Kupfermünzen. 
25. Von dem Schüler Viktor Elzer der 4. Klasse I Kupfer- 


münze. 


26. Von dem Schüler Oskar Landsberger der 6. Klasse I Sil- 
bennünze. 
27. Von dem Schüler Friedrich Hribar der 7. Klasse 16 Sil- 
bermünzen, 33 Kupfermünzen, I Papiernote. 
28. Von dem Schüler Karl Nohel der 7. Klasse 5 Silbermün- 
zen, 6 Kupfermünzen, I Papiernote. 


11. Für den 'Betrieb der Jugendspiele. 


Zuwachs durch Ankauf. 
1. Ein Prellballspiel. 
2. Ein Cricketspiel.
		

/OGF01053.djvu

			- 54 - 


h Stand der L>ehrmittelsammlungen am Schlusse des 
Schuljahres 1901/1902. 


LehrbiblIothek. 
a. Schriftwerke. 


I. Enzyklopaedie . Zuwachs 4. Num. 1 Bande 4.0 Hefte; Stand: 18 Nnm. 21) Bände 430 Hefte 
2. 
pilosophie und . ) 3 5 " 46 58 
Asthetik . . . ) " " " , " " " " 
3. Paedagogik . " 1 " 3 " , " 27 48 33 
4. Religion " " " " , " I I 
5. Klass. Philologie 9 " 22 " " , ,,305 "351 " 105 " 
6. Moderne Philologie " 2 " 5 " " , " 83 " 197 16 " 
7. Erd- u. Länderkunde " 1 " I " 1 " , " 22 " 30 8 " 
8. Allgem. Geschichte " 2 5 " " , " 36 " 86 4 " 
9. Oesterr. Geschichte I 2 " " , " 8 " 17 " 69 
10. Mathematik . " " " , " 10 10 5 " 
11. Naturgeschichte . " I " 1 " " , " 25 " 36 2 " 
12. Physik . . " , " 9 " 21 " " 
13. Künste . " , " I I " 
14. Bau- und Jngenieur-) 1 1 
wissenschaften . ) " , " " 
15. Verkehr-, Handel- u.) I I 6 6 
In d ustri ewissenschaften) " " " " , " 
Summe . " 25 " 46 40 " ,,598 ,,889 " 672 


Karten . 
Mappen . 
Blätter 
Tafeln 


b. Karten, Mappen, Blätter, Tafeln. 
. Zuwachs -, Stand 21 
. Zuwachs -, Stand 3 
. Zuwachs -, Stand 47 
. Zuwachs -, Stand 10 


SchülerbiblIothek. 


Nummern 
Bände . 


. Zuwachs 132, Stand 406 
. . . . . . . '. . . Zuwachs 151, Stand 439 


Geographie und Geschichte. 


Wandkarten 
Relief . . . 
Globen . . 
Armillarsphaere 


" - , 
" - , 
" -, 


Stand 50 
I 
2 
1 


" 


. Zuwachs 7; 


"
		

/OGF01054.djvu

			, 
55 


Stereoskop . . 
Photographien 
Wandtafeln. . 


" 


-, 


" I 
" 17 
" 128 


" 


-, 


" 


26; 


Naturaliensammlung. 
a. Zoologie. 
Modelle und Praeparate . Zuwachs 3 Nummern; Stand 28 Nummern. 
Wandtafeln " 41 " 
Säugetiere " 2 " 30 " 
Vögel " 3 " " 232 " 
Andere Wirbeltiere . " " 38 
Weichtiere I " 371 
Insekten I " 1060 " 
Andere wirbellose Tiere . 3 " 18 " 
Skeletteile 2 " 51 " 
Summe . " 15 " 1869 " 


b. Botanik. 


Wandtafeln .... 
Herbarpflanzen . . . 
Früchte, Samen, etc. 
Summe . 


. Zuwachs 46 Nummern; 
45 


" 


Stand 58 Nummern. 
780 
25 
" 863 


" 


91 


c. Mineralogie. 


Kristallmodelle .... 
Mineralien und Gesteine 
Petrefakten . . . . . 
Härteskala . - . . . 
Summe . 


. Zuwachs 3 Nummern; 
4 
2 


" 


" 


Stand 70 Nummern. 
1040 
" 42 
10 
1162 


" 


" 


9 


" 


Mathematische Lehrmittel. 


Nummern . . . . 


. . . . . . Zuwachs 1; Stand 26. 


Physikalische Lehrmittel. 
Mechanik Nummern . Zuwachs 13; Stand 109 
Magnetismus " 12 
Elektrizität " 4' 57 
, 
Akustik " " - , " 15
		

/OGF01055.djvu

			- 56- 
Optik Nummern . . Zuwachs -; Stand 25 
Wärme " 2' 15 
, 
Astronomie . - I 
" " , " 
Chemie " 42; " 168 
Werkzeuge " " 14 
Summe. " 61; 416 


Freihandzeichnen. 


Werke Nummern . 
Holzmodelle . . . 
Modelle aus Pappe 
Drahtmodelle . 
Gipsmodelle . 
Tonillodelle 
Eisernes Stativ 


. Zuwachs 4; 
" 3; 


" 


I' 
, 


Stand 8 
" 20 
18 
2 
" 29 
" 19 
I 
" 97 


" 


" -, 


" -, 


6' 
, 


-, 


" 


Summe . 


14; 


Nummern 


Lehrmittel für den Gesang. 
. . Zuwachs I; Stand 4 


Münzensammlung. 


Papiergeld . . 
Silbermünzen . 
Nickelmünzen . 
Ku pferm ünzen 
Denkmünzen . 


. Zuwachs 8; Stand 17 
,,46; 120 
11 
,,121; " 233 
2 
383 


" 


" 


" 


-, 


Summe. 


175; 


Nummern . . 


Für den Betrieb der Jugendspiele. 
. . . . Zuwachs 2; Stand 42 


Die Direkti011 sp.ricltt alt dieser Stelle allelt Frellltdelt der 
Anstalt, die ;', diesem Scllltlja re die Le/trmittelsammlttngen dltrch 
Sc/tenktl1lgcII bereichert haben, delI wärmsteIl Dallk alts.
		

/OGF01056.djvu

			- 57 - 


\ 
I". "erfügungen der vorgesetzten ßehörde, soweit 
sie allgemeines Interesse beanspruchen. 


1. Erlaß des hoch!. k. k. Landeschulrates vom 4. Juli 1901 
Z. 1976, womit die Bewilligung zur Eröffnung der VII. Klasse am 
Kommunal-Gymnasium in Friedek erteilt wird. 
2. Erlaß des hohen k. k. Ministeriums für Kultus und Unter- 
richt vom 2. August 1901 Z. 18254, womit angeordnet wird, daß solche 
Mittelschüler, welche am Schlusse des Schuljahres teilweise ungeprüft 
blieben und die Erlaubnis zur Nachtragsprüfung erhielten, die bewilligte 
Prüfung aber ni ch t ablegten, falls sie dieselbe Klasse im unmittelbar 
darauf folgenden Schuljahre wieder besuchen, nicht als Repetenten zu 
bezeichnen sind. 
3. Erlaß des hohen k. k. Ministeriums für Kultus und Unterricht 
vom 21. Oktober 1901 Z. 20074, womit betreffs der Durchschnittsnote 
aus Geschichte und Physik bei den Gymnasial-Maturitätsprüfungen 
angeordnet wird, daß auch in jenen Fällen, in welchen die Durch- 
schnittsleistungen der Schüler aus den vier in Betracht kommenden 
Semestern nicht mindestens ein vollwertiges "lobenswert" ergeben, 
diese Leistungen noch im Durchschnitt durch die Note "lobenswert" 
charakterisiert und sohin die Prüfungen aus diesen beiden Gegenständen 
erlassen werden können, wenn der Ersatz einer einzigen der maß- / 
gebenden Noten durch die nächst bessere hinreichte, um ein vollwertiges 
"lobenswert" als Durchschnitt zu erzielen, und wenn überdies keine 
Semesternote unter "befriedigend," die letzte jedoch über "befrie- 
digend" lautet. 
4. Erlaß des hochl. k. k. Landesschulrates vom 22. Dezember 
1901 Z. 4450, womit der Bericht des k. k. Landesschulinspektors Franz 
Slameczka über die an der Anstalt vorgenommene Inspektion mit 
Befriedigung zur Kenntnis genommen wird. 
5. Erlaß des hohen k. k. Ministeriums für Kultus und Unter- 
richt vom 14. Jänner 1902 Z. 39077, womit das dem Kommunal-Gym- 
nasium in Friedek für die ersten sechs Klassen verliehene Öffentlich- 
keitsrecht unter Anerkennung des Reziprozitätsverhältnisses auch auf 
die VII. Klasse ausgedehnt wird. 


". ehronik des Gymnasiums. 
1901. 


Am 16. Juli fanden die Aufnahmsprüfungen für die I. Klasse 
1m Sommertermine statt.
		

/OGF01057.djvu

			- 58 - 


Während der Ferienzeit wurde das ganze Gebäude im Innern 
einer gründlichen Renovierung unterzögen und ein neues Lehrzimmer 
für die mit Beginn des Schuljahres zu eröffnende VII. Klasse instand 
gesetzt. Das Gebäude repräsentiert sich in dieser erneuerten Gestalt 
äußerst vorteilhaft. 
Am 17. September wurden die Aufnahmsprüfungen für die 
erste Klasse im Herbstermine und am 18. September die Wiederho- 
lungsprüfungen abgehalten. Überdies machten am 18. September drei 
Schüler die Aufnahmsprüfung für höhere Klassen. 
Am 19. September wurde das neue Schuljahr mit einem feier- 
lichen Gottesdienste eröffnet. Nach dem Gottesdienste erfolgte die 
Verlesung und Erläuterung der Disziplinarvorschriflen und die Mitteilung 
des Stundenplanes. 
Am 20. Septem ber begann der regelmäßige Unterricht. 
Am 4. Oktober wurde zur Feier des Allerhöchsten Namens- 
festes Sr. k. u. k. Apostolischen Majestät des Kaisers in der 
Stadtpfarrkirche ein Festgottesdienst veranstaltet, an dem die katholischen 
Schüler und der Lehrkörper teilnahmen. 
Am 19. November wohnten die Schüler und der Lehrkörper 
einer zur Erinnerung an weiland Ihre Majestät die Kaiserin Elisabeth 
in der Stadtpfarrkirche abgehaltenen Trauerfeier bei. 
Vom 20. bis 23. November unterzog der k. k. Landesschul- 
inspektor Franz Slameczka das Gymnasium einer eingehenden Inspek- 
tion, die am 23. November mit einer äußerst anregenden und lehr- 
reichen Konferenz zum Abschluß gebracht wurde. 


1902. 


Am 5. Februar wurden Privatistenprüfungen abgehalten. 
Am 15. Februar wurde das I. Semester mit einem feierlichen 
Gottesdienste und mit der Zeugnisverteilung geschlossen. 
Am 19. Februar nahm das II. Semester seinen Anfang. 
Am 26. April hielt Prof. Dr. Josef Sträßle bei der Hauptver- 
sammlung des Friedeker Gymnasialvereines einen Vortrag über 
"Feldzeugmeister Benedek in der neuesten geschichtlichen 
Literatur". Der überaus zahlreiche Besuch dieser Versammfung legt 
ein beredtes Zeugnis dafür ab, daß die Angehörigen und Freunde der 
Schüler unserer Anstalt das Streben des Lehrkörpers, Schule und 
Haus in immer innigere Annäherung zu bringen, auf das tatkräftigste 
zu unterstützen gewillt sind. 


"
		

/OGF01058.djvu

			- 59 - 


Am 29. J uni hielt der Direktor im städtischen Rathaussaale in 
Gegenwart der Gymnasialjugend, des Lehrkörpers und zahlreicher 
Gäste aus dem Kreise der Angehörigen der Schüler einen Vortrag über 
"das Wesen und die Vorteile der neuen Rechtschreibung", 
die vom nächsten Schuljahre an ausschließlich zur Anwendung kom- 
men wird. 
Der 1. J u I i wurde zur Veranstaltung von Klassenausflügen 
unter Leitung der Ordinarien frei gegeben. Die H. Klasse benützte 
diese Gelegenheit zu einem Ausfluge auf die Lissahora. Die übrigen 
Klassen fuhren nach Groß-Kuntschitz und begaben sich nach längerem 
Aufenthalte daselbst über die sog. Skalka nach Friedland, wo sie mit 
den Schülern der II. Klasse und zahlreichen Gästen aus Friedek und 
Mistek zusammentrafen. Hier verbrachten alle die späteren Nachmittags- 
stunden unter mancherlei Kurzweil in der vergnügtesten Weise und 
traten um 9 Uhr abends den Marsch nach dem Bahnhofe an, um mit 
dem fahrplanmäßigen Personenzuge nach Friedek gebracht zu werden. 
Um das Gelingen dieser schönen Schulfeier haben sich neben anderen 
Gönnern der studierenden Jugend namentlich der Religionsprofessor 
und Stadtpfarrer Herr P. Andreas Kuczera und der eFzh. Hüttenver- 
walter Herr Karl Krisch durch namhafte Beiträge verdient gemacht, wofür 
ihnen hiermit öffentlich der wärmste Dank ausgesprochen wird. 
Am 9. J u I i wurden Privatistenprüfungen vorgenommen. 
Am 15. Juli fand in der Marienkirche ein feierlicher Schluß- 
gottesdienst statt. Nach demselben wurden die Zeugnisse verteilt und 
die Schüler entlassen. 



 
_..",*
		

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			"I. t)ie Schüler. 


A. \?erzeichnis der Schüler nebst Angabe ihres 
Geburtsortes. 


IJie Namen der im Laufe des Schuljahres ausgetretenen Schüler sind mit einem 
Sternchen bezeichm,t j die Namen der V ol"zugaschÜler sind mit fettel" Schrift gedruckt. 


I. Klasse. 
1. Barek Erich, Wien in Niederösterreich. 
2. Baumgartner Johann, Baschka in Schlesien. 
. 3. Charwat Rudolf, Dobrau in Schlesien. 
4. Demel Alois, Botenwald in Mähren. 
5. Dybal Rudolf, Sviadnov in Mähren. 
6. Fiala Karl, Brünn in Mähren. 
7. Foldyna Franz, Friedek in Schlesien. 
8. Grossmann Hugo, Senftleben in Mähren. 
9. Grünwald Siegfried, Brenna in Schlesien. 
10. Halfer Julius, Przivoz in Mähren. 
11. Hanak Karl, Friedek in Schlesien. 
12. Haschek Johann, Prerau in Mähren. 
13. Heckl Franz, Colloredow in Mähren. 
14. Heidrich Valentin, Friedek in Schlesien. 
15. 
:Holub Josef, Friedek in Schlesien. 
16. Jeleß Wilhelm, Bielitz in Schlesien. 
17. Jurosch Karl, Neuhof in Schlesien. 
18. Klimanek Franz, Friedek in Schlesien. 
19. Kofinek Josef, Zauchtel in Mähren. 
20. Ktamer Josef, Friedland in Mähren. 
21. Krisch Friedrich, Karlshütte in Schlesien. 
22. Kubiczek Eduard, Friedek in Schlesien. 
23. Marker Rudolf, Friedland in Mähren. 
24. Masanetz Rudolf, Friedek in Schlesien. 
25. Miculka Franz, Friedek in Schlesien. 
26. MoiiSek Franz, Mähr.-Ostrau in Mähren. 
27. Mucha Franz, Dobrau in Schlesien.
		

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			- 61 


28. Pakosta Leopold, Tichau in Mähren. 
29. Pawliska Robert, Ostrawitz in Mähren. 
30. Pawlitzki Josef, Friedek in Schlesien. 
31. Pesat Alexius, Friedek in Schlesien. 
32. Pol ach Johann, Dobrau in Schlesien. 
33. Prokesch Franz, Sviadnov in Mähren. 
34. Protzner Paul, Golniczbanya in Ungarn. 
35. Rischawy Gottfried, Neugasse in Mähren. 
36. Scholz Josef, Rzepischt in Schlesien. 
37. Singer Leopold, Ustron in Schlesien. 
38. +:.Sochor Johann, Friedek in Schlesien. 
39. Steuer Johann, Jägerndorf in Schlesien. 
40. Syrinek Alfons, Friedek in Schlesien. 
41. Tchochohei Franz, Branowitz in Mähren. 
42. Wadas Hermann, Engelswald in Mähren. 
43. Waida Anton, Schlatten in Schlesien. 
44. Wels Erwin, Troppau in Schlesien. 
45. Wilzek Stephan, Friedek in Schlesien. 
46. Wo stall Johann, Colloredow in Mähren. 
47. Zajitz Eduard, Friedek in Schlesien. 
48. +:-Netal Gabriele, Zlonic in Böhmen (Privatistin). 


II. Klasse. 
1. Ambros Wilhelm, Pas kau in Mähren. 
2. Aresin Emil, Mistek in Mähren. 
3. Baier Anton, Mistek in Mähren. 
4. Benirschka Franz, Friedland in Mähren. 
5. Czajanek Friedrich, Althammer in Schlesien. 
6. Foglar Josef, Mistek in Mähren. 
7. Frank Karl, Kunewald in Mähren. 
8. Frenstacky Oswald, Neutitschein in Mähren. 
9. Fürst Leo, Friedek in Schlesien. 
10. i(Üöbel Karl, Jablunkau in Schlesien. 
11. Gold EmU, Botenwald in Mähren. 
12. Grossmann Josef, Mistek in Mähren. 
13. Grünberger Josef, Leipnik in Mähren. 
14. Hantsch Ludwig, Karlshütte in Schlesien. 
15. Heckl Erwin, Colloredow in Mähren, 
16. Heidrich Friedrich, Friedek in Schlesien. 
17. Herot Rudolf, Przno in Schlesien. 
18, Herz Gottfried, Friedek in Schlesien,
		

/OGF01061.djvu

			- 62 - 


19. Hrachowetz Josef, Mistek in Mähren. 
20. Huser Ferdinand, Baschka in Schlesien. 
21. Huvar Karl, Engelswald in Mähren. 
22. Isensee Em"erich, Friedland in Mähren. 
23. Jancar Anton, Schön hof in Schlesien. 
24. Jez Viktor, Fried
k in Schlesien. 
25. Klein Bertold, Nieder-Bludowitz in Schlesien. 
26. Kolban Ernst, Groß-Herrlitz in Schlesien. 
27. Krautmann Adolf, Prziwoz in Mähren. 
28. Kuchaf Franz, Friedek in Schlesien. 
29. Landsberger Benno, Friedek in Schlesien. 
30. Lang Johann, Friedek in Schlesien. 
31. Legerski Josef, Friedek in Schlesien. 
32. Liska Heinrich, Friedek in Schlesien. 
33. Matej Anton, Krakau in Galizien. 
34. *Mirsch Erwin, Baschka in Schlesien. 
35. Niederle Anton, Ober-Zukau in Schlesien. 
36. Rossmanith Friedrich, Troppau in Schlesien. 
37. Schnapka Rudolf, Mohelnitz in Schlesien. 
38. Sigmund Leo, Friedek in Schlesien. 
39. Slnger Frledrich, Ustron in Schlesien. 
40. Singer Leo, Colloredow in Mähren. 
41. Sifinek Franz, Friedek in Schlesien. 
42. Skatula Leo, Mistek in Mähren. 
43. Staffe Adolf, Klantendorf in Mähren. 
44. Stolz Josef, Prziwoz in Mähren. 
45. Urbanec Franz, Groß-Laznik in Mähren. 
46. Weiß Alfred, Friedek in Schlesien. 
47. Winkelhöfer Wilhelm, Ustron in Schlesien. 
48. W ojnar Friedrich, Karlshütte in Schlesien. 
49. PJsk Laura, Mistek in Mähren (Privatistin). 
50. Prochcizka Olga, Colloredow in Mähren (Privatistin). 
111. Klasse. 
1. Adamus Josef, Leskowetz in Schlesien. 
2. Ballon Karl, Friedek in Schlesien. 
3. Bardutzky Hugo, Stettin in Schlesien. 
4. Beer AIQis, Jägerndorf in Schlesien. 
5, Berger Adalbert, Friedek in Schlesien. 
6. Bick Otto, Kremsier ill Mähren. 
7. *Elis Josef, Witkowitz in Mähren. 
8, Fajkos Johann, Janowitz in Scijlesieo,
		

/OGF01062.djvu

			- 63 - 


9. Felgel Josef, Stachenwald in Mähren. 
10. Fitz Alfred, Teschen in Schlesien. 
11. Friedel Johann, Mistek in Mähren. 
12. Gadlina Johann, Dobratitz in Schlesien. 
13. Gottlieber Franz, Krasna in Schlesien. 
14. Grill Ernst, Wagstadt in Schlesien. 
15. Gwuzdz Josef, Bartelsdorf in Schlesien. 
16. Hofmann Otto, Altstadt bei Wagstadt in Schlesien. 
17. Jancar Alfred, Schön hof in Schlesien. 
18. Jarosch Lothar, Possitz in Mähren. 
19. Klenner Raimund, Wien in Niederösterreich. 
20. Kropp Maximilian, Karlshütte in Schlesien. 
21. Kuballa Leo, Friedek in Schlesien. 
22. Leschner Josef, Colloredow in Mähren. 
23. Lipavsky Friedrich, Altstadt in Schlesien. 
24. Lipovczan Viktor, Karlshütte in Schlesien. 
25. o!Litterak Josef, Friedek in Schlesien. 
26. Lustig Rudolf, Freiberg in Mähren. 
27. Miczek Karl, Friedek in Schlesien. 
28. Moskorz Rudolf, Bartelsdorf in Schlesien. 
29. Müller Friedrich, Friedek in Schlesien. 
30. Nowak Johann, Oderberg in Schlesien. 
31. Nowotny Eduard, Mähr.-Ostrau in Mähren. 
32. Pawlik Leopold, Friedek in Schlesien. 
33. Peterek Wladimir, Friedek in Schlesien. 
34. Polifka Kar!, Mähr.- Trübau in Mähren. 
35. Reik Artur, Friedek in Schlesien. 
36. Rysy Josef, Friedek in Schlesien. 
37. Schick Franz, Kunewald in Mähren. 
38. *Schön Josef, Hölles in Niederösterreich. 
39. Seemann Wilhelm, Teschen in Schlesien. 
40. Silberbauer Johann, Friedland in Mähren. 
41. Tramer Emil, Colloredow in Mähren. 
42. Tilleczek Rudolf, Przno in Schlesien. 
43. Uher Karl, Schönhof in Schlesien. 
44. Waleczek Emerich, Freistadt in Schlesien. 
45, Wechsberg .PhiUpp, Friedland in Mähren. 
46. Wieluch Rudolf, Jablunkau in Schlesien. 
IV. Klasse. 
1. Barta Josef, Friedek in Schlesien. 
2. Bochdalek Josef, Mistek in Mähren.
		

/OGF01063.djvu

			- 64 - 


3. Chlupaty Eugen, Mistek in Mähren. 
4. Choroba Franz, Friedek in Schlesien. 
5. Elzer Viktor, Mistek iu Mähren. 
6. Gabriel Karl, Mähr.-Neustadt in Mähren. 
7. Gawlas Johann, Friedek in Schlesien. 
8. Glesinger Bernhard, Wojkowitz in Schlesien. 
9. Gold Rudolf, Mistek in Mähren. 
10. Grosser Paul, Hof in Mähren. 
11. Gruber Hermann, Wadowice in Galizien. 
12. Hawran Karl, Drahomischl in Schlesien. 
13. Jsensee Friedrich, Friedland in Mähren. 
14. Kahlig Heinrich, Jastersdorf in Mähren. 
15. Klimosch Alfons, Teschen in Schlesien. 
16. Kohut Johann, Friedek in Schlesien. 
17. Kolarz Johann, Leskowetz in Schlesien. 
18. Kopytko Alois, Nieder-Domaslowitz in Schlesien. 
19. *Krmaschek Rudolf, Friedek in Schlesien. 
20. Lamberg Ernst, Mistek in Mähren. 
21. Landsberger Otto, Friedek in Schlesien. 
22. Mamula Johann, Lubno in Schlesien. 
23. Markotius Norbert, Budwitz in Mähren. 
24. Niedermeyer Hans, Wien in Niederösterreich. 
25. übermann Johann, Groß-Kuntschitz in Schlesien. 
26. Obluk Franz, Friedek in Schlesien. 
27. Palkowsky Emil, Mähr.-Ostrau in Mähren. 
28. Peter Franz, Brusowitz in Schlesien. 
29. Rosenfeld Emil, Wigstadtl in Schlesien. 
30. Russina Franz, Morawka in Schlesien. 
31. .;;.Schindler Gustav, Prziwoz in Mähren. 
32. Schorczik Karl, Wagstadt in Schlesien. 
33. Schubert Maximilian, Olmütz in Mähren. 
34. Teichner Max, Friedland in Mähren. 
35. Waida Franz, Schlatten in Schlesien. 
36. Wanltschek Erwln, Iglau in Mähren. 
37. Wrabel Rudolf, Mettilowitz in Mähren. 


. 


V. Klasse. 
1. BIolek Anton, Leskowetz in Schlesien. 
2. Dreiseitl Paul, Freudental in Schlesien. 
3. Ehrlich Bruno, Plumenau in Mähren. 
4, Gold Anton, Botenwald in Mähren.
		

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			65 -- 


5. Grünberger Ernst, Lettowitz in Mähren. 
6. Jaensch Alfred, Wilkowitz in Galizien. 
7. Jeiischek Ottokar, Moskau in Russland. 
8. Karas Friedrich, München in Baiern. 
9. Kornfeld Bruno, Friedek in Schlesien. 
10. Koziel Klemens, Peterswald in Schlesien. 
11. Leschner Leopold, Raschkowitz in Schlesien. 
12. Lipavsky Rudolf, Altstadt in Schlesien. 
13. Lorenczuk Friedrich, Hennersdorf in Schlesien 
14. Lorenczuk Johann, Troppau in Schlesien. 
15. Niederle Johann, Bielitz. in Schlesien. 
16. Orel Franz, Friedek in Schlesien. 
17. Panek Josef, Friedek in Schlesien. 
18. Paseka Franz, Friedek in Schlesien. 
19. Pawlik Johann, Mähr.-Ostrau in Mähren. 
20. Pawlowsky Leopold, Friedek in Schlesien. 
21. Posch Johann, Mähr.-Ostrau in Mähren. 
22. Praschifka Stephan, Friedek in Schlesien. 
23. Sojka Hubert, Wojkowitz in Schlesien. 
VI. Klasse. 
I. Boryczko Karl, Komancza in Galizien. 
2. Chlupaty Kar!, Mistek in Mähren. 
3. Citron Leopold, Lipnik in Galizien. 
4. Czerny Viktor, Bielitz in Schlesien. 
5. Gawelek Josef, Friedek in Schlesien. 
6. Gottlieber Wilhelm, Friedland in Mähren. 
7. Grulich Alfred, Neutitschein in Mähren. 
8. Herlitschka Ernst, Friedek in Schlesien. 
9. Jurosch Josef, Neuhof in Schlesien. 
10. Kobierski Johann, Mittel-Suchau in Schlesien. 
11. Konecny Franz, Altstadt in Schlesien. 
12. Konecny Franz, Leskowetz in Schlesien. 
13. Kunz Josef, Bludowitz in Schlesien. 
14. Landsberger Oskar, Friedek in Schlesien. 
15. Lichtenstern Otto, Mistek in Mähren. 
16. Miczek Alois, Friedek in Schlesien. 
17. Mojzischek Leo, Agram in Kroatien. 
18, Nohel Gustav, Groß-Kuntschitz iu Schlesien. 
19. Nowak Josef, Dzingelau in Schlesien, 
20. OIschak Viktor, Bartelsdorf in Schlesien. 
21. Peter Stanislaus, LeskQwetz in Schlesien. 


5
		

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			- 66 - 


22. Pogrzebacz Karl, Skotschau in Schlesien. 
23. Schindler Viktor, Prziwoz in Mähren. 
24. Schneider Adolf, Achau in Niederösterreich. 
25. Sochatzi Heinrich, Friedek in Schlesien. 
26. Warzecha Johann, Pacanow in Russland. 
27. Wechsberg Ernst, Friedland in Mähren, 
28. Wels Hugo, Oderberg in Schlesien. 
29. Wohanka Robert, Ustron in Schlesien. 
VII. Klasse. 
I. Bischof Karl, Mistek in Mähren. 
2. Choroba Wilhelm, Karlshütte in Schlesien. 
3. Dziekan Erwin, Radwanitz in Schlesien. 
4. Elzer Johann, Mistek in Mähren. 
5. Fajkos Richard, Zermanitz in Schlesien. 
6. Herz Siegfried, M.-Weißkirchen in Mähren. 
7. Hluza Felix, Leskowetz in Schlesien. 
8. Hochwälder Hans, Hnojnik in Schlesien. 
9. Hribar Friedrich, Teschen in Schlesien. 
10. Kleinmann Emil, Czechowitz in Schlesien. 
11. Kosielek Adolf, Friedek in Schlesien. 
12. Lubojatsky Emil, Mistek in Mähren. 
13. Matzenauer Anton, Torski in Galizien. 
14. Munk Ludwig, Wien in Niederösterreich. 
15. Nawratil Viktor, Mistek in Mähren. 
16. Nikel Josef, Prazma in Schlesien. 
17. Nohel Karl, Noschowitz in Schlesien. 
18. Panek Kar!, Friedek in Schlesien. 
19. Pawelczak Josef, Friedek in Schlesien. 
20. Pitfik Viktor, Brusowitz in Schlesien. 
21. Ploszek Rudolf, Trzynietz in Schlesien. 
22. Rohner Ernst, Freudental in Schlesien. 
23. Schmied Ewald, Teschen in Schlesien. 
24. Schupina Eduard, Friedek in Schlesien. 
25. Sigmund Theophil, Freiberg in Mähren. 
26. Süß Oswald, M.-Ostrau in Mähren. 
27. Taub Alfred, Bielitz in Schlesien. 
28. Tramer Rudolf, Mistek in Mähren. 
29. Wagner Richard, Skotschau in Schlesien. 
30. Wawreczka Rudolf, Chrudim in Böhmen. 
31. Zajic Franz, Friedek in Schlesien. 
;32. Zdzieblo Leopold, Bielitz in Schlesien,
		

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			- 67- 


'8. Statistik der Schüler' im Schuljahre 1901/1902. 


j-- 
I 


1. Zahl de 


- 
Klasse 
 
- I. . 1 I lll. I IV. I V 
 VJ.TYIllVIII- I Summ
 
r Schiller. II. 
Schuljahres I I 
. 50+2 4!J 137+1 39+2 28 28 - - 231+5 
es Schuljahr. 48+2 I 45 1 37 
I{j+! 23 28 32 - 259+3 
Schuljahres 
1 - 1 - - I - - 3 
--- - -I-r- - - - - 1- - 
so aufgenom- 
41+1 48+2 4ü I 37 23 
9 32 - 262+3 
nter: 
men u. zwar: 

2+1 2 3 1 - 3 4 - 55+1 
- 1 1 - - - 1 - 3 
nommen und 
ar: 
- 40+2 38 30 23 26 27 - 184+2 
5 5 4 6 - - - - 20 
Schuljahres 
2+1 2' 3 2 - - - 9+1 
u Ende dei -l- I- 
1901/190
 . 45 46<2 1 .J3 35 23 29 32 - 253+2 
nt er: I 
hüler . 45 4ü 43 35 23 :;!9 32 - 253 
- 2 - - - - - - 2 
46+": 1- 4j - 
3 2!l- - 25 j +2 
Summe 4f) 35 32 
er am Schlusse 
esters an der 
ieb. Schüler. 
14 14 12' 7 6 6 6 - G5 
11 11 ]8 11 9 12 1') - 87 
18 20 12 15 5 6 8 - 84 
- - .- - - . - 1 - 1 
h 1 - 1 1 - t 1 - 5 
- 1 - 1 1 2 1 - 6 
1 - - -- - 1 - - 2 
. - -- - - 2 1 -- - 3 
Summe 45 
 43 35 2J 29 1i2 1- 
 
ehe der Sehil. 
usse des 11 
s Schuljahres 
1902. 
33 34 33 26 19 16 . 25 - 186 
sch. 12 11 7 9 4 7 6 - 56 
- 1 3 - - 6 1 - 11 
SQ.!Ume 45 46 ""43 - 35 
 29 32 - 
 
I 
. I 


Zu Ende des 
1!J00jOl . 
Im Anfang d 
HJOl/1092 
Während des 
eingetreten 
1m 'ganzen al 
men . . 


Daru 
Neu aufgenom 
Aufgestiegen 
Repetentell . 
Wieder aufge 
zw 
Aufgestiegen 
Repetenten . 
Während des 
ausgetreten 
Schülerzahl z 
Schuljahres 
Daru 
Öffentliche Sc 
Privatisten . 


2. Gebut.tsot.t d 
des 11. Sem 
AmJtalt verbl 


Stadt Friedek 
Schlesien . 
Mähren . . 
Böhmen. . 
Innerösterreic 
Galizien . 
Ungam. . 
Ausland. . 


8. Mutterspra 
ler am Sehl 
Semesters de 
1901 
Deutsch. . 
Tschechoslawl 
Polnisch. .
		

/OGF01067.djvu

			4. Religionsbekenntllis deI' 
am Schlusse des Schul- 
jahres an deI' Anstalt ver- 
bliebenen Schiller. 


Katholisch des lat. Ritus. 41 
Evangelisch A. Conf. ] 
Israelitisch . ;S 
-- 
t3Ulllllle. 45 


5. Lebensalter der Schülel' 
am Schlusse des 11. Seme- 
Iitel'S. 


Es haUen am Ende des 
Schuljahres vollendet: 
10 Jahre 
1] " 
]2 " 
13 " 
14 " 
15 ".. 
16 " 
17 " 
]8 " 
]9 " 
:!O " 
21 " 
22 " 


- 68- 


1. 
I IlI. 
I 


2 
17 
I;! 
9 
4 
1 


38 3ti 
2 
8 5 


41; 


2 
]7 
11 
10 
1 
5 


K. las s u 
IV. V
 T VI. 
I 


28 


20 


, , 
I Summe 
VII. VIII 


23 


25 - 211 
I - 4 
6 - R8 
;S;! - - - 253- 


- 8ulnme--
4(j-
35 


43 1 


7 
35 


3 
23 


6 
2n I 


- 2 
- 19 
- 32 
- 29 
- 43 
- 28 
- 36 
- 25 
- 17 
_ 12 
_ 7 
_ 2 
_ 1 
- --- 
- 25;S 


Das Durchschnittsalter be- 
trägt also bei einem Schüler 11'97 13.13 14'25 15.11 ]586 1768 18.37 


6. Wohnort der Eltern. 


1 a. Friedek mit 
J,cskowelz 
Ortlangehörige uml Altstadt 
b. Mistek mit 
Collol'edow 
Auswärtige. 


Summe 


7. Stand der Eltern der 
Schiller. 


Beamte 
Militärs 
Handel. u. Gewerbetreibcnde 
Landwirte 
! Private 


Summe 


:?8 
]
 I 
4f> 


25 


20 


9 
17 
4ü 


19 


3 
7 
17 
9 
6 
1 


2 
9 
12 
8 
3 
1 


3 - 
 
4 1 - 
11 5 1 
4 8 9 
- 8 8 
1 3 8 
- 3 4 
- 1 1 
- - ] 
23 29 - 32 


10 


112 


I:! 11 I 15 


 I I
 11
 
 
.15 
3 E, 


]6 


4i! 


20 


9 


fi - ;{i) 
17 - 106 
- 
.J
I - 
3 


9 


!) 


105 


]4 


17 J!) 
I 21 10 I ]6 20 - 
2 7 1 - 2 2 - 3 1 - 
] ] ] - 21 21 - 
45 j 4lf 43 I 3f1 ,-:!;s I
 1- J2-! ---=-- 


124 
17 
7 
2j!
		

/OGF01068.djvu

			- 69- 


8. Klassifikation. 
1 a. Zu Ende des Schuljahr. 
I l!JOl/I!:IOJ 
Fortgangsklasse mit 
\' orzug. . . 


Klasse 
1----.--- 
I 
11. I III. I LV. I v. I VI. 
= === 


= I 
- - ::;umme 
V H. Vlll. 


I I. 
I. 
n. " 
: IH. "..... 
I Zu einer .\Viederholungs- 
prÜfung zugelassen .. 3 1 3 1 
I Nicht klassifi ziert w urde 11 _ ---=- 1 
::;ulllme. 45 ,l\j+2 43 3D 
I L. Nachtrag zur Klassifikat. 
des Schuljahres 1900/0L 
WiederholullgsprÜfungen 
I wurden bewilligt. . 
I Entsprochen baben. . . 
Nicht entsprochen h3beu . 
I Nicht erschienen ist . . 
NachtragsprÜfungen waren 
bewilligt . 
Entsprochen haben. . 
Sicht erschienen sind. 
- -- - - '- f--- - 
Summe. 1 1 1 


" 


9 
26 
2 
5 


I 
8+2 1 
32 
3 
2 


4 
30 
4 
1 


7 
22 
5 


4 
13 
6 


6 
20 
1 


2 


40+2 
168 
23 
8 
3 - 13 
- 
 1 
- 32 1- 
53+2- 


2 
25 
2 


- 23 - 
!J 


1 
1 


1 
1 


1 
1 


3 
2 
1 


6 
5 
1 


3 


6 


11Iarnach ist das Endergebnis 
der Klassifikation fÜr das 
I Schuljahr 1900/01 
1. Fortgangsklasso mit 
Vorzug. . 9+ 2 1 8 \}+! 7 5 9 - - 47+3 
I. " . . . 33 33 23 23-1-2 22 19 - - 153+2 
H. " . . . . . 6 6 5 8 1 - - - 26 
m. " . . 1 2 - 1 - - - - 4 
Ungepriift blieben . 1 I - - - - - - - 1 
- - -- -- - -1- 
Summe . ;0+2 '1!J :37+1 3!J+2 28 
8 :!31+5 
9. GeldleistUlIgen det' Schüler 
Das Schulgeld*) waren zu 
zahlen verpflichtet: 
im ersten Semester . 22 22+2 29 23 1G 11 20 - 143+2 
" zweiten " . . 22 23+? 25 23 16 13 18 - 110+2 
Zur Hälfte befrpit waren: 


im ersten Semester. . 
"zweiten ,,' . . . I 


8 
6 


!J 
4 


9 
11 


7 
3 


2 
5 



I 


6 
7 


45 
3!:1 


Ganz befreit waren: 


im ersten Semester. 1 17 17 8 7 5 ]3 I (j 73 
. - 
" zweiten ,. . . . ]7 ] !J 7 1 !J 2 13 7 - 74 
Summ e im 1. Sem. 48+2 T6 
T 
 I - - -- - 
47 
; I 32 261+2 
Summe im 11. Sem. 45 46+2 43 1 32 - 253+2 
I I 


') Das Schulgeld beträgt am hiesigen Kommunal-Dbergymnasium für das Semester 30 K.
		

/OGF01069.djvu

			-70- 



 
I Klasse 
Summe 
Das Schulgeld betrug also I. 1I. m.1 IV. V. VI. VII. VIII 
im ganzen: 780 795 11005 I 795 I 510 
im ersten Semester Kronen 390 6DO - 49G5 
"zweiten" ., 750 750 1_91
.,-J 735 I 555 435 G45 - 4785 
Zusam men Kronen I53Ü11545 1920 1530 1065 825 835 - 9750 
Die Aufnahmstaxen be- 180'61 12 '61 16 '8 I 
trugen . . . Kronen 4'2 - 126 21'0 - 247'8 
Die Lehrmittelbeiträge 
 5G'5 
betrugen . Kronen 100.8 105'0 D6'fj 77'7 48'3 60.9 67'2 
281'4 117.6I lU
'4 -- 
Summe . 8HJ 48'3 73'5 88'2 - 804'3 
- - - -.- - 1- - 
10. Besuch des Unterrichtes 
in den nicht obUgatelJ Ge- 
genständen. 
Kalligraphie in einer Abteil. 
im ersten Semester . . 16 5 2 - - - - - 23 
" zweite " . . 19 [) 2 - - - - 26 
Freihandzeichnen: 
I. Kurs im ersten Semester 19 4 3 1 _. - - - 27 
I. " " zweiten " 16 3 3 1 - - - 23 
n. ., " ersten " . 3 12 10 11 1 1 5 - 43 
II. " " zweiten " . 3 13 9 10 2 1 f, - 13 
Böhmische Sprache: 
1. Kurs im ersten Semestet 14 11 6 2 - - - - 33 
I. " I' zweiten " . 10 11 5 2 - - -- - 28 
II. " " ersten " . - 7 6 6 - - - - 19 
II. " " zweiten " . - 6 7 4 - - - - 17 
Tnrnen: 
I. Kurs im ersten Semester Zb 12 1 - - - - - 38 
1. " " zweiten " . 25 n - - - - - - 34 
II. " " ersten ., . - 2 13 7 2 1 - - 25 I 
H. " " zweiten " . - 5 11 10 - - - - 26 
m. " " ersten " - - - -. - - - 
 - 
m. " " zweiten " . - - - - !'J 13 4. - 26 
Stenographie : I 
J. Abteil. im ersten S
mest. - - - 36 5 - - - 41 
I. " " zweiten " . - - - 36 5 - - - 41 
H. " " ersten " . - - - - 14 9 1 - 24 
H. " " zweiten " - - -. - 13 H 2 - 23 
Gesang: 
I. Abteil. im ersten Semest. 10 13 - 1 - - - - 24 
I. " " zweiten " . 9 13 - 1 - - - - 23 
H. " " ersten " . - - 4 1 5 11 21 - 42 
1I. " " zweiten " - - 4 I 5 11 .20 - 41 
I II. Stipendien. 
I Anzahl der Stipendisten 1 1 1 2 2 6 3 - lü 
Betrag der Stipendien K 1::?0 GO 200 1180 144 564 220 - 1488 
Summe 120 GO 1200-180-144 -564- -220 ----=-1- 148 1;- 1 
.
		

/OGF01070.djvu

			- 71 


C. t1nterstützungswesen. 
Auch im abgelaufenen Schuljahre betrachtete es der Friedeker 
Gymnasialverein als seine Hauptaufgabe, das Wohl der Anstalt 
durch eine vernünftige Unterstützung der würdigen, bedürftigen 
Schüler zu fördern und dank der opferwilligen Gesinnung seiner Mit- 
glieder war es ihm auch möglich, allen Wünschen, welche die Direk- 
tion in dieser Beziehung an ihn stellte, zu entsprechen. 
Zunächst gelang es ihm, einer größeren Anzahl der armen 
Studierenden in den ersten Häusern der Schwesterstädte Friedek und 
Mistek Freitische zu verschaffen. Die übrigen erhielten teils auf Ko- 
sten edler Gönner, teils auf Vereinskosten in zwei Speisehäusern 
eine gesunde, kräftige Mittagskost verabreicht. Wie tatkräftig der Ver- 
ein bei diesem Werke der Nächstenliebe unterstützt wurde, zeigt die 
nachstehende Übersicht der gewährten Freitische: 


- 


I ln der 
Woche 


Es spendeten Freitische 


Herr Joh. Sonndorfer, Bahnhof-Restaurateur 
Julius Neumann, Groß-Industrieller 
Hermann Löw, Fabrikant 
" Adolf Reik, Kaufmann 
" Alois Reik, Groß-Industrieller 
" Johann Zamarsky, Vize-Bürgermeister 
" Anton Kasper, Lehrer und Hausbesitzer 
" Adolf Landsberger, Groß-Industrieller 
Leopold Landsberger, Fabrikant 
" Johann Malik, Kaufmann 
Fr<1u Theresia Dimmer, Gasthausbesitzerin 
Herr Rudolf Elzer, Bürgermeister 
" Johann Elzer, Groß-Industrieller 
Leo Heitner, Gastwirt 
" Siegmund Herlitschka, Fabriksdierektor 
" Dr. Jonas Lamberg, Rechtsanwalt 
Julius Lipavsky, erzh. Verwalter 
" Eduard Machatschek, Bäckermeister 
Wilhelm Meixner, Apotheker 
Heinrich Munk, Groß-Industrieller 
" Jakob Munk, Groß-Industrieller 
" A. Netal, Drogist 


7 
6 
5 
4 
4 
4 
3 
3 
3 
3 
2 
2 
2 
2 
2 
2 
2 
2 
2 
2 
2 
2
		

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			- 72 - 


Es spendeten Freitische 


In der 
Woche 


Herr Josef Pawlik, Stations- Vorstand 
Alfons Pospiech, Kaufmann 
" Hans Rumpal, Fabrikant 
Rudolf Zaar, Kaufmann 
" Ludwig Aresin Kaufmann 
" Eduard Bottek, Gymnasialdirektor 
" Ernst Fichtenau, Kaufmann 
Anton Glesinger, Fabrikant, Wojkowitz 
Karl Klisch, Gemeinderat 
Karl Köppner, Gymnasialprofessor 
" Andreas Kuczera, fürstbischöflicher Kanzleirat 
Markus Kuffler, Kaufmann 
" Jakob Landsberger, Fabrikant 
Frau Sophie Landsberger 
Anna Lichtenstern 
Herr Jakob Lichtenstern, Fabrikant 
Karl Marker, erzh. Oberförster 
Leopold Münster, Kaufmann 
Franz Panek, Kaufmann 
Frau Antonie Praschifka, Hausbesitzerin 
Herr Karl Pisk, Apotheker 
" Josef Reik, Kaufmann 
Ferdinand Twerdy, Gymnasialprofessor 
Emanuel Wanitschek, k. k. Landesgerichtsrat 
Theodor Waschek, Gastwirt 
" Gustav Wawreczka, k. k. Postmeister 
" Siegmund Wechsberg, Kaufmann 


2 
2 
2 
.. -I 
2 
I 
I 
I 
I 
I 
I 
1 
I 
I 
I 
1 
I 
I 
I 
I 
1 
I 
1 
1 
I 
I 
I 
I 


Die vom Vereine zum Andenken an das fünfzigjährige Regie- 
rungsjubiläum Sr. Majestät des Kaisers Franz Josef I. gestifteten Ju- 
biläumsstipendien a 60 Kronen wurden üher Antrag des Lehrkörpers 
folgenden Schülern verliehen: Johann Mamula IV. Klasse, Anton Gold 
V. Klasse, Adolf Schneider VI. Klasse, Wilhelm Choroba VII. Klasse. 
Überdies verwendete der Verein in diesem Jahre 353 Kronen 
auf die Anschaffung von Lehrbüchern, die er der Direktion behufs 
Verleihung an die ärmeren Studierenden zur Verfügung stellte. 
Die Gesamtzahl der im abgelaufenen Schuljahre an arme Schüler 
ausgeliehenen Bücher betrug in der I. Klasse 219, in der II. 219, in
		

/OGF01072.djvu

			- 73 - 


der III. 223, in der IV. 215, in der V. 112, in der VI. 168 und in der 
VII. 141. Es wurden also im ganzen 1297 Bücher ausgeliehen. 
Außerdem widmete der Verein den Betrag von 60 Kronen zur 
Vergrößerung der Schülerbibliothek, zahlte die Verpflegskosten für 
einen Schüler der 11. Klasse und kaufte endlich für mehrere Schüler 
Kleider und Schuhe. Insgesamt wandte der Friedeker Gymnasialverein 
im abgelaufenen Schuljahre für Unterstützungszwecke den Betrag von 
2121 Kronen auf. 
Mit dem Angeführten sind aber die Unterstützungen, die den 
armen Schülern der Anstalt zuteil wurden, noch nicht erschöpft. 
Die von der Firma Brüder Neumann in Friedek zur bleiben- 
den Erinnerung an das fünfzigjährige Regierungsjubiläum Sr. Majestät 
des Kaisers Franz Josef I. gestifteten zwei Stipendien a 84 Kronen 
wurden über Antrag des Gymnasialdirektors an die Schüler Johann 
Niederle der V. Klasse und Viktor Schindler der VI. Klasse verliehen. 
Vom Ausschusse der Friedeker Ortsgruppe der Nordmark wurde 
der Schüler der 111. Kl. Adalbert Berger mit einer Studienunterstützung 
von 50 Kronen bedacht. 
Die zum Andenken an den verdienstvollen Arzt und Ehrenbür- 
ger von Friedek Dr. Moritz Spitzer ge stifteten zwei Stipendien a 60 Kro- 
nen wurden über Antrag des Lehrkörpers den Schülern Karl Huvar 
der 11. und Leopold Citron der VI. Klasse verliehen. 
Durch das hochw. Pfarramt von Friedek gelangten drei erle- 
digte Canabius- Tlametius-Schipp'sche Stipendien a 120 Kronen jährlich 
zur Verleihung. Sie wurden den Schülern Valentin Heidrich der I. 
Franz Choroba der IV. und Heinrich Sochatzi der VI. Klasse zugedacht. 
Außerdem gewährte das hochw. Pfarramt den Schülern Anton 
Biolek der V., Johann Warzecha der VI. und Karl Nohel der VII. Kl. 
je eine einmalige Unterstütznng von 60 Kronen. 
Vom löbl.. Landesausschusse von Schlesien wurde dem Schüler 
der V. Klasse Johann Niederle eine Unterstützung aus dem schlesischen 
Landes- und Domestikalfonde in der Höhe von 80 Kronen zuerkannt. 
Überdies wurden zur Unterstützung armer und braver Schüler 
gespendet von: 
Frau Emilie Lamberg in Mistek. . 60 K, 
Herr Dr. Jonas Lamberg in Mistek 70 " 
Julius Ambros in Paskau . . 30 
Josef Hrachowetz in Mistek . 30 " 
Kar! Halbrock in Kl.-Kuntschitz Bez. Mistek 20 " 
Anton Beer in Friedek. . 8 " 
" Raimund Beitl in Mistek. . . . . .. 5"
		

/OGF01073.djvu

			- 74 - 


Endlich spendete Se. Hochwürden der Herr Pfarrer und ReH- 
gionsprofessor P. Andreas Kuczera ein schönes Kreuz für die VI. 
Klasse. . 
Die Direktion erfÜllt eine schuldige Pflicht, indem sie sämtlichen 
..Zl1itgliedern des Gymnasialvereines, dem hochw. Pfarramte in Friedek, dem 
lübl. Ausschusse der Friedeker Ortsgruppe der Nordmark, dem löbl. Co- 
miM zur Errirhtllng der Dr. Spitzer-Stipendien sowie allen anderen 
Freunden und Gönnern der Anstalt fÜr das der armen studierenden Ju- 
geml und der Anstalt selbst in so reichem .1Ilnße entgegengebrachte opfer- 
willige JVohlu'ullen öllentlidl den innig
ten und l/'iinnsten Dank ausspricht, 
und bittet zugleich, die bisher bewiesene hochherzige fiympathie dem hier- 
ortigen Gymnasium und seinen armen SchÜlern auch fernerhin bewahren 
lind betiitigen zu wollen. 


l). Körper- und Schulgesundheitspfege der Schüler. 
Die durch den hohen M.-E. vom 15. September 1890 Z. 19007 
angeordnete Konferenz, betreffend die Gesundheitspflege der studieren- 
den Jugend, wurde in diesem Schuljahre am 26. November 1901 
abgehalten. 
Die Konferenz fand die Einrichtungen, die innuhalb der Schul- 
riiume zur Förderung der körperlichen Ausbildung zur Anwendung 
kommen und in dem Programme des Jahres 1898/1899 eingehend er- 
örtet sind, vollkommen entsprechend und beschloß daher, an ihnen 
festzuhalten und lediglich auf ihre Ausgestaltung hinzuarbeiten. 
In dieser Hinsicht wurde zunächst auch das Lehrzimmer der 
neu eröffneten VII. Klasse mit elektrischem Lichte versehen. 
Zur Verhütung übergroßer Staubentwicklung im Turnsaale 
wurden die Schüler verhalten, ausnahmslos in Turnschuhen zu turnen. 
Die Zimmertemperatur bewegte sich zwischen 12"-16" R. Im 
Sommer wurde nach Möglichkeit bei offenen Fenstern unterrichtet. 
Was die Mittel zur Förderung der körperlichen Ausbildung 
der Jugend allßerhalb der :ichulriimne betrifft, so wurde in der 
Konferenz der Beschluß gefaßt, die Schüler neuerdings zum Schlitt- 
schuhlaufen, Schwimmen und Spielen im Freien anzuhalten, ihnen 
. das Radfahren zu gestatten und überdies mit ihnen Ausflüge zu ver- 
anstalten. 


1. Schlittschuhlaufen. 
Dem Vergnügen des Eissportes konnte im heurigen Winter 
nur wenig gehuldigt werden. Es gab im ganzen 6 Schleiftage.
		

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			- 75 - 


2. Baden und Schwimmen. 


Das Baden nnd Schwimmen wurde von den Studierenden 
eifrig gepflegt. Sie badeten entweder nach freiem Belieben in der Ostra- 
witza oder in dem an der erzherzoglichen Brettsäge vorbeifließenden 
Bache oder benützten an Nachmittagen die in Karlshütte für die elZ- 
herzoglichen Beamten eingerichtete Badeanstalt, die ihnen für die Dauer 
der Badezeit von der erzherzoglichen Hüttenverwaltung mit der .größten 
Bereitwilligkeit unengeltlich zur Verfügung gestellt wurde. Die Direktion 
spricht der verehrten Hüttenverwaltung dafür den wärmsten Dan1 aus. 


3. Jugendspiele. 
Die Jugenspiele wurden wie im Vorjahre auf dem großen Rasen- 
platze im neu angelegten Stadtparke abgehalten, der von der löblichen 
Gemeindeverwaltung und vom hiesigen Verschönerungsvereine in äußerst 
entgegenkommender Weise, die zu leohaftem Danke verpflichtet, zu 
diesem Zwecke zur Verfügung gestellt wurde. Die Beteiligung sei- 
tens der Schüler war eine recht lebhafte. Die Schüler des Unter- 
gymnasiums spielten in der schönen Jahreszeit jeden Mittwoch, die des 
Obergymnasiums jeden Samstag mindestens von 4-6 Uhr nachmittags. 
Leiter der Spiele waren für das Untergymnasium der Turnlehrer 
Rudolf Weber und für das Obergymnasium Prof. Dr. Josef v. Harrer, 
die sich beide dieser schweren Aufgabe mit unermüdlicher Ausdauer 
und trefflichem Verständnis unterzogen, wofür ihnen hiermit wärmstens 
gedankt wird. Zur Beaufsichtigung der Schüler war außer dem Spiel- 
leiter jedesmal wenigstens noch ein Mitglied des Lehrkörpers auf dem 
Spielplatze anwesend. 
Das Verhalten der Schüler war durchaus befriedigend. Ein 
Unglücksfall ist nicht zu verzeichnen. 
Mit den Schülern des Untergymnasiums wurden folgende Spiele 
aufgeführt: Katze und Maus, Zeck, Massentauziehen, Drittenabschlagen, 
Boccia, einfache Pyramiden, Prellball, Stehball, Kreisball, Faustball, 
Treibball, deutscher Schlagball. 
Die Schüler des Obergymnasiums übten folgende Spiele: 
Grenzball, deutscher Schlagball, Cricket.' 


4. Radfahren. 
Das Radfahren erfreute sich bei der studierenden Jugend 
großer Beliebtheit. Es erfüllte zugleich einen praktischen Zweck, indem 
es den in Mistek und den anstoßenden Ortschaften wohnenden Schülern 
die Möglichkeit bot, in kurzer Zeit bequem zur Lehranstalt zu gelangen.
		

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			- 76 - 


5. Ausflüge. 
Außer dem in der Chronik erwähnten Gesamtausfluge unternahm 
Professor Gustav Weeber an freien Nachmittagen öfters botanisch- ento- 
mologische Exkursionen in die nähere und fernere Umgebung der 
Stadt. An denselben beteiligten sich die Schüler der 1. und 2. Klasse. 


E. J.\undmachung für das Schuljahr 1902/1903. 


1. Allfnahme in die 1. [(las.
e. 
Die Einschreibungen behufs Aufnahme von solchen Schülern, 
die in die erste Klasse eintreten wollen, werden im Sommertermine 
Mittwoch, den 16. Juli, von 8-12 Uhr vormittags und von 2-4 Uhr 
nachmittags und Donnerstag, den 17. Juli, von 8-10 Uhr vormittags, 
im Herbsttermine Montag, den 15. September, von 8-12 Uhr vor- 
mittags und von 2-4 nachmittags und Dienstag, den 16. September, 
von 8-10 Uhr vormittags in der Direktionskanzlei des Kommunal-Gym- 
nasiums (im II. Stock) vorgenommen. 
Die sich zur Aufnahme meldenden Schüler müssen von ihren 
Eltern oder deren Stellvertretern begleitet sein. Sie haben durch den 
Tauf- oder Geburtsschein den Nachweis zu erbringen, daß sie im Ka- 
lenderjahre 1902 das 10. Lebensjahr vollenden, und die letzten Schul- 
nachrichten vorzuweisen, die zum Zwecke des Übertrittes aus einer 
öffentlichen V olks- oder Bürgerschule ausgstellt sind. 
Die Aufnahme hängt von dem guten Erfolge der vorgeschrie- 
benen Aufnahmsprüfung ab, dfe in eine schriftliche und mündliche 
Prüfung zerfällt. Die schriftliche Prüfung findet für die am 16. und 
17. Juli angemeldeten Schüler Donnerstag, den 17. Juli, und für die 
am 15. und 16. September angemeldeten Schüler Dienstag, den 16. Sep- 
tember, jedesmal im Lehrzimmer der I. Klasse um 10 Uhr vormittags 
statt. Die mündliche Prüfung wird an denselben Tagen um 2 Uhr 
nachmittags vorgenommen werden. 
Bei dieser Prüfung wird aus Religion jenes Maß von Wissen 
gefordert, welches in den ersten vier Klassen der Volksschule erworben 
werden kann, dann Fertigkeit im Lesen und Schreiben der deutschen 
und lateinischen Schrift, Kenntnis der Biegung der Haupt-, Eigen- 
schafts-, Für- und Zeitwörter; richtiges Erkennen und Fertigkeit in der 
Bildung der Zeiten, Arten und Formen des Zeitwortes, Gewandtheit 
im Analysieren einfach bekleideter Sätze, Bekanntschaft mit den Regeln 
der Rechtschreibung und Anwendung derselben beim Diktandoschreiben, 
im Rechnen Übung in den vier Rechnungsarten mit ganzen Zahlen.
		

/OGF01076.djvu

			- 77 - 


Das Ergebnis der Prüfung wird sofort nach beendetem Pru- 
fungsakte in der Direktionskanzlei bekannt gegeben. Die Eltern jener 
Schüler, welche die Aufnahmsprüfung nicht bestanden haben, erhalten 
die bei der Aufnahme entrichteten Beträge samt den vorgelegten Do- 
kumenten in der Direktionskanzlei sofort wieder zurück. 
Eine Wiederholung dieser Prüfung ist nach dem 
Erlasse des h. kt k. Ministeriums für Kultus und Unterricht 
vom 2. Jänner 1886, Z. 85 weder an derselben noch an einer 
anderen Mittelschule im laufenden Schuljahre zulässig. 


2. Ordnung fÜr die TViederaufnahme in die Il.- V1Il. Klasse. 
Jene Schüler, die dem Gymnasium bis zum Schlusse des Schul- 
jahres 1901/1902 angehört haben und dasselbe auch im Schuljahre 
1902/1903 besuchen wollen, haben sich am 16. September um 8 Uhr 
vormittags im Lehrzimmer jener Klasse einzufinden, in die sie versetzt 
werden. Hiezu haben sie das Zeugnis über das 11. Semester des Schul- 
jahres 1901/1902 mitzubringen und vorzuweisen. 
Schüler der Anstalt, welche in beid en Sem es te rn des eben a b- 
gelaufenen Schuljahres ein Zeugnis dritter Fortgangsklasse er- 
halten haben, und solche, die als Repetenten dieselbe Klasse zum zwei- 
tenmale zu wiederholen hätten, müssen die Anstalt verlassen. Gesuche 
um ausnahmsweise zu bewilligende Belassung solcher Schüler an der 
Anstalt sind an den hochlöblichen k. k. schlesischen Landesschulrat 
zu richten und I ä n g s t e n s bis 31. Juli bei der Direktion einzubringen. 


3. Vorschriften für die Aufnahme fremder Schüler. 
Die Aufnahme jener Schüler, die bisher einem anderen Gym- 
nasium angehört haben, findet am 16. September um 10 Uhr vorm. 
statt. Solche Schüler haben in Begleitung ihrer Eltern oder deren 
Stellvertreter in der Direktionskanzlei zu erscheinen und ihre sämt- 
lichen Zeugnisse vorzulegen, von denen das letzte mit der vorgeschrie- 
benen Abgangsklausel versehen sein muß. Ausnahmsweise können die 
von einer fremden Anstalt kommenden Schüler auch zur Ablegung 
einer Aufnahmsprüfung verhalten werden, für welche jedoch keine 
Aufnahmstaxe zu erlegen ist. 
Schüler, welche die Aufnahme in eine höhere (lI.-VIII.) Klasse 
anstreben, 0 h n e j e d 0 c hein s ta a t s gilt i g e s Z e u g ni s übe r das 
H. Sem. des Schuljahres 1901/1902 zU besitzen, müssen sich einer 
Aufnahmsprüfung unterziehen, die sich auf alle obligaten Lehrgegen- 
stände erstreckt. Um zu dieser Prüfung zugelassen zu werden, habel1
		

/OGF01077.djvu

			- 78 7:_ 


sie am 16. September um 10 Uhr vorm. in Begleitung ihrer Eltern 
oder deren Stellvertreter, versehen mit dem Tauf- oder Geburtsschein, 
allen etwa früher erworbenen Studienzeugnissen, deren le
ztes die 
Abgangsklausel aufweisen muß, in der Direktionskanzlei zu erscheinen. 
Die Prüfung wird am 17. September vorgenommen werden. 


4. Wiederholungs- und Nachtragsgp1'iifungen. 
Die Wiederholungs- und Nachtragsprüfungen werden am 17. 
SeptembeJ von 8 Uhr früh angefangen abgehalten werden. Die dazu 
bestimmten Schüler haben sich an diesem Tage um 8 Uhr früh bei 
den betreffenden Professoren im Konferenzzimmer zu melden. 
Gesuche um Bewilligung der Wiederholungsprü- 
fu n gau sei n e m Ge gen s t a n d e müssen an den hochlöbl. k. k. 
Landesschulrat gerichtet und bis längstens 31. Juli bei der Direktion 
behufs Einbegleitung eingebracht sein. 


5. Freie Lehrgegenstände. 
Diejenigen Schüler, die zur Teilnahme am unentgeltlichen 
Unterricht in einem freien Gegenstande zugelassen werden wollen, 
haben unmittelbar nach Beginn des Unterrichtes im neuen Schuljahre 
beim Ordinarius ihrer Klasse darum anzusuchen. Als freie Lehrgegen- 
stände werden an der Anstalt gelehrt: Kalligraphie, Zeichnen, böh- 
mische Sprache, Turnen, Gesang und Stenographie, diese aber nur 
für Schüler der IV., V., VI., VII. und VIII. Klasse. 
Nach erlangter Zulassung zur Teilnahme an einem der an- 
geführten Gegenstände wird derselbe für jeden Schüler obligatorischer 
Unterrichtsgegenstand, dem er regelmäßig beizuwohnen hat. Der 
Austritt eines Schülers während des Schuljahres wird nur in besonders 
berücksichtigungswürdigen Fällen gestattet. 
Eigenmächtiges Fernbleiben vom Unterrichte in einem freien 
Gegenstande wird bei Bestimmung der Fleißnote im Zeugnisse in 
Anrechnung gebracht. 


Q. Aufnahmsgebühren und Schulgeld. 
Jeder neu eintretende Schüler hat bei seiner Einschreibung 
4 K 20 hals Aufnahmstaxe und 2 K 10 hals Lehrmittelbeitrag zu 
entrichten. Alle übrigen Schiller haben nur 2 K 10 hals Lehrmittel- 
beitrag zu erlegen. 
Das Schulgeld beträgt halbjährig 30 K und ist nach Vorschrift 
JITJ Laufe der ersten sechs Wochen eines j
den Semesters zu zahlen.
		

/OGF01078.djvu

			- 79 - 


Mittellose, brave Schüler können aber von Seite des Magi- 
strates teilweise oder ganz befreit werden. 


7. Beginn des Scll1lljall1'es 1902/1903. 
Das Schuljahr 1902/1903 beginnt am 18. September mit ei- 
nem feierlichen Gottesdienst in der Stadtpfarrkirche. Hiezu haben sich 
die katholischen Schüler der Anstalt um 1/ 2 8 Uhr in ihren Klassen ein- 
zufinden. Freitag, den 19. September beginnt der regelmäßige Unterricht. 
Weil die Schule ihre veranwortungsreiche Aufgabe nur dann 
mit dem gewünschten Erfolge zu leisten imstande ist, wenn sie vom 
Hause kräftig unterstützt wird, und namentlich in der Erfüllung ihrer 
erziehlichen Aufgabe auf die Mitwirkung des Hauses angewiesen 
ist, wird zunächst den Eltern auswärtiger Schüler der wohlgemeinte 
Ra t erteil t, ihre Kinder nur solchenKosthäusern anzuvertrauen,. 
die es mit der wichtigen Pflicht der Beaufsichtigung und 
Übe r w ach u n g ihr e r P f leg I in ge ern s t ne h m e n. Zu Beginn 
des Schuljahres wird in der Direktionskanzlei ein Verzeichnis geeigneter 
Kost- und Wohnhäuser zur Einsicht für die Eltern und Vormünder 
aufliegen. 
Die Qua rt i erg e b e r, die zug lei c h die ver an t- 
w 0 r t I ich e n Auf s ehe r der S t u die ren den s i n d, si n d v e r- 
p f I ich t e t, i m B e s i t z e der Dis z i pli n a r vor sc h r i f t e nun d 
de r "B eIe h run g für K 0 s t- und Qua r t i erg e be r" zu sei n, 
und hab e n zu Beg in n des Sc h u I ja h res in dem Na ti- 
on ale ihr e s P f leg I i n g san der h i e z u b e s t im m t e n S tell e 
dur c h N a m e n s f e r t i gun g z u b e s t ä t i gen, daß sie den 
I n ha I t jen e r S c h ü I e r vor s c h r i f t e n zur K e n n t n i s g e- 
n 0 m m e n hab e n. 
Zugleich wird allen Eltern und verantwortlichen Aufsehern 
der Studierenden auf das eindringlichste empfohlen, bezüglich 'ihrer 
Söhne und Pfleglinge mit der Schule in regen Verkehr zu treten, da 
nur durch das ein t r ä c h ti g e Z usa m m e n wir k e n von Schule 
und Haus das Wohl und Gedeihen der heranzubildenden Jugend ge- 
wahrt nnd gefördert werden kann. Die Befürchtung, daß man der 
Schule durch häufiges Nachfragen über den Fortgang lästig fallen 
könnte, ist g ä n z I ich u n beg r ü n d e 1. 


Friedek, am 15. Juli 1902. 


[duard 13ottek, 
GymnasiaJdil'ektoJ.'.
		

/OGF01079.djvu

			Rh 
Rl'ligion (lcnth.): Fischer, Religionslehre, 22.- 24. Aufl., geb.1'12 
K 1 ein u. B abu s c he k, Kathol. Gebet- 
u. Gesangbuch . .........." 1'(jO 
Sc h m i d t - T h ums er, Lat. Schulgrammatik, 
8. - 9. Auti. . . . . . . . . . . . ." 2'-10 
Hau 1 e r, 1at. Übungsbuch, 1. Teil. Ausgabe 
A, 13., 14., 15., 16. Auti.. . . . . . ." 1'40 
Willo mi t z e r,Deutsche Grammatik 6.-9.Aufl." 2'40 
R e gel n u. W ö r t e r ver z e ich n i s, 
neue Auti. . . . . . . . . . . . . ." -'20 
K u m m e r - S t e j s kaI, Lesebuch I. Band, 
5.-6. Auti. . . . . . . . . . . . 
S t i eIe r, Schulatlas, 72. Auti. . . . . 
Her r, Grundzüge der Erdbeschreibung, 
17.-18. Auti. . . . . . . . . . 
Mo C n i k, Arithmetik fÜr UG. 1. Abt. 
34.-35. Auti. . . . . . . . .. ." 1'80 
Hoc eva r, Lehr- u. Übungsbuch der Geome- 
trie für UG., 4.-5. Auti.. . . 
N(tful'gc.
chichte: Po kor n y, Tierreich, 23.-25. Aufl., 
Po kor n y, Pflanzenreich, 2U. 21. Auti., 


Latein: 


Deutsch: 


Geograph ie: 


M ath ematik: 


\gerzeichnis der L>ehrbücher 


für das 
Schuljahr 1902/1903. 


I. Klasse. 


. " 


2'40 
7'20 


. " 


. " 


1'- 


" 


1'60 
2'70 
2'80 


. " 


11. Klasse. 
Religion (kath.): Fis c her, Liturgik, 11.-14. Aufl.. . . . ." 1'56 
K 1 ein u. B abu s c he k, Kathol. Gebet- 
u. Gesangbuch. . . . . . . . . . . ." 1'60 
Latein: Sc h m i d t - T h ums er, Lat. Schulgrammatik, 
8.-9. Aufl.,. . . . . . . . . . . . ." 2'40 
Hau 1 e r, Lat. Übungsbuch f. d. 11 Schuljahr, 
12.-15. Aufl. . . . . 
 . . . . . . ." 2.40 
Deutsch: "V i 110m i tz e T, Deut. Grammatik, 6.-9. Auti." 2'40 
Ku m m e r u. S t e j s k a 1, Deut., Lesebuch, 
H. Band, 4.-6. Aufl., , , . , . . . ." 2'40
		

/OGF01080.djvu

			Geogmphie und 
Geschichte: 


Mathematik: 


Naturgeschichte: 


Religion (kath.): 


Latein: 


Griechisch: 


Deutsch: 


Geographie und 
Geschichte: 


Mflthematik: 


Rh 


R e gel nun d W ö r t e I' v Ö I' Z e ich n i s, 
neue Aufl. . . . . . . . . . . _ . geb.-'20 
2'80 


Her r, Länder- u. Völkerkunde, 13.-14. Aufl. 
\V ein gar t n e r, Lehrbuch der Geschichte 
1. T. Altertum, 1. Aufl., . . . 
S t i eie r, Schulatlas, 72. Aufl.. . . 
1? u tz ger, Historischer Schulatlas, 
19.-22. Aufl. . . . . _ . . . 
M 0 C ni k, Arithmetik für DG. I. Abt. 
34.-35. Aufl. . . . . . . . . 
Hoc eva r, Geometrie 4.-5. Aufl.. . 
Po kor n y, Tierreich, 23.-23, Aufl. . 
Po kor n y, Pflanzenreich, 20.-21. Aufl. 


111. Klasse. 
Fis c her, Offenbarung des alten Bundes. 
7.-9. Aufl. ........ 
K 1 ein u. B abu s c h e k, Kathol. Gebet- 
u. Gesangbuch. . . . . . . .. "" 
Sc h mi d t - T h ums er, Lat. Schulgrammatik. 
7.-9. Aufl. . . . . . . . . . . . . ." 
Hau 1 e r, Aufgaben, I. Casuslehre, 8.-9. Aufl. " 
Memorabilia Alexandri Magni v. Sc h m i d t- 
G e.hlen - G olling. 6.-7. Aufl. . . " 
C u r t i u s, Griechische Schulgrammatik, 
22. Auti.. . . . . . . . . . . . . 
S c h e n k 1, Griechisches Elementarbuch, 
16.-18. Aufl. . . . . . . . . . 
Will 0 mit zer, Deutsche Grammatik. 
6.-9. Aufl. . . . . . . . . . . . . ." 
Ku m m e I' und S te j s kai, Deutsches Lese- 
buch, In. Band, 3.-4. Aufl. . . . . ." 
R e gel n- und W ö r t e I' ver z e ich n i s, 
neue Auf!.. . . . . . . . . . . . . ." 
Her r, Länder- u. Völkerkunde. 13.-14. Auf!. " 
W ein gar t n er, J 'ehrbuch der Geschichte, 
n. T. Mittelalter, 1. Aufl. 
S ti eie r, Schulatlas, 72. Aufl.. . . . . . ." 
P u t z ger, Historischer Schulatlas, 
19.-22. Auf!. . . . . . . . . . " 
M 0 c n i k, Lehrbuch der Arithmetik für DG 
II. Abt. 
5.-26. Aufl., ......." 


. " 


1.60 
7'20 


. " 


. " 


3'60 


. " 


1'80 
1'60 
2.70 
2'80 


. " 


. " 


. " 


. " 


2'20 


1'60 


2.40 
1'7
 


1'50 


. " 


2'90 


. " 


2'80 


2'4U 


2'40 


-'20 
2'80 


" 


1'50 
7'20 


3'60 


1'60
		

/OGF01081.djvu

			Hoc eva r, Geometrie, 4.-5. Aufl. . 
Natudehre: Kr ist, Anfangsgrünae der Naturlehre. 
19. Aufl. . .. . .' . 
Natnrgeschichte: P 0 kor n y, Mineralreich. 20 Aufl. ... 


Kh 
. geh. U,O 

.50 
" 1'60 


Religion (kath.): 


Latein: 


Griechisch: 


Deutsch: 


Geographie und 
Geschichte: 


]rlathematik: 


Physik: 


IV. Klasse. 


]' i s c her, Offenbarung neuen Bundes. 
7.-9. Aufl. . . . . . . . .. ., " 
K 1 ein u. Ba bus c h e k, Kathol. Gebet- 
u. Gesangbuch. . . . . . . . . . . ." 
S c h m i d t - T h ums e r, Lat. Schulgrammatik. 
7.-9. Aufl. . . . . . . . - . . . . ." 
Hau 1 e r, Aufgaben II. Teil Modmlehre 
6.-7. Aufl. . . . .. . . . . . . . . ." 
C a e s a r, De beUo Gallico von Prammer. 
6. Aufl.. . . . . . . . . . . . . . ." 
Se d 1 m R y e r, Ausgewählte Gedichte des 
P. Ovidius Naso. 5. Aufl.. . . . . . ." 
C u r t i u s, Griech. Schulgrap:Lmatik. 22. Aufl. " 
S c h e n k 1, Griecb. Elementarbuch. 
16.-18. Auf!. . . . . . . . . . . 
Will 0 mit zer, Deutsche Grammatik. 
6.-9. Aufl. . . . . . . . . . . . . 
R e gel n- und W ö r t e r ver z ei c h ni s, 
neue Aufl.. . . . . . . . . . . 
Ku m m er und S t ej s kaI, Lesebuch 
4. Band. 3.-4. Aufl.. . .. ... " 
M a y e r, Geographie dpr öst.-ung. Monarchie 
4.-5. Aufl. . . . . . . . . . . . . ." 
M R Y e r, Lehrbuch der Geschichte, III. Teil. 
Neuzeit, 2.-8. Aufl. . . . . . 
S t i e 1 er, Schulatlas. 72. Aufl.. . . 
Pu t z ger, Historischer Schulatlas 
19.-22. Aufl. . . . . . . . . 
Mo Ci ni k, Lehrbuch der Arithmetik für UG. 
n. Abt. 25.-26. Aufl. . . . . 
Hoc eva r, Geometrie. 4.-5. Aufl. 
K fis t, Naturlehre. 19. Anfl. 



'- 


H>O 


2.40 


2.10 


2'- 


1.70 
2'90 


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2'80 


2'40 


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2'70 


1.70 


. " 


2'
 
7.20 


. " 


. " 


3'60 


. " 


1'60 
1'60 
2'50 


. " 


. "
		

/OGF01082.djvu

			Relig.ion (kat".): Wa pp 1 e r, Lehrbuch der kath. Religion. 
1. Teil. 8. Aufl., . . . . . . . . . . geb. 2'- 
K 1 ein u. B abu s c h e k) Kathol. Gebet- 
u. Gesangbuch. . . . . . . . . . . ." 1.60 
Sc h m i d t - T h ums e r, Lat. Schulgrammatik, 
8.-9. Aufl. . . . . . . . . . . . . ." 2.40 
Sedlmayer-Scheindler, Lat. Übungsbuch 
fÜr die oberen Klassen. 1.-2. Aufl. . ." 3'- 
Se d 1 m a y e r, Ausgewählte Gedichte des 
P. Ovidius Naso. 5 Aufl.. . . . 
G 0 11 in g, Chrestomathie aus Livius. 
1.-2. Aufi. . . . . . . . . . . 
C u r t i u s, Griechische Schulgrammatik. 
22. Aufl. . . . . . . . . . . . . . ." 2'
0 
::3 c h e n k 1, Griechisches Elementarbuch. 
l6.-18. Aufl. . .. ..... 
S c h e n k 1, Chrestomathie aus Xenophon. 
10.-12. AufL . . . . . . . . . . 
Homers Ilia::; ed. C h r ist, 1.-2. Anfl. . 
Will 0 mit zer, Deutsche Grammatik. 
6.-
. Aufl. . . . . . . . . . . . 
Ku m m e r - S te j s k a 1, Deut. Lesebuch, 
5. Band, 6.-7. Aufl.. . . . . . . 
R e gel n- und W ö r t e r ver z e ich n i s, 
neue Aufl. . . . . . . . . . 
H an n a k, Geschichte des Altertums für 
· Oberklassen. 5. Aufl. , .'. . 
Pu tz ger, Historischer Schulatlas, 
1
 -22. Aufl. . . . . . . . 
Mo Ci ni k, Arithmetik und Algebra für 
Oberklassen. 26. Aufl. . . . .'. . . ." 3'70 
1)1 0 Ci n i k, Geometrie für Oberklasse
. 
23. Aufl. . . . . . . . . . . . . . ." 3.RO 
Katw.geschieltte: Hoc h s t e t te r - Bis chi n g, Mineralogie 
u. Geologie für Oberklassen. 14.-15..Auti." 2.80 
W e t t s t ein, Botanik, 1.-2. Aufi., . . . ." 3'40 


Latein: 


Gl'ieehisell : 


Deutsch: 


Gesell ieltte: 


Mathematik: 


V. Klasse. 


VI. Klasse. 


Religion (kath.): W a p 1 er, Lehrbuch der kath. Religion 
2. Tl., 7 Auti. ......... 


Kh 


1'70 


. " 


2'40 


. " 


2'80 


. " 


3'20 
3'- 


. " 


. " 


2.40 


. " .2'80 


." -'20 


2'40 


. " 


3'60 


. ." 


2'()()
		

/OGF01083.djvu

			Latein: 


GI' iech isch : 


Delltsch : 


Geschichte: 


JJ[ath ematik : 


N atl/,I'geschichte: 


Religion (kath.): 


Klein und Ba buschek, Kathol. Gebet- 
u. Gesangbuch . . . . . . . . . . . geb. 1'60 
Sc h mi d t - T h um s er, Lat. Schulgrammatik, 
8.-9. Auti. . . . . . . . . . . . . ." 2.40 
Se d I m a y er - S c bei n d 1 e r, Lat. Übungs- 
buch für die oberen Klasen, 1.-2. Auti." 3'- 
S a 11 u s t, Catilina und J ugurtha, ed. 
Scheindler, 2. Auti. . . . . . . . . ... 
Ca es a r, Bellum civile, ed. ElIger, 2. Auti. . .. 
Ci cer 0, Orat. CatiIin. ed. Nohl, 3. Auti.. ... 
Ver gi 1, Carmina selecta ed. Golling, 
l.-2. Auti. . _ . . . . . . . . . . ." 2'20 
C ur t i u s, Griech. Sohulgrammatik. 22. Auti... 2.90 
S c h e n k I, Griech. Elementarbuch. 
16.-18. Auti. ....... 
S c h e n k 1, Chrestomathie aus Xenophon. 
10.-12. Auti. . . . . . . . . . . . 
H 0 m e r s I 1 i a s, ed. Christ. 1 .-2. Auti.. ... 
Her 0 d 0 t, ed. Scheindler. 1. Auti. 
Ku m m e r - S t e j s kaI, Deut. Lesebuch, 6. A. 
Band (mit mittelbochdeutchen Texten). 
5.-7. Auti. . . . . . . . . . . . . 
R e gel n- und 'V ö r t e r ver z e ich n i s, 
neue Auti.. . . . . 
H a n n a k, Gesohichte des Altertums für 
Oberklassen, 5 Auti.. . . . . . . 
H an n a k, Geschichte des Mittelalter für 
Oberklassen, 4.-5. Auti. . . . . 
Ha n n a k, Gescbichte der Neuzeit für 
Oberklassen. 5. Auti. . . . .' . 
P u t z ger, Historischer Schulatlas. 
19.-22. Auti. . . . . . . . . 
M 0 C n i k, Arithmetik und Algebra für 
Oberklassen. 25. Auti. . . . . . 
Mo C n i k, Geometrie für Oberklassen. 
22. Auti. . . . . . . . . . . . . . ." 
Je 1 in e k, Logarithmische Tafeln. 3.-4. Auti. " 
(i. r a b e r, Zoologie, 3. Auti. . . . . . . ." 


VII. Klasse. 
W a p p 1 er, Lehrbuch der kath. 
3. T., 6. Auti. . . . . . 


Religion 


. . . . . ." 


Kh 


1'60 
1'90 
1'- 


, 


. .. 


2.80 


3'20 
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1'80 


2'90 


-'20 


2'40 


2'20 


.. 


2'40 


3.60 


3'7u 


3'60 
1'50 
3'80 


2'60
		

/OGF01084.djvu

			Latein: 


Grieclli);('h: 


lJeutsch : 


Geschichte: 


JJ[athematih: 


Physik: 


Ph ilosoph ie: 


Kh 


Klein u. Babuschek, Kathol. Gebet- 
u. Gesangbuch. . . . . . . . . . . geb. 1.GO 
Sc h mi d t - T ums e r, Lat. Schulgrammatik, 
8.-9. Auf!. . . . . . . .' ...." 2'40 
S e d 1 m a y e I' - S c h ein dIe r, Lat. Übungs- 
buch fÜr die oberen Klasen, 1.-2 Auf!. " 3.- 
Ver g i 1, Oarmina selecta ed. G-olling, 
1.-? Auf!. . . . . . . . . . . . . ." 2'20 
Oie e I' 0, Rede für den Oberbefehl des On. 
Pompejus von Hermann Nohl. 2. Auf!. ,,--.70 
o i cer 0, Rede für den Dichter Archias 
von Hermann Nohl. 2. Auf!. 
o i cer 0 n i s de Ol'atore libri tres von Th. 
Stangl. 1. Auf!. . . . . . . . . . . ." 1.50 
o u I' ti u s, Griech. Schulgrammatik. 22. Auf!. " 2.90 
S c h e n k 1, Griech. Elementarbuch. 
16.-18. Auf!. . . . . . . 
Dem 0 s t h e n e s, Ausgewählte Reden von 
Ed. Bottek. 1. Auf!. . . . . . 
Ho me I' s 0 d y s see, ed. Obrist 
2.-3. Auf!. . . . . . . .. ...." 2'4U 
K um m e r -H t e j s kaI, Deutsches Lesebuch. 
VII. Banel. 5. Auf!.. . . . . . . . . ." 3'- 
R e gel n- und W Ö I' t e I' ver z ei c h n i s, 
neue Auf!.. . . . . . . . . . . 
Ha n n a k, Geschichte der Neuzeit für 
Oberklassen. 15. Auf!. 
Pu t z ger, Historischer Schulatlas, 
19.-22. Auf!. . . . . . . . 
Mo C n i k, 'Al'ithmetik und Algebra für 
Oberklassen. 25. Auf!. . . . . . 
Mo C ni k, Geometrie fÜr Obel'klassen. 
22. Auf!. . . . . . . . . . - . . . ." 3'liQ 
J e 1 i ne k, Logarithmische Tafeln 3.-4. Auf!. " L .50 
Wall e nt i TI, Lehrbuch der Physik für 
Obergymnasien. 12. Auf!. . . . . . . ." 3.- 
L i n der und L e c 1 air, Lehrbuch der allge- 
meinen Logik. 1. Auf!. . . . . . . . ." 2.00 


-'50 


. " 


2.80 


" 


1.40 


." -.20 


. . ." 


2'40 


3'6CJ 


. " 


3.70 


VIII. Klasse. 
Religion (katlt.): Fessler, Geschichte der Kirche Ohristi. 
4. Auf!. . . . . . .. geb. U..,O
		

/OGF01085.djvu

			Latein: 
v 


Griechisch: 


Deutsch: 

 


Ges,.Jllchte: 
l 


Mathematik: 


Physik. 


Philosophie: 


Kh 


Klein u. Babuschek, kathol. Gebet- und 
Gesangbuch. . . . . . . . . . . . geb 1.60 
Goldbacher, Lat. Grammatik. 5-7. Aufl. ." 3'- 
Sedlmayer-Scheindler, Lat. Uebungsbuch 
. für die oberen Klassen 1.-2. Aufl. . ." 3.- 
I Tacitus, Historische Schriften von Weidner, 
I. Teil 1. Aufl. . . . . .' . . . .." 2.- 
: Horatii Flacci carmina selecta \Ton Huemer 
. 5. Auflage . . .. ........" 1'72 
Curtius, Griech. Schulgrammatik 22. Aufl. ." 2.
IO 
Schenkl, Griech. Elementarbuch 16-18. Aufl. 2'80 
Homers Odyssee von Christ, 2.-3. AufL. ." 
'40 
,Platons Apologieund KIiton v. Christ 2. Aufi. 1'- 
Platons, Euthyphron von Christ 3. Aufl.. ." -'80 
Sophokles, König Oidipus von Schubert 2. Aufl. 1.- 
Kummer-Stejskal, DeutschIs Lesebuch . 
. VIII. Band, 4 Aufl. . . . . . . . . ." 2.80 
Regeln und Wörterverzeichnis. Neue Aufl. -'20 
Hannak, Geschichte des Altertums f. Ober- 
klassen. 5. Aufl. . . . . . . . . . . ." 2'40 
Hannak, Vaterlands kunde für die oberen 
Klassen. 12. Aufl. . . . . . ." 2.28 
Stieler, Schulatlas. 72. Aufl. . . ." 7'20 
Putzger, Historischer Schulatlas. 19.
22. Aufl. 8'60 
Mo cnik, Arithmetik und Algebra fÜr Ober- 
klassen. 25. Aufl. . . . . . . . . . ." 3'70 
MOGnik, 	
			

/OGF01086.djvu

			Kh 


Israeliti
che Religionslehre. 


I.-IV. Kl. Wolf, Kurzgefasste' Religions- u. 
Sittenlehre, 7. u. 8. Anfl. . . . . . geb. 
I. Ir. Kl. K a y s e r 1 in g, Die fünf Bücher 
. Moses, I. Band, 1 Aufl. . . . . . 
I. II. KI. W 0 1 f, Geschichte Israels, 11. 
Heft 13. Aufl. . . . . . . . . . 
III. IV. Kl. Wo 1 f, Geschichte Israels, IV. 
Heft, 9. Aufl. .... - . . . . . ." 
III. IV. Kl. Kayserling, Die fÜnf BÜcher 
Moses, V. Bd. 1. Aufl. . . . . . . ." 
V VI. VII. VIII. Kl. Ehr man n, Gechichte 
der Israeliten, 11. Teil, 3. Aufl. . . ." 


-.40 


. " 


1'10 


. " 


1{)4 


--'84 


-.90 


1'90 


Böhmische Sprache. 
R y P 1, Lehr- und Übungsbuch der böh- 
mischen Sprache I. T. 1. .Aufl. . 2'- 


Stenographie. 


F au 1 man n, Lehrbuch der Gabelsberger- 
schen Steno graphie, 1. Aufl. . . . . ." 1'20 
Fa u 1 man n, Lesebuch zur Einübnng der . 
Gabelsbergerschen Steno graphie 
I. Aufl. . . . . . . . . . . . . . ." 2'- 


Gesang. 
I. Abt. F i b y, Chorliederbnch 1. T. 
1. Aufl. . . . . . . . . . . . 
H. Abt. F i b y, Chorliederbuch II. T. 
1. Aufl. . . . . . . . . . . . 


. " 1.60 
" a.- 



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